Maßnahmen zur Entwicklung kleiner und Mikro-Wasserkraftwerke vorgeschlagen
Präsident Shavkat Mirziyoyev prüfte eine Präsentation über zusätzliche Maßnahmen zum Ausbau des Netzes kleiner und Mikro-Wasserkraftwerke.
Im Land wird der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien und der effizienteren Nutzung des Wasserressourcenpotenzials besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Kleine und Mikro-Wasserkraftwerke spielen eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung abgelegener Gebiete, der Verringerung von Netzverlusten und der Förderung privater Investitionen.
Gemäß einer im vergangenen Jahr verabschiedeten Resolution ist geplant, unter Beteiligung des Privatsektors rund 3.000 kleine und Mikro-Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 164 Megawatt zu errichten.

Bislang wurden 64 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 41,6 Megawatt in Betrieb genommen, was lediglich 25 Prozent der geplanten Kapazität entspricht. Von den fast 3.000 vorgesehenen Projekten wurden bislang nur für 932 Projekte Initiatoren bestimmt. Auch die Nutzung der unter Beteiligung der Weltbank bereitgestellten vergünstigten Finanzmittel in Höhe von 150 Millionen US-Dollar wurde als unzureichend bewertet.
Unternehmer und Investoren haben weiterhin zahlreiche Fragen zu den Anforderungen für den Bau von Wasserkraftwerken und zum Verkauf der erzeugten elektrischen Energie.
Es wurde vorgeschlagen, bei Auktionen neben dem Ausgangspreis des Projekts auch einen Mindesttarif für den Ankauf der erzeugten elektrischen Energie festzulegen, wobei dieser je nach Leistung des Kraftwerks variieren soll. Damit soll verhindert werden, dass Projekte zwar zum „Nulltarif“ den Zuschlag erhalten, anschließend aber nicht umgesetzt werden. Gleichzeitig sollen für Investoren klare und stabile Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Darüber hinaus sollen Planung und Bau von Mikro-Wasserkraftwerken mit einer Leistung von bis zu 100 Kilowatt vereinfacht werden. Für Projekte mit einer Leistung von bis zu 50 Kilowatt soll insbesondere keine Prüfung der städtebaulichen Planungsunterlagen und keine staatliche architektonische und bautechnische Aufsicht erforderlich sein.
Änderungen an Kanälen, Flüssen und Flussbetten sollen zur Erhöhung der Fallhöhe des Wassers zugelassen werden. Kleine und Mikro-Wasserkraftwerke sollen zudem an wasserwirtschaftlichen Anlagen für den Eigenbedarf ohne Durchführung einer Auktion errichtet werden können.
Es ist geplant, eine digitale Plattform einzurichten, über die alle Prozesse – von der Auswahl geeigneter Standorte bis zur Inbetriebnahme und zum Betrieb der Anlagen – gesteuert werden. Darüber hinaus sollen ein umfassender methodischer Leitfaden für Planung, Bau und Betrieb sowie ein Standardverfahren für die Einbindung des Privatsektors in die Umsetzung der Projekte entwickelt werden.
Eine große Herausforderung besteht weiterhin in der starken Abhängigkeit des Sektors von Importen. Derzeit werden 90 Prozent der für kleine und Mikro-Wasserkraftwerke benötigten Wasserkraftanlagen und Komponenten importiert.

In diesem Zusammenhang wurde die Bedeutung der Nutzung der Erfahrungen der Aktiengesellschaft Uzbekhydroenergo hervorgehoben. Das Unternehmen hat bereits 46 kleine und Mikro-Wasserkraftwerke errichtet und bietet Unternehmern umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Planung, Bau, Montage und Lieferung von Ausrüstung an. Eine detaillierte Liste der Wasserkraftanlagen und Komponenten, deren Produktion lokalisiert werden kann, soll erstellt werden. Diese Vorschläge sollen anschließend Unternehmern und Investoren vorgelegt werden.
Das Fluss- und Kanalnetz des Landes erstreckt sich über mehr als 173.000 Kilometer. In der Präsentation wurden erhebliche Möglichkeiten für den Bau kleiner und Mikro-Wasserkraftwerke an betonierten Kanälen aufgezeigt. Die zuständigen Behörden wurden beauftragt, eine detaillierte Bestandsaufnahme dieser Anlagen vorzunehmen und potenzielle Standorte für künftige Projekte zu ermitteln.
Bis 2030 sollen diese Anlagen eine Gesamtleistung von 204,8 Megawatt erreichen und jährlich 620 Millionen Kilowattstunden saubere Energie erzeugen. Damit könnten 350.000 Haushalte mit grüner Energie versorgt, jährlich 187 Millionen Kubikmeter Erdgas eingespart und die Kohlendioxidemissionen um 311.000 Tonnen reduziert werden.
Ab dem neuen Studienjahr soll ein duales Ausbildungssystem zur Qualifizierung von Fachkräften für die kleine grüne Energiewirtschaft eingeführt werden. Energieunternehmen, darunter kleine Wasserkraftwerke, sollen als praktische Ausbildungsstätten für Studierende dienen.
Der Präsident wies die zuständigen Verantwortlichen an, die Umsetzung der geplanten Projekte zu beschleunigen, mehr private Investitionen in den Sektor zu lenken, Finanzmittel effizient einzusetzen, die Produktion von Ausrüstungen zu lokalisieren und qualifizierte Fachkräfte auszubilden.
UzA