Regionale Zusammenarbeit in Zentralasien: neue Formate und strategische Prioritäten
Am Internationalen Institut für Zentralasien (IICA) in Taschkent fand eine Online-Diskussionsrunde zum Thema „Der zentralasiatische Prozess: Von den Ergebnissen der Gipfeltreffen in Taschkent und Cholpon-Ata zur Avaza-Agenda“ statt.
Filippo Costa Buranelli, Dozent an der University of St Andrews im Vereinigten Königreich, nahm an der Veranstaltung teil, ebenso wie Vertreter namhafter Thinktanks aus zentralasiatischen Ländern und Aserbaidschan.
Während des Treffens befassten sich die Teilnehmer mit den Ergebnissen des 7. Konsultationstreffens der zentralasiatischen Staatschefs und des informellen Gipfeltreffens in Cholpon-Ata am 31. Juli sowie mit den wichtigsten Themen auf der Tagesordnung für den bevorstehenden Gipfel in Avaza.

IICA-Direktor J. Vakhabov erklärte bei der Eröffnung der Veranstaltung, dass sich die Konsultationstreffen der Staatschefs seit 2018 von einer Plattform für politische Konsultationen zu einem hochrangigen Mechanismus der regionalen Zusammenarbeit entwickelt hätten. Sie umfassen nun Bereiche wie Sicherheit, Handel, Verkehr, Energie, Wasserressourcen und humanitäre Hilfe.
Filippo Costa Buranelli stellte fest, dass sich dieses Format als wirksames Mittel zur Förderung der regionalen Zusammenarbeit etabliert, die auf Konsens, Gleichberechtigung und der Achtung der Souveränität beruht. Er wies darauf hin, dass das Treffen der Staatschefs Zentralasiens und Aserbaidschans am 31. Juli in Cholpon-Ata eine neue Phase der Zusammenarbeit eingeleitet habe.
A. Kurmashev, Leiter des Kasachischen Instituts für Strategische Studien, und E. Jurayev, außerordentlicher Professor an der OSZE-Akademie in Bischkek, hoben hervor, dass der konsensorientierte Ansatz der Staatschefs-Treffen dazu beiträgt, den regionalen Einfluss Zentralasiens zu stärken und anpassungsfähige, praktische Kooperationsmechanismen zu fördern, die eine effiziente Koordination in verschiedenen Fragen unterstützen.

A. Abbasova, Forschungsanalystin am Royal United Services Institute, stellte fest, dass der Beitritt Aserbaidschans zum entstehenden „C6“-Format auf die Bildung neuer geoökonomischer Verbindungen zwischen Zentralasien und dem Südkaukasus hindeutet. Diese Entwicklung eröffnet neue Möglichkeiten zum Ausbau transregionaler Verkehrs-, Energie- und Handelswege. Sie ist der Ansicht, dass diese Konstellation günstige Bedingungen für eine breite Diskussion regionaler Themen bietet, wobei der Schwerpunkt vor allem auf der Entwicklung des Mittleren Korridors liegt.
Darauf aufbauend betonte die turkmenische Logistikexpertin A. Saparova, dass die Widerstandsfähigkeit der transkaspischen Route nicht nur vom Ausbau der Verkehrsinfrastruktur abhängt, sondern auch von der Schaffung eines barrierefreien Umfelds. Dies würde die Vorhersehbarkeit der Route gewährleisten, die Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrs steigern und stabile Handelsströme aufrechterhalten.
Im Anschluss an die Diskussion bekräftigten die Teilnehmer ihr gemeinsames Interesse daran, den Austausch auf Experten- und Analyseebene auszuweiten und praktische Empfehlungen voranzubringen, um den zentralasiatischen Prozess zu fördern und die regionale Zusammenarbeit zu stärken.
U. Alimov, UzA