Das experimentelle Jemchug-Gebäude in Taschkent wurde in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen
Das Jemchug-Gebäude in der Nähe der U-Bahn-Station „Kosmonauten“ gilt seit langem als eines der wichtigsten Symbole der Moderne in Taschkent.
Entworfen wurde das Projekt Anfang der 1970er Jahre von der Architektin Ofeliya Aydinova als Reaktion auf das verheerende Erdbeben von 1966, nach dem die Stadt dringend neue Lösungen für erdbebensicheren Wohnraum benötigte. Die Genehmigung des unkonventionellen Projekts dauerte fast zehn Jahre, und der Bau wurde erst 1985 fertiggestellt.
Sein Hauptmerkmal sind offene Terrassen, die alle drei Stockwerke die beiden halbkreisförmigen Flügel des Gebäudes miteinander verbinden. Anstelle eines typischen Eingangsflurs haben die Bewohner Zugang zu einem gemeinsamen Innenhof, der für geselliges Beisammensein und Erholung konzipiert ist.
Jahrzehntelang diente das „Jemchug“ als typisches Wohngebäude und hatte mit routinemäßigen Instandhaltungsproblemen zu kämpfen, die von einem undichten Dach bis hin zu unerlaubten Umbauten reichten, die die Bewohner an ihren Wohnungen vorgenommen hatten. Sein neuer Status könnte einen Anstoß für eine systematische Restaurierung und die Wiederherstellung seines ursprünglichen architektonischen Erscheinungsbildes geben.
O. Akaboyev, UzA