Neue Produktionsketten entstehen
Die Beziehungen zwischen Usbekistan und Aserbaidschan entwickeln sich in den Bereichen Politik, Diplomatie und Wirtschaft weiterhin dynamisch. Kooperationsprojekte in den Bereichen Handel, Investitionen, Industrie, Logistik, Landwirtschaft und Energie tragen dazu bei, das wirtschaftliche Potenzial beider Länder auszuschöpfen.
Ramin Sharifov, Direktor des Usbekistan-Handelshauses in Baku, erklärte dies in einem Interview mit AZERTAC. Er wies darauf hin, dass der Anstieg des gegenseitigen Handels deutlich zeige, dass die wirtschaftlichen Beziehungen in eine neue, fortgeschrittenere Phase eingetreten seien.
Bis 2025 verdreifachte sich der Handelsumsatz zwischen den beiden Ländern auf 795 Millionen US-Dollar. Zwischen Januar und Juli 2026 überstieg dieser Betrag 200 Millionen US-Dollar. Im Bereich der Investitionszusammenarbeit hat sich die 2023 mit einem genehmigten Kapital von 500 Millionen US-Dollar gegründete „Azerbaijan-Uzbek Investment Company“ als zentraler Mechanismus etabliert.
Die zunehmende Präsenz von Unternehmen mit aserbaidschanischem Kapital in Usbekistan spiegelt die Ausweitung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit wider. Im vergangenen Jahr waren 280 solcher Unternehmen, darunter 58 Joint Ventures und 222 Privatunternehmen, im Land tätig. Bis Juli 2026 stieg diese Zahl auf 442.
Ein wichtiger Trend ist die Verlagerung vom reinen Warenhandel hin zu gemeinsamen Produktionsprojekten. Bis 2025 wurden mehrere Vereinbarungen in verschiedenen Sektoren wie Industrie, Bauwesen, Produktion und Infrastruktur unterzeichnet. Zu diesen Vereinbarungen gehören Projekte wie die Herstellung von Trockenbau-Mischungen und Trockenbauwänden, der Wohnungsbau in Namangan sowie die Produktion von Milchprodukten, Haushaltschemikalien und Hochspannungskabeln.
Herr Sharifov stellt fest, dass dieser Trend einen Wandel in der Art der wirtschaftlichen Zusammenarbeit widerspiegelt. Früher stand der Handel mit Fertigwaren im Mittelpunkt, doch mittlerweile liegt der Schwerpunkt zunehmend auf dem Aufbau von Produktionsketten, die eine höhere Wertschöpfung generieren.
Der Transport- und Logistiksektor gewinnt für die bilaterale Partnerschaft zunehmend an Bedeutung. Aserbaidschan verbindet Zentralasien über das Kaspische Meer mit Europa, während Usbekistan, eine der größten Volkswirtschaften der Region, über erhebliches Potenzial für den Zugang zu benachbarten Märkten verfügt.
In diesem Zusammenhang birgt der „Mittlere Korridor“, der den Transport über das Kaspische Meer und die Entwicklung neuer Logistikrouten umfasst, ein erhebliches Potenzial zur Steigerung des bilateralen Handelsvolumens. Das Interesse Usbekistans, die Logistikinfrastruktur von Termez zu nutzen, um aserbaidschanische Produkte in Nachbarländer zu liefern, spiegelt die Ausweitung des geografischen Umfangs der wirtschaftlichen Zusammenarbeit wider.
Musulmon Ziyo, UzA