Das wichtigste neue Zentrum der Turkvölker
Aserbaidschan und Usbekistan schmieden eine Partnerschaft, die über typische Bündnisse hinausgeht. Der Vertrag über die Bündnisbeziehungen zwischen diesen beiden brüderlichen Nationen schafft eine starke neue geopolitische Landschaft und verbindet den Kaukasus und Turkestan enger miteinander. Aserbaidschan, das für die Energiesicherheit Europas von entscheidender Bedeutung ist, und Usbekistan mit seinen umfangreichen wirtschaftlichen und demografischen Ressourcen spielen bei dieser Entwicklung eine zentrale Rolle.
In der Weltpolitik erfordern Bündnisse oft jahrelange, komplexe bürokratische Verhandlungen, um zustande zu kommen. Baku und Taschkent widersetzen sich jedoch diesem Muster. Ihr politischer Dialog, der sich innerhalb kurzer Zeit rasch voranbewegte, gipfelte 2024 in einem umfassenden Bündnis mit der Unterzeichnung historischer Abkommen in Taschkent.

Die Worte des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev, dass „wir ein völlig neues Kapitel in den Beziehungen zwischen unseren brüderlichen Völkern schreiben“, sowie die unmissverständliche Bezeichnung Bakus als „strategischer Verbündeter“ durch den usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev zeugen von der Stärke und Unumkehrbarkeit dieser Beziehungen.
Wirtschaftliche Maßnahmen zur Stärkung der politischen Beziehungen
Ganz gleich, wie kühne politische Erklärungen auch sein mögen – ein echtes Bündnis ruht stets auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament. Deshalb verwandelt sich der politische Wille der beiden Hauptstädte rasch in konkrete Wirtschaftsprojekte.
* Rasche Ausweitung des Handels: Der bilaterale Handel hat bereits 795 Millionen US-Dollar erreicht und soll bald die Marke von 1 Milliarde US-Dollar überschreiten.
* Die gemeinsame Investmentgesellschaft mit einem Kapital von 500 Millionen US-Dollar finanziert Industrie- und Infrastrukturprojekte im Gesamtwert von über 360 Millionen US-Dollar.
*Ein neues trilaterales Joint Venture zwischen Aserbaidschan, Usbekistan und Kasachstan wurde gegründet, um einen Korridor für grüne Energie zu entwickeln, der den Stromtransport nach Europa über das Kaspische Meer ermöglichen soll.
*Der Mittlere Korridor hat aufgrund von Störungen im Nördlichen Korridor, die durch internationale Sanktionen verursacht wurden, als globaler Transitknotenpunkt besonders an Bedeutung gewonnen, was zu einem Rekordvolumen an Transitfracht geführt hat.
Brücke zwischen Zentralasien und dem Kaukasus
Diese rasche und sich weiterentwickelnde Integration stärkt den Einfluss der Organisation der Turkstaaten (OTS) erheblich. Es entsteht eine neue strategische Verbindung, die Zentralasien direkt mit dem Kaukasus verknüpft und das Bündnis zwischen Ankara und Baku weiter festigt.
Folglich werden Aserbaidschan und Usbekistan mehr als nur zwei Hauptstädte mit getrennter Außenpolitik. Sie wandeln sich zu einem einheitlichen Machtzentrum, das auf gemeinsame strategische Ziele hinarbeitet.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Route Baku–Taschkent die geopolitische Landschaft Eurasiens verändert.
Agil Alesger,
CEO der aserbaidschanischen Yeni Çağ Media Group,
Vorstandsmitglied des aserbaidschanischen Presserats