Javlon Vakhabov: Die wichtigste Aufgabe Zentralasiens ist die Diversifizierung der wirtschaftlichen Beziehungen und Handelswege
Während seines Arbeitsbesuchs in Washington nahm Javlon Vakhabov, Direktor des Internationalen Instituts für Zentralasien in Taschkent, an einem Rundtischgespräch im American Foreign Policy Council teil, bei dem es um die Prioritäten der multivektoriellen Außenpolitik der zentralasiatischen Länder vor dem Hintergrund der sich wandelnden geopolitischen Lage in Eurasien ging.
An der Veranstaltung nahmen auch Experten und Forscher aus führenden amerikanischen Thinktanks sowie aus der Wissenschaft teil, die sich auf zentralasiatische Themen spezialisiert haben.
Die Teilnehmer diskutierten den Ausbau der Partnerschaften der zentralasiatischen Länder mit wichtigen externen Akteuren, die Entwicklung der Verkehrsanbindung, Energiesicherheit und kritische Mineralien sowie die Stärkung der Zusammenarbeit.
Herr Vakhabov stellte fest, dass Zentralasien zunehmend nicht mehr durch das Prisma geografischer Zwänge betrachtet wird, sondern als eine Region, die bestrebt ist, ihre Lage zwischen Russland, China, Europa, Südasien und dem Nahen Osten in eine Quelle strategischer Flexibilität zu verwandeln.
Ihm zufolge besteht die zentrale Aufgabe der Region darin, die wirtschaftlichen Beziehungen, Verkehrskorridore, Energierouten und internationalen Partnerschaften zu diversifizieren.
Es wurde festgestellt, dass dieser Wandel bereits eine praktische Dimension hat. Die Bevölkerung Zentralasiens beträgt mehr als 80 Millionen Menschen, der intraregionale Handel hat sich seit 2017 verdoppelt und belief sich auf etwa 11 Milliarden US-Dollar, und das gesamte BIP ist um das 2,5-Fache gewachsen und belief sich auf etwa 520 Milliarden US-Dollar. Diese Indikatoren zeigen die wachsende wirtschaftliche Unabhängigkeit der Region und ihr Bestreben nach einer besser koordinierten regionalen Agenda.
Ilan Berman, Senior Vice President des American Foreign Policy Council, betonte seinerseits, dass dies den Vereinigten Staaten die Chance biete, im Rahmen der C5+1 von politischer Sichtbarkeit zu praktischen Ergebnissen überzugehen. Als vielversprechende Bereiche wurden Verkehr und Logistik, Energie, nukleare Sicherheit, kritische Mineralien, digitale Infrastruktur, Landwirtschaft, Bildung und die Entwicklung des Humankapitals identifiziert.
G. Khonnazarov, UzA