Usbekistan und Deutschland: Aktive Zusammenarbeit im Bildungsbereich
Die Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und Deutschland im Bereich Bildung und Wissenschaft hat eine neue, praxisorientierte Entwicklungsstufe erreicht. Wie verändert diese Partnerschaft das nationale Bildungssystem? Welche neuen internationalen Möglichkeiten eröffnen sich dadurch für die junge Generation?
In der langen Geschichte der Beziehungen zwischen Usbekistan und Deutschland kam dem Bildungs- und Wissenschaftsbereich stets strategische Bedeutung zu. In den vergangenen Jahren hat diese Zusammenarbeit jedoch ein völlig neues Niveau erreicht. Die geschaffenen Bedingungen, die es jungen Menschen ermöglichen, Kenntnisse und Kompetenzen nach internationalen Standards zu erwerben, stoßen insbesondere in den wissenschaftlichen Kreisen Deutschlands auf großes Interesse. Ein sichtbares Ergebnis dieser Bemühungen ist die zunehmende Integration der Hochschulen beider Länder.
Die Eröffnung einer Vertretung der Hochschulen des deutschen Bundeslandes Sachsen an der Universität für Geowissenschaften sowie die Organisation spezieller fachlicher und sprachlicher Vorbereitungskurse für junge Menschen, die in Deutschland studieren möchten, tragen zur Schaffung eines Systems für die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte in den Bereichen Bergbau, Maschinenbau, Materialwissenschaften und Geoökologie bei.
Dank der Unterstützung des Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) und des Goethe-Instituts Taschkent können Studierende und Nachwuchswissenschaftler unseres Landes ihre Qualifikationen an führenden europäischen Universitäten erweitern und an gemeinsamen Forschungsprojekten teilnehmen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird der Übernahme innovativer Elemente des deutschen Bildungssystems und deren Integration in das nationale Bildungssystem Usbekistans besondere Bedeutung beigemessen.
Als vorrangiger Bereich gilt das weltweit bekannte System der „Duale Ausbildung“. Dabei erwerben die Studierenden einen Teil der Woche theoretisches Wissen an der Hochschule und sammeln an den übrigen Tagen praktische Erfahrungen im Unternehmen. Dieses Modell trägt wesentlich zur Verbesserung der Beschäftigungschancen von Hochschulabsolventen bei.
Auch das praxisorientierte Modell der „Fachhochschule“ eröffnet neue Perspektiven, da die Ausbildung insbesondere in den Bereichen Ingenieurwesen und Informationstechnologien weitgehend in Laboren und praxisnahen Einrichtungen erfolgt.
Die Übernahme bewährter Elemente deutscher Hochschulen, insbesondere der engen Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft – also der Durchführung wissenschaftlicher Forschung im Auftrag großer Industrieunternehmen – sowie des Prinzips der akademischen Freiheit, das den Studierenden die Möglichkeit gibt, ihren Studienplan und ihre fachliche Ausrichtung selbstständig zu wählen, wird zur Weiterentwicklung des Bildungssystems Usbekistans beitragen. Gleichzeitig fördert dies die Ausbildung eigenständig denkender Fachkräfte mit hohem intellektuellem Potenzial.
Fardona Yakhshiboyeva, UzA