Vorschlag zur Einrichtung von Industrie- und Bildungszentren in Khiwa unter Beteiligung Deutschlands und zentralasiatischer Länder
Diese Einschätzung legte Eduard Kinsbruner, der Delegierte der deutschen Industrie und des deutschen Handels für Zentralasien, auf dem Expertenforum „Zentralasien – Deutschland“ in Khiwa dar. Er erklärte, Zentralasien werde heute als eine Region der Chancen wahrgenommen, die dynamisch und günstig zwischen wichtigen Wirtschaftszentren gelegen sei.
Der Experte widmete Usbekistan besondere Aufmerksamkeit und bezeichnete es als eines der wichtigsten Wirtschaftszentren der Region. Er merkte an, dass das Land offen für Reformen und den Ausbau der Zusammenarbeit sei. Seiner Ansicht nach schaffen Verbesserungen des Geschäftsklimas und die Vereinfachung von Vorschriften wichtige Voraussetzungen für die Anziehung ausländischer Investitionen und die Sicherung einer langfristigen Präsenz deutscher Unternehmen.
Der deutsche Ökonom hob das Potenzial der Region als Produktionsstandort hervor, insbesondere in der Textilindustrie, im Maschinenbau und in der Automobilzulieferindustrie. Gleichzeitig betonte Eduard Kinsbruner, wie wichtig es sei, lokale Unternehmen durch Technologie und Qualitätsstandards in internationale Lieferketten zu integrieren.
Er hob zudem den Bereich Transport und Logistik hervor. Seiner Ansicht nach kann die Region zu einem wichtigen Transitkorridor zwischen Europa und Asien werden, und die Modernisierung der Infrastruktur sowie die Digitalisierung der Zollverfahren werden Lieferungen beschleunigen und die Zuverlässigkeit der Lieferketten erhöhen.
Im digitalen Bereich wies der Experte auf das rasante Wachstum der Region und ihr Potenzial für die Entwicklung von Fintech, E-Government-Diensten und industrieller Automatisierung hin. Er hob zudem die zunehmende wirtschaftliche Integration der zentralasiatischen Länder als weiteren Faktor hervor, der den Gesamtmarkt für Investoren erweitert.
Als konkrete Vorschläge zur Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen Zentralasien und Deutschland skizzierte Eduard Kinsbruner die Schaffung von Industrie- und Bildungszentren nach dem dualen Ausbildungsmodell, die Entwicklung von Energieprojekten durch öffentlich-private Partnerschaften sowie die Förderung der Transportroute „Middle Corridor Plus“ unter Einbeziehung der Logistikdigitalisierung.
Abschließend stellte er fest, dass sich eine neue Architektur für die wirtschaftliche Partnerschaft zwischen Europa und Zentralasien abzeichnet und dass deren Erfolg vom Übergang von Einzelprojekten zu einer systematischen Zusammenarbeit abhängen wird.
UzA