Usbekistan präsentiert ein umfangreiches Kulturprogramm beim Festival „Petersburger Saisons“
Im Rahmen des Kulturfestivals „Petersburger Saisons“ des Internationalen Wirtschaftsforums St. Petersburg (SWF) wird der Fonds für Kultur und Kunst Usbekistans ein umfangreiches Kulturprogramm präsentieren, das Ausstellungsprojekte und eine große internationale Operninszenierung vereint.
Nach Angaben der Organisatoren ist die Initiative eine Fortsetzung der konsequenten Arbeit zur Förderung des kulturellen Erbes Usbekistans, zur Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit und zur Stärkung des fachlichen Dialogs mit führenden Institutionen weltweit.
Eines der zentralen Ereignisse des Programms wird die Ausstellung „Die Palastgemächer öffnen: Kunst am Hofe des Emirs von Bukhara“ sein, die vom Fonds für Kultur- und Kunstförderung Usbekistans gemeinsam mit dem Staatlichen Hermitage organisiert wird. Die Ausstellung wird am 4. Juni 2026 im Hauptgebäude der Staatlichen Eremitage eröffnet und ist bis zum 4. Oktober 2026 für Besucher zugänglich. Das Projekt ist dem reichen kulturellen Erbe des Emirats Buchara gewidmet und beleuchtet das künstlerische Umfeld der Palastkultur Zentralasiens. Die Ausstellung umfasst seltene Exemplare der angewandten Kunst und des Schmuckdesigns, Gebrauchsgegenstände und Meisterwerke, die das hohe Niveau der künstlerischen Traditionen der Region widerspiegeln.
In der Ausstellung werden 67 Museumsobjekte präsentiert, von denen 58 Exponate insbesondere vom Staatlichen Museum-Naturschutzgebiet Buchara, dem Staatlichen Kunstmuseum Usbekistans, dem Staatlichen Museum für Angewandte Kunst und Handwerksgeschichte Usbekistans sowie dem Staatlichen Museum für die Geschichte der Temuriden zur Verfügung gestellt. Weitere 9 Exponate stammen aus der Sammlung des Staatlichen Hermitage-Museums. Die gesamte Ausstellungsfläche beträgt mehr als 570 Quadratmeter.
Großer Wert wird auf die wissenschaftliche und pädagogische Begleitung des Projekts gelegt. Im Rahmen der Ausstellung ist ein umfangreiches Begleitprogramm geplant, das die Herausgabe einer wissenschaftlichen Broschüre, Vorträge und Seminare, Konzerte mit traditioneller Musik, Meisterklassen sowie interaktive Bildungsformate umfasst.
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des Kulturprogramms ist die Teilnahme Usbekistans an der Ausstellung „Irdische Liebe und himmlische Liebe. Wladimir und Konstantin Makowski“, die vom 2. Juni bis zum 13. September 2026 im Fabergé-Museum in Sankt Petersburg stattfindet. Die Ausstellung, die dem 180. Geburtstag der berühmten russischen Künstler – der Brüder Makowski – gewidmet ist, wird vom Fabergé-Museum mit Unterstützung des Kulturministeriums der Russischen Föderation organisiert. Die Ausstellung vereint rund 170 Werke aus über 25 Museen. Usbekistan ist mit neun Exponaten aus der Sammlung des Staatlichen Kunstmuseums vertreten.
Die Teilnahme usbekischer Museumsobjekte an dem Projekt unterstreicht die Ausweitung der internationalen Museumszusammenarbeit und die Einbindung des kulturellen Erbes Usbekistans in große internationale Ausstellungsinitiativen.
Ein Höhepunkt des Theaterprogramms wird Georg Friedrich Händels Oper „Tamerlano“ sein, die am 4. Juni 2026 im Rahmen des Kulturfestivals „Petersburger Saisons“ des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums (SPIF) auf der Bühne des Mariinski-Theaters aufgeführt wird. Die groß angelegte Inszenierung des Regisseurs Stefano Poda ist ein internationales Projekt, das barocke Tradition und moderne Kunstsprache miteinander verbindet. Die Premiere fand am 2. und 3. Oktober 2024 auf der Bühne des Staatlichen Akademischen Bolschoi-Theaters namens Alisher Navoi in Taschkent im Rahmen der IV. Weltkonferenz zur Kreativwirtschaft statt und wurde zu einem der zentralen kulturellen Ereignisse des Forums. Im Jahr 2026 betrat das Projekt die internationale Bühne: Am 10. und 11. Januar wurde die Inszenierung in der Dubai Opera aufgeführt, und am 9. April erklang die Konzertversion im Musikverein in Wien – einem der führenden Konzertsäle der Welt. Die Musik von Georg Friedrich Händel erklingt in der Inszenierung in einer neuen Interpretation von Kirill Richter: Die Partitur wurde um usbekische Volksinstrumente ergänzt, was dem Klang eine besondere klangliche Tiefe verleiht und an die Epoche von Amir Temur anknüpft. Die musikalische Begleitung übernimmt das Nationales Symphonieorchester Usbekistans unter der Leitung des Dirigenten Alibek Kabdurakhmanov. An der Dramaturgie der Inszenierung arbeitete Stefano Poda gemeinsam mit Paolo Gianni Chei und schuf einen visuell ausdrucksstarken und emotional dichten Bühnenraum. Die Oper wird in italienischer Sprache aufgeführt. An der Inszenierung ist ein internationales Ensemble beteiligt: Die Titelrolle singt der Volkskünstler Usbekistans Zhenisbek Piyazov, die Rolle des Bayazet übernimmt Juan Sancho, die Rolle der Asteria singt Veronika Kanhemi, und die Rolle der Bibi-Khanum wird von Yulduz Rajabova verkörpert. Besondere Größe verleiht der Inszenierung die Mitwirkung des verdienten Chorkollektivs der Republik Usbekistan unter der Leitung von Gulnara Malikova, der Karnay-Surnai-Gruppe „Uzbegim“ unter der Leitung von Kamil Muminov sowie des Orchesters für Volksinstrumente unter der Leitung von Abdukarim Ashirmatov. Insgesamt sind mehr als 160 Künstler an der Inszenierung beteiligt. Die 1724 entstandene Oper „Tamerlano“, die 2024 ihr 300-jähriges Jubiläum feiert, ist eines der Schlüsselwerke Händels. Die Inszenierung beleuchtet die frühe Lebensphase von Amir Temur und bietet eine zeitgenössische künstlerische Interpretation der historischen Handlung durch die Verschmelzung musikalischer und kultureller Traditionen.
Das Kulturprogramm Usbekistans in Sankt Petersburg spiegelt eine konsequente staatliche Politik wider, die darauf abzielt, das kulturelle Erbe des Landes auf internationaler Ebene zu fördern, die interinstitutionelle Zusammenarbeit zu unterstützen und den globalen kulturellen Dialog zu entwickeln.
Roman Bondarchuk, UzA