Usbekistan und Russland vertiefen ihre strategische Zusammenarbeit
In Termez fand ein Expertentreffen statt, das vom Institut für strategische und regionale Studien beim Präsidenten der Republik Usbekistan und dem Valdai-Diskussionsclub organisiert wurde.
Anwesend waren Michail Galuzin, stellvertretender Außenminister der Russischen Föderation, Andrej Bystritskij, Vorstandsvorsitzender der Stiftung zur Entwicklung und Unterstützung des Valdai-Diskussionsclubs, Eldor Aripow, Direktor des Instituts für strategische und regionale Studien beim Präsidenten Usbekistans, Alexej Jerkow und Botir Asadow, Leiter der diplomatischen Vertretungen Russlands und Usbekistans, Ulugbek Qosimow, Der Bürgermeister der Region Surkhandarja sowie Vertreter von Experten- und Analysekreisen beider Länder.
Mikhail Galuzin, stellvertretender Außenminister der Russischen Föderation, betonte die strategische Bedeutung von Termez für die Entwicklung neuer Formate der regionalen Zusammenarbeit. Er beschrieb die Region Surkhandarja als „eine Oase, die die reiche alte Geschichte, die dynamische Entwicklung und die vielversprechenden Perspektiven des usbekischen Landes verkörpert“. Seiner Meinung nach ist das Internationale Handelszentrum in Termez von großer praktischer Bedeutung für eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft zwischen Unternehmern beider Länder.
Bei dem Treffen wurde besonderes Augenmerk auf den aktuellen Stand und die Perspektiven der Beziehungen zwischen Usbekistan und Russland gelegt.
Der Direktor des Instituts für strategische und regionale Studien, Eldor Aripov, stellte fest, dass sich die bilaterale Zusammenarbeit stetig verstärkt. Konkrete Ergebnisse bestätigen dies: Der Handelsumsatz hat sich von 4,2 auf fast 13 Milliarden US-Dollar mehr als verdreifacht. Das Volumen der getätigten russischen Investitionen nähert sich 5 Milliarden US-Dollar. Hunderte von gemeinsamen Projekten sind im Gange, darunter mehr als 200 regionale Initiativen im Wert von über 4 Milliarden US-Dollar.
Ihm zufolge findet ein Übergang vom Handel hin zu einer integrierten industriellen Zusammenarbeit, der Bildung von Wertschöpfungsketten und der Entwicklung technologischer Allianzen statt. In diesem Zusammenhang nannte er drei Hauptelemente der modernen Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und Russland: Stabilität – die bilateralen Beziehungen zeigen auch angesichts globaler Turbulenzen ein stetiges Wachstum und Flexibilität; strukturelle Reife – Übergang zu komplexen Formen der Interaktion, einschließlich gemeinsamer Investitionsplattformen und Technologiekette; Vorhersehbarkeit – ein hohes Maß an Vertrauen und politischem Dialog, bestätigt durch die Abhaltung von fünf hochrangigen Treffen und mehr als tausend gegenseitigen Besuchen seit 2017.
Bei dem Treffen wurde dem Bereich der regionalen Zusammenarbeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Direkte Kontakte zwischen Regionen, in denen Projekte in Industrie, Landwirtschaft und Innovation entwickelt werden, gewinnen zunehmend an Bedeutung. In diesem Zusammenhang wurde betont, dass die Erfahrungen der Republik Tatarstan, Russlands führendem Zentrum für Industrie und Innovation in den Bereichen Petrochemie, Maschinenbau, IT und Bildung, zusätzliche Möglichkeiten zur Vertiefung der interregionalen Zusammenarbeit eröffnen.
Projekte zur Schaffung von Technoparks in Chirchiq und Jizzakh unter Beteiligung von Himgrad, einer Zweigstelle der Föderalen Universität Kasan, sowie weitere Initiativen schaffen eine nachhaltige industrielle, technologische und bildungspolitische Basis für die Zusammenarbeit.
Während der Veranstaltung wurde die Entwicklung von Transport- und Logistikrouten als Schlüsselbereich für die weitere Zusammenarbeit identifiziert. Neben der Modernisierung der traditionellen Nordrouten wird eine Südroute durch Afghanistan zu den Häfen des Indischen Ozeans entwickelt. Diese Route gilt als strategische Chance zur Diversifizierung der Logistik, zur Senkung der Transportkosten und zum Eintritt in die milliardenschweren Märkte Südasiens.
Die besondere Rolle des Experten-Dialogs bei der Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit wurde auf dem Treffen hervorgehoben.
Andrey Bystritskiy, Vorstandsvorsitzender der Stiftung zur Entwicklung und Unterstützung des Valdai-Diskussionsclubs, stellte fest, dass die Beziehungen zwischen den beiden Ländern eine lange Geschichte haben und in der heutigen, sich rasch wandelnden Welt von besonderer Bedeutung sind. Um sie zu bewahren und zu stärken, ist es notwendig, globale und regionale Prozesse gemeinsam zu analysieren, koordinierte Ansätze zu entwickeln und den intellektuellen Austausch zu intensivieren.
Die Teilnehmer zeigten sich zuversichtlich, dass die Ergebnisse des Expertentreffens einen wichtigen Beitrag nicht nur zur Stärkung der Partnerschaft zwischen Usbekistan und Russland leisten werden, sondern auch zur Bildung einer umfassenderen, vernetzten und nachhaltigen Architektur im eurasischen Raum.
Kholmumin Mamatrayimov, UzA