Usbekistan startet neue Umweltinitiativen mit Schwerpunkt auf Investitionen in die Renaturierung
Im Rahmen der UN-Konferenz zur Bekämpfung der Wüstenbildung fand im usbekischen Nationalpavillon in Ulan-Bator eine Veranstaltung unter dem Titel „From Investment to Impact“ statt.
Die Teilnehmer erörterten Themen wie die Renaturierung von Flächen, die Stärkung der Klimaresilienz, die Förderung eines breiteren Einsatzes von Umweltlösungen sowie die effiziente Mobilisierung von Investitionen in diesen Bereichen.
An der Veranstaltung nahmen Aziz Abduhakimov, Berater des Präsidenten der Republik Usbekistan für Umweltfragen und Vorsitzender des Nationalen Komitees für Ökologie und Klimawandel, Dr. Tarifa Alzaabi, Generaldirektorin des Internationalen Zentrums für biosaline Landwirtschaft (ICBA), Professor Bakhtiyor Pulatov, Rektor der Green University, Dr. Marguba Rejapova, Postdoktorandin des ICBA CAC, sowie weitere Experten teil.

Herr Abduhakimov betonte, dass die Erfahrungen aus Karakalpakstan zeigen, dass gezielte Investitionen nachhaltige Auswirkungen haben können, die weit über ein einzelnes Projekt hinausreichen.
Im Jahr 2023 führte der Nationale Ausschuss für Ökologie und Klimawandel in Zusammenarbeit mit dem ICBA mit 5,1 Millionen US-Dollar aus dem Abu Dhabi Fund for Development ein Projekt zur Schaffung nachhaltiger landwirtschaftlicher Systeme in degradierten Bezirken Karakalpakstans durch.
Im Rahmen des Projekts wurden drei Demonstrationsstandorte eingerichtet, um klimaresistente Kulturpflanzen zu testen. Zudem wurden neue Methoden zur effizienten Nutzung von Boden- und Wasserressourcen sowie zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Landwirtschaft entwickelt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Projekt zu einem umfassenden System für den Austausch von Technologien und Wissen.

In den Jahren 2025–2026 unterstützte das Programm 4.144 Landwirte in allen Bezirken Karakalpakstans, wobei die Saatgutproduktion 20,9 Tonnen überstieg.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein Konzept zur Ausweitung der Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und dem ICBA vorgestellt.
Es wurde vorgeschlagen, an der Green University das „Central Asian Biosaline Agriculture and Climate Resilience Hub“ einzurichten. Dieses neue wissenschaftliche Zentrum wird Feldarbeit, Laborforschung, Kapazitätsaufbau und die praktische Anwendung innovativer Technologien miteinander verbinden. Ein Schwerpunkt wird die Schaffung eines spezialisierten Spirulina-Forschungslabors im Wert von 5 Millionen US-Dollar sein, das für die Analyse von Mikroalgen, Wasserressourcen und Bodenversalzung ausgerüstet ist. Es soll zudem als Ausbildungsstätte für Studierende, Nachwuchswissenschaftler und Landwirte dienen.

Ebenfalls vorgeschlagen wurde die Einrichtung eines „Drylands Project Lab“ an der Green University zur Förderung von Umwelt-Start-ups, wobei der Schwerpunkt auf Basisindikatoren, sozialen Schutzmaßnahmen, Leistungskennzahlen (KPIs) und Finanzierungsquellen liegt. Die erste internationale Entwicklergruppe soll 2027 ihre Arbeit aufnehmen und Experten aus Zentralasien, der Mongolei und anderen Trockengebieten umfassen.
Auf der Veranstaltung wurde zudem vorgeschlagen, einen regionalen Qualitätsstandard für die Landrenaturierung sowie ein System zur Überwachung, Berichterstattung und Überprüfung zu schaffen. Experten würden dabei nicht nur die Bodenbedeckung bewerten, sondern auch die Erholung der Vegetation, die Bodengesundheit, den Wasserhaushalt, die Produktivität und die sozioökonomischen Auswirkungen. Zunächst ist geplant, diese Methodik in 5 bis 10 Projekten erprobt zu werden.
Muhayyo Toshqorayeva, UzA