Javlon Vakhabov: Afghanistan sollte zu einem Mitgestalter des Regionalisierungsprozesses in Zentralasien werden
In Kabul fand das erste Think-Tank-Forum „Afghanistan – Zentralasien“ statt, das vom Zentrum für Strategische Studien des afghanischen Außenministeriums organisiert wurde.
An der Veranstaltung nahmen Leiter führender Think Tanks sowie Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft aus Zentralasien, Aserbaidschan und Afghanistan teil.

Das Forum befasste sich mit Themen wie der Stärkung des politischen Dialogs und der regionalen Stabilität, der Förderung der Handels- und Wirtschaftskooperation, der Verbesserung der Verkehrsanbindung und von Energieprojekten sowie dem Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft, Fachwissen, Kultur und humanitäre Hilfe.

In seiner Rede betonte der afghanische Außenminister Amir Khan Muttaqi, dass Kabul an einer Ausweitung der praktischen Zusammenarbeit mit den Ländern Zentralasiens und Aserbaidschans interessiert sei, vor allem in den Bereichen Handel, Verkehr, Energie, Wasser und Ernährungssicherheit.

Er erklärte, Afghanistan verstehe sich nicht nur als Nachbar, sondern auch als aktiver Akteur in regionalen Angelegenheiten, der als natürliche Brücke zwischen Zentral- und Südasien fungiere und sich auf die Förderung von Initiativen in den Bereichen Verkehr, Logistik und Energie konzentriere.

Javlon Vakhabov, Direktor des Internationalen Instituts für Zentralasien, betonte, dass Afghanistan im sich entwickelnden Großraum Zentralasien nicht als Randakteur, sondern als vollwertiger Teilnehmer und Mitgestalter regionaler Initiativen anerkannt werden sollte. Er wies darauf hin, dass die Stabilität und der wirtschaftliche Aufschwung Afghanistans entscheidend für den künftigen Fortschritt der gesamten Region seien.
Es wurde darauf hingewiesen, dass Logistik- und Energieprojekte wie der Trans-Afghanische Verkehrskorridor, TAPI, TAP und CASA-1000 Afghanistan von einem Transitraum zu einem vollwertigen Teilnehmer an der regionalen Produktion, am Verbrauch und an der industriellen Entwicklung machen können.

Im Bereich der Wasser- und Klimakooperation betonte der Direktor des IICA die Notwendigkeit, unter Einbeziehung Afghanistans einen rechtlichen und institutionellen Rahmen zu schaffen, sowie die Bedeutung des Dialogs im Zusammenhang mit dem Qosh-Tepa-Kanal, regelmäßiger technischer Konsultationen, des Datenaustauschs, der gemeinsamen Überwachung, der Gletscherforschung und der Entwicklung von Frühwarnsystemen auf regionaler und internationaler Ebene.
Abdul Hai Qanit, Generaldirektor der Abteilung für politische Angelegenheiten des afghanischen Außenministeriums, stellte fest, dass die konsequente Umsetzung von Verkehrs- und Handelsinitiativen den Interessen aller Länder der Region entspricht und die Grundlage für eine langfristige, für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft zwischen Afghanistan und den zentralasiatischen Staaten bildet.
Im Anschluss an das Forum betonten die Teilnehmer die Notwendigkeit, den Fachdialog zu intensivieren, um regionale Abkommen umzusetzen, gemeinsame Forschungsprojekte zu unterstützen und koordinierte Strategien in den Bereichen Sicherheit, Konnektivität, Wasser, Klimakooperation und nachhaltige Entwicklung zu entwickeln.
G. Khonnazarov, UzA