Samarkand-Dialog: Junge Parlamentarier aus aller Welt – vereint für Recht, Gerechtigkeit und eine vielversprechende Zukunft
In Samarkand kamen junge Parlamentarier aus verschiedenen Ländern zusammen, die eine gemeinsame Überzeugung teilten: Es reicht nicht mehr aus, Entscheidungen über die Jugend zu treffen. Sie müssen auch aktive Mitgestalter dieser Entscheidungen sein.
In einer herausfordernden Zeit, in der Menschenrechte, Gerechtigkeit und Menschenwürde auf eine harte Probe gestellt werden, sind die Stimme, die Initiative und das politische Engagement junger Menschen wichtiger denn je.
Auf Initiative des usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev fand vom 4. bis 6. September 2026 in der antiken Stadt Samarkand die 12. Weltkonferenz junger Parlamentarier der Interparlamentarischen Union (IPU) statt.

An der Konferenz nahmen rund 250 Delegierte teil, darunter junge Parlamentarier aus 60 Ländern, Vertreter von 13 internationalen Organisationen, Senatoren, Abgeordnete, Mitglieder staatlicher und öffentlicher Organisationen, Jugendliche sowie Medienvertreter. Im Mittelpunkt stand das Thema „Wiederherstellung von Menschenrechten, Gerechtigkeit und Würde für alle in turbulenten Zeiten“.
Diese Plattform bot außergewöhnliche Möglichkeiten für den Dialog. Drei Tage lang wurde Samarkand zu einem wichtigen internationalen Forum, auf dem junge Parlamentarier ihre Erfahrungen und Herausforderungen austauschten, gemeinsam an Lösungen für globale Probleme arbeiteten und – was entscheidend war – die Verantwortung und Rolle der Jugend bei der Bewältigung dieser Probleme umrissen.
Die Glückwunschbotschaft des Präsidenten Usbekistans an die Konferenzteilnehmer verlieh der Veranstaltung besonderes politisches Gewicht. Darin wurde die Notwendigkeit praktischer Strategien zum Schutz der Rechte und Interessen der Jugend, zur Förderung wirksamer Initiativen und zur Stärkung der interparlamentarischen Zusammenarbeit hervorgehoben.
In ihrer Rede betonte Tanzila Narbayeva, Vorsitzende des Senats des Oliy Majlis der Republik Usbekistan, die Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels im Umgang mit jungen Menschen. Mit anderen Worten: Jugendliche sollten nicht Gegenstand der Politik sein, sondern Mitgestalter von Entscheidungen. Dies erfordert die systematische Einbeziehung junger Menschen nicht nur in Diskussionen, sondern auch in die Gestaltung von Gesetzen, Haushaltsentscheidungen und der staatlichen Politik.
Der Kern dieses Ansatzes besteht darin, dass es nicht ausreicht, die Rechte junger Menschen lediglich anzuerkennen. Es ist notwendig, ihre Rechte in echte Chancen umzuwandeln, klare Mechanismen für ihre politische Teilhabe zu schaffen und verabschiedete internationale Dokumente in der nationalen Praxis wirksam umzusetzen.
Das antike Samarkand wurde zum Ort, an dem diese Ideen zusammenliefen. Junge Parlamentarier aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven waren durch das gemeinsame Ziel vereint, ein menschenwürdiges Leben, Gerechtigkeit und eine nachhaltige Zukunft für alle Menschen zu schaffen.
IPU-Präsidentin Tulia Ackson betonte, dass junge Parlamentarier kompromisslos gegen Menschenrechtsverletzungen Stellung beziehen und die Themen Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht mutig von der parlamentarischen Tribüne aus ansprechen müssen. IPU-Generalsekretär Martin Chungong stellte fest, dass eine breite Einbindung der Jugend in Entscheidungsprozesse eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung wirksamer Politik sei.
Felipe Paullier, stellvertretender Generalsekretär der Vereinten Nationen für Jugendangelegenheiten und Leiter des UN-Jugendbüros, hob ebenfalls die praktische Bedeutung der Samarkand-Dialoge hervor. Er erklärte, die Konferenz eröffne neue Möglichkeiten für die Entwicklung effektiverer Institutionen, indem sie die besten Ideen und Erfahrungen verschiedener Generationen zusammenführe.
Die Tagesordnung der Konferenz verdeutlichte eindrucksvoll das Ausmaß der Herausforderungen, denen sich die Jugend von heute gegenübersieht. Sie umfasste ausführliche Diskussionen zu Themen wie den Rechten junger Menschen in Konflikten, digitaler Sicherheit und digitalen Rechten, Klimawandel, menschenwürdiger Arbeit und Beschäftigung, der politischen Teilhabe von jungen Menschen und Frauen sowie Gewaltprävention.
Ein zentraler Punkt der Diskussionen war, dass junge Menschen in der heutigen Welt globale Veränderungen nicht nur beobachten, sondern aktiv an diesen Prozessen mitwirken und sie mitgestalten sollten.
Aus dieser Perspektive werden Themen wie der verantwortungsvolle Umgang mit der digitalen Transformation und künstlicher Intelligenz, die Bekämpfung des Klimawandels und die Sicherung von Arbeitsplätzen für junge Menschen Teil der heutigen politischen Agenda und sind nicht mehr nur eine Angelegenheit für zukünftige Generationen.
An den offenen Dialogen und Podiumsdiskussionen der Konferenz nahmen unter anderem Mitglieder von Parlamenten, der UNO, der IPU, zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie Experten teil. Eine eigene Sitzung konzentrierte sich auf die Rolle der Parlamente bei der Erreichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), wobei die Teilnehmer die Möglichkeiten der Legislative zur Förderung nationaler Entwicklungsziele erörterten.
Die Gespräche zwischen dem Senat Usbekistans und internationalen Organisationen während der Konferenz legten zudem eine wichtige Grundlage für neue Initiativen. Im Mittelpunkt der Treffen standen die Stärkung der parlamentarischen Diplomatie, die Ausweitung der Beteiligung junger Menschen an Entscheidungsprozessen, der Ausbau der Aktivitäten von Jugendparlamenten sowie die Intensivierung des internationalen Erfahrungsaustauschs.
Dieser Prozess unterstrich zudem die beständige Weiterentwicklung der Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und der IPU. Die 150. Jubiläumsversammlung der IPU in Taschkent im Jahr 2025 und die Ausrichtung einer Reihe renommierter parlamentarischer Veranstaltungen durch das Land zeugen davon, dass diese Zusammenarbeit eine neue Ebene erreicht hat.
Eines der wichtigsten Ergebnisse der Konferenz in Samarkand war die Umsetzung der Diskussionen in ein konkretes Dokument. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde das Abschlussdokument der Globalen Konferenz von Samarkand verabschiedet, das auf den angesprochenen Themen sowie den vorgelegten Vorschlägen und Initiativen basiert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der dreitägige globale Dialog in Samarkand mehr war als nur ein Treffen junger Parlamentarier. Er war ein bedeutender Schritt zur Entwicklung neuer Ansätze für die politische Teilhabe junger Menschen, für Menschenrechte und Gerechtigkeit sowie zur Stärkung der Zusammenarbeit bei der Verfolgung gemeinsamer Ziele.
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Norgul Abduraimova, Fotos: Alisher Isroilov, UzA