Usbekistan – Saudi-Arabien: Eine neue Etappe der Investitionsdiplomatie und geoökonomischen Strategie
Das Treffen von Präsident Shavkat Mirziyoyev, das der Überprüfung der Umsetzung großer Investitionsprojekte mit Saudi-Arabien gewidmet war, war ein deutlicher Ausdruck der Wirtschaftsdiplomatie, einem Schlüsselbereich der modernen Außenpolitik.
Die bei dem Treffen besprochenen Projekte in strategischen Bereichen wie Infrastruktur, Energie, Gesundheitswesen und Informationstechnologie zeugen von dem Wunsch, die Integration Usbekistans in das globale Wirtschaftssystem zu beschleunigen.
Der Dialogteilnehmer Mohammad Abunayyan, Gründer und Vorstandsvorsitzender von ACWA, ist einer der größten Investoren im Bereich der globalen Energie- und Wasserressourcen. Mit 40 Jahren Erfahrung spielt er eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung von Projekten in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasserentsalzung und grüner Wasserstoff. Sein Unternehmen ist im Nahen Osten, in Afrika und in Zentralasien tätig und realisiert Energieprojekte im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar. In Usbekistan ist ACWA Power einer der wichtigsten Investoren in Projekte für grüne Energie und Infrastruktur.
Saudi-Arabien ist ein bedeutender Kapitalexporteur und ein Wirtschaftszentrum, während Usbekistan ein aufstrebender Markt ist, der Investitionen benötigt, wodurch ein für beide Seiten vorteilhaftes Kooperationsmodell entsteht. Dieser Prozess trägt zur Stärkung der multivektoriellen außenpolitischen Strategie des Landes bei. Mit anderen Worten: Das Land strebt nach geoökonomischer Diversifizierung und baut die Zusammenarbeit nicht nur mit traditionellen Partnern, sondern auch mit Ländern im Nahen Osten aus. Diese Zusammenarbeit ist von großer wirtschaftlicher und politischer Bedeutung. Insbesondere die Gewinnung ausländischer Investitionen in strategischen Industriezweigen deutet auf einen Übergang von einem geschlossenen Modell der staatlichen Wirtschaftssteuerung zu einem offeneren, hybriden System hin. Dies spiegelt einen Kurs in Richtung Liberalisierung der Wirtschaft und Vertiefung der internationalen Integration wider. Gleichzeitig sind solche Treffen aus innenpolitischer Sicht wichtig, da sie Wirtschaftswachstum, eine Beschleunigung der Investitionsströme und die Schaffung von Arbeitsplätzen demonstrieren.
Gavharshodbegim Kholmatova,
Doktorandin am Institut für Internationale Beziehungen,
Staatliche Universität für Orientalistik in Taschkent