Tschechien – ein strategisches Tor nach Europa
Nach dem Besuch…
Tschechien nimmt auf der globalen Industriekarte einen wichtigen Platz ein. Unternehmen, die tschechische Technologien und Anlagen einsetzen, stellen Qualität und Präzision in den Vordergrund. Gerade jetzt, da Usbekistan seine Industrie modernisiert, brauchen wir genau solche Partner mit einer gut entwickelten Ingenieurskultur.
Dank der Politik der Offenheit und der aktiven Diplomatie des Neuen Usbekistan erhalten die Beziehungen zu den fortgeschrittenen Ländern eine neue Bedeutung. Die Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik geht mittlerweile über einfache Handelsgeschäfte hinaus und entwickelt sich zu einer tiefgreifenden technologischen Partnerschaft. Trotz der geografischen Entfernung sind wir uns in unseren Zielen und Bestrebungen nahe.
Die Beziehungen zur Tschechischen Republik – einem wirtschaftlichen Motor Mitteleuropas – dienen als solide Brücke, um einheimische Produkte auf den Markt der Europäischen Union zu bringen.
Die offizielle Begrüßungszeremonie für den tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš in der Kuksaroy-Residenz am 30. April dieses Jahres sowie die Gespräche auf hoher Ebene waren ein praktischer Ausdruck des Bestrebens, die Partnerschaft zu stärken. Der aufrichtige Dialog zwischen den Staatschefs und das umfangreiche Paket unterzeichneter Dokumente markierten den Beginn einer neuen Ära in den usbekisch-tschechischen Beziehungen.
Über die praktischen Ergebnisse und die strategische Bedeutung des Besuchs sprachen wir mit Amir Sultonov, dem Leiter der Abteilung für Vertragsrecht im Außenministerium der Republik Usbekistan.
– Wie werden sich die nach den Gesprächen unterzeichneten Dokumente auf die Zukunft der bilateralen Beziehungen auswirken?
– Die erzielten Vereinbarungen dienen als politische Grundlage für die Neugestaltung der Zusammenarbeit und den Schritt über den Rahmen der traditionellen Zusammenarbeit hinaus. Die Hauptpriorität ist der Aufbau einer stabilen und berechenbaren Partnerschaft.
So ebnet beispielsweise das Abkommen über Normung und Messtechnik den Weg für den Zugang einheimischer Produkte zum europäischen Markt und dient als „technologischer Pass“. Die Aufgabe besteht weniger darin, ausländische Produkte zu importieren, als vielmehr darin, lokale Marken zu fördern, indem ihre Konformität mit den strengen Standards der Europäischen Union sichergestellt wird. Dieser Entwicklungsweg ist von grundlegender Bedeutung für die Stärkung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit.
– Während des Besuchs wurde besonderes Augenmerk auf den Abschluss eines Vertrags mit Škoda sowie auf Projekte im Bergbau gelegt. Könnten Sie bitte zu diesen Vereinbarungen Stellung nehmen?
– Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Zusammenarbeit über den bloßen Kauf von Ausrüstung hinausgeht. Wir bewegen uns weg von einem Modell des direkten Konsums hin zu einer tiefgreifenden industriellen Zusammenarbeit. Das Hauptziel besteht nicht einfach darin, Ausrüstung zu importieren, sondern Bedingungen für die Lokalisierung der Produktion komplexer Komponenten und Baugruppen direkt in Usbekistan zu schaffen. Dies wird es ermöglichen, eine neue Generation von Ingenieuren auszubilden, die in der Lage sind, mit westlichen Technologien zu arbeiten.
Was den Bergbausektor betrifft, so stimmen die Interessen Usbekistans und der Tschechischen Republik bei der Modernisierung der Rohstoffbasis überein. Wir benötigen nicht nur Ausrüstung, sondern auch moderne, umweltverträgliche Methoden zur Bodennutzung und Systeme zur Weiterverarbeitung von Rohstoffen. Ein solcher Ansatz bildet die Grundlage unserer Strategie, uns von der Rolle eines Rohstofflieferanten zu lösen und zu einer Wirtschaft überzugehen, die Produkte mit hoher Wertschöpfung herstellt. Jede Vereinbarung trägt zu echter wirtschaftlicher Souveränität und zum Wohlstand der Bürger bei.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein konsequenter diplomatischer Ansatz und für beide Seiten vorteilhafte Projekte Usbekistan und die Tschechische Republik trotz ihrer geografischen Entfernung deutlich näher zusammengebracht haben. Die unterzeichneten Dokumente werden die innovative Entwicklung der Industrie und das nachhaltige Wirtschaftswachstum in beiden Ländern unterstützen.
Interview geführt von Ikrom Avvalboyev, UzA