Neue Aufgaben zur Entwicklung von Karakalpakstan und zur Verbesserung des Wohlergehens der Bevölkerung
Am 19. September leitete Präsident Shavkat Mirziyoyev in Nukus eine Sitzung, bei der es um die sozioökonomische Entwicklung von Karakalpakstan ging.
In den letzten Jahren erhielt die Region umfangreiche Mittel für die Entwicklung sowie besondere Anreize und günstige Rahmenbedingungen. Die Körperschafts-, Grund- und Vermögenssteuern wurden halbiert, die Stromtarife für Industrieunternehmen um 15 Prozent gesenkt und der Sozialsteuersatz auf 1 Prozent festgelegt. Im vergangenen Jahr zog die Region Investitionen in Höhe von 1,7 Milliarden US-Dollar an – das 22-Fache des Betrags aus dem Jahr 2021. In der ersten Hälfte dieses Jahres wuchs die Wirtschaft um 10,2 Prozent, womit Karakalpakstan nach Taschkent an zweiter Stelle steht.
Eine stabile Energieversorgung spielt bei diesen Veränderungen eine Schlüsselrolle. In den letzten Jahren wurden 860 Megawatt neue Erzeugungskapazität in Betrieb genommen. Mit dem Bau von Windkraftanlagen in den Bezirken Beruniy und Qorauzak macht grüne Energie nun 23 Prozent aus. Die Stromerzeugung hat sich auf 5,33 Milliarden Kilowattstunden vervierfacht. Das entspricht fast dem Dreifachen des jährlichen Verbrauchs von Haushalten und Unternehmen.

Während des Besuchs wurde mit dem Bau von 47 Projekten im Gesamtwert von 7 Milliarden US-Dollar begonnen. Insbesondere wird im Bezirk Kungrad ein 1.500-Megawatt-Windkraftwerk im Wert von 2,6 Milliarden US-Dollar errichtet. Im Rahmen des Projekts werden 1.500 Kilometer Hochspannungsleitungen verlegt und drei 500-Kilovolt-Umspannwerke errichtet. Bis 2030 sollen Windkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 3.300 Megawatt in Betrieb genommen werden, der Anteil grüner Energie soll auf 76 Prozent steigen, und es ist eine Energiespeicherkapazität von 400 Megawatt geplant.

Auch im Bereich Verkehr und soziale Infrastruktur sind Großprojekte im Gange. Im Bezirk Bozatau wurde ein Sanatorium in Betrieb genommen, in Nukus ein Onkologie- und Radiologiezentrum, im Bezirk Kungrad ein Kinderkrankenhaus und eine Entbindungsklinik, in den Bezirken Amudarya und Turtkul Amphitheater sowie in Nukus ein Turnzentrum und eine Zweigstelle des Konservatoriums.
Auf einem 240 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn A-380 durch den Bezirk Kungrad wurde für 384 Millionen US-Dollar eine Betonfahrbahn verlegt. Außerdem wurde mit dem Bau eines weiteren 92 Kilometer langen Abschnitts durch die Bezirke Turtkul, Ellikkala und Beruniy begonnen, dessen Wert auf 233 Millionen US-Dollar geschätzt wird. Dadurch wird sich der Transitverkehr um das 1,5-Fache erhöhen, und die Lieferzeit für Güter von Turtkul zur Grenze mit Kasachstan wird von 24 auf 10 Stunden verkürzt. Ab März nächsten Jahres wird eine Hochgeschwindigkeitszugverbindung zwischen Taschkent und Nukus in Betrieb genommen, wodurch sich die Fahrzeit von 16 auf 7 Stunden verkürzt. Zudem werden die Arbeiten zum Umbau der Wasseraufbereitungsanlage Tuyamuyin sowie zum Bau einer 100 Kilometer langen Wasserleitung von Kungrad nach Muynak beginnen.

Bei dem Treffen wurde besonderes Augenmerk auf die Nutzung der verfügbaren Land-, Mineral- und Energieressourcen zur Herstellung von Produkten mit hoher Wertschöpfung gelegt. Auf der Grundlage des Prinzips „Von den Ressourcen zum Fertigprodukt“ soll eine neue Industrie- und Investitionskarte entwickelt werden. Der Korridor Kungrad – Qorauzak – Takhiatash soll in einen grünen Industriekorridor umgewandelt werden – ein Dreieck der Wissenswirtschaft.

In der für die Entwicklung von künstlicher Intelligenz und Rechenzentren eingerichteten Sonderzone sollen sechs Projekte im Gesamtwert von 8 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden. Es wurden Anweisungen erteilt, ein Fünfjahresprogramm zu entwickeln und Investoren eine stabile Stromversorgungskapazität von 1 Gigawatt zur Verfügung zu stellen.
Es wurden Ziele festgelegt, in den nächsten drei Jahren 1.500 hochbezahlte Arbeitsplätze in Nukus, Kungrad, Qorauzak und Takhiatash zu schaffen sowie die jährlichen Exporte von Cloud-Technologien und künstlicher Intelligenz auf 600 Millionen US-Dollar zu steigern.

Es wurde angemerkt, dass die Umwandlung grüner Energie in Emissionszertifikate jährliche Einnahmen in Höhe von 50 bis 100 Millionen US-Dollar generieren könnte.
Es wurde angeordnet, diesen Mechanismus innerhalb eines Monats einzuführen und Verhandlungen mit den wichtigsten Importländern zu führen. Die Erlöse aus dem Export von Emissionszertifikaten werden die für den Ausbau der Infrastruktur bereitgestellten Mittel ergänzen und in Karakalpakstan verbleiben. Bis zum Jahresende soll im Gebiet des Aralsees auf einer Fläche von 50.000 Hektar ein Programm für „Wald-Emissionszertifikate“ gestartet werden.

Es wurde festgestellt, dass geologische Erkundungen bisher nur 20 Prozent des Gebiets der Region abgedeckt haben und Investoren keine umfassenden Informationen über Rohstoffreserven erhalten haben. Es wurde die Aufgabe gestellt, innerhalb eines Monats einen Cluster für den Goldabbau und die Goldverarbeitung zu etablieren, der 1.000 Arbeitsplätze schaffen soll, ein umfassendes geologisches Erkundungsprogramm zu entwickeln und die Mineralreserven in bestehenden Lagerstätten neu zu bewerten.
Auf Bezirksebene werden Projekte im Wert von mindestens 150 Millionen US-Dollar in der Textil- und Lederindustrie, 200 Millionen US-Dollar in der Elektrotechnikindustrie, 100 Millionen US-Dollar in der Herstellung energieeffizienter Baumaterialien, 120 Millionen US-Dollar im Bereich Automobilkomponenten und 50 Millionen US-Dollar in der Arzneimittelindustrie gestartet.

Im Bezirk Takhtakupyr wird in Zusammenarbeit mit dem italienischen Unternehmen Bonifica Ferrarizi ein Projekt im Wert von 50 Millionen US-Dollar gestartet. Im Rahmen des Projekts sollen auf 2.000 Hektar Tomaten und Getreide angebaut, tiefverarbeitet und nach Europa exportiert werden.
Es wurde angeordnet, in jedem Bezirk Investitionspräsentationen abzuhalten und unter Beteiligung der regionalen Bürgermeister mit der Umsetzung von Projekten zu beginnen, die 2.000 bis 3.000 hochbezahlte Arbeitsplätze schaffen werden. Als Ziel wurde festgelegt, im nächsten Jahr Investitionen in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar nach Karakalpakstan zu holen.

Um die Beschäftigung und die Haushaltseinkommen zu steigern, werden die Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung für unternehmerische Initiativen ausgeweitet.
Zuverlässigen Bankkunden wird eine Kreditlinie in Höhe von 300 Milliarden UZS zu einem Zinssatz von 16 Prozent zur Verfügung stehen. Die Gesellschaft zur Förderung des Unternehmertums übernimmt 4 Prozentpunkte des Zinssatzes, wodurch sich dieser für Unternehmer auf 12 Prozent senkt.

Der Zinssatz für Kredite zur Förderung des familiären Unternehmertums wird von 17,5 Prozent auf 12 Prozent gesenkt. Im nächsten Jahr wird das Mittelvolumen verdoppelt, wobei 100 Millionen US-Dollar für „Leitprojekte“ bereitgestellt werden. Diese Mittel sollen Einkommensmöglichkeiten für mindestens 50.000 Menschen schaffen. Weitere 100 Milliarden UZS werden bereitgestellt, um in jedem Bezirk zwei zusätzliche Projekte zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums und zur Steigerung der Beschäftigung umzusetzen. Dadurch werden Einkommensmöglichkeiten für 10.000 Menschen geschaffen.
Es wurde darauf hingewiesen, dass die vollständige Ausschöpfung des Potenzials des Agrarsektors in erster Linie von der Verringerung der Wasserverluste abhängt. Für die Bewässerung von 417.000 Hektar in der Region werden 5,7 Milliarden Kubikmeter Wasser benötigt. Gleichzeitig belaufen sich die Verluste auf 38 Prozent, was 2,1 Milliarden Kubikmetern entspricht.
Insgesamt werden 135 Milliarden UZS für die Betonierung des Yonbosh-Kanals im Bezirk Turtkul und des Erkindarya-Kanals im Bezirk Bozatau sowie für den Bau von Wasserbauanlagen und artesischen Brunnen bereitgestellt. Die Aufgabe bestand darin, die Betonierung der beiden Kanäle bis zum 1. März abzuschließen, auf 17.000 Hektar Futterpflanzen anzubauen und im nächsten Jahr Einkommensmöglichkeiten für 2.000 Menschen zu schaffen. Das Volumen der für die Modernisierung von Wasserwirtschaftsanlagen eingeworbenen Fördermittel wird auf 100 Millionen US-Dollar steigen. Bis zum 1. April werden 59 Wasserpumpen in Karakalpakstan und 200 Pumpen in anderen Regionen modernisiert.
Zur Stärkung der Futtermittelbasis für die Viehhaltung werden ungenutzte Weiden und Grundstücke produktiv genutzt. In den Bezirken Kungrad, Beruniy und Chimbay werden derzeit 2.000 Hektar Land renaturiert; weitere 5.000 Hektar sollen im nächsten Jahr erschlossen werden.
Im Bezirk Bozatau werden 100 Milliarden UZS bereitgestellt, um 7.500 Hektar Land für den Futteranbau wiederherzustellen. Für den Futterpflanzenanbau wird eine Beihilfe von 500.000 UZS pro Hektar gewährt.
Ein Vorschlag zur Aufstockung der Kreditvergabe für große Viehzuchtkomplexe auf 50 Milliarden UZS wurde genehmigt. Für per Luftfracht transportierte Zuchtbullen wird eine Beihilfe in Höhe von 10 Prozent ihrer Kosten, maximal 4 Millionen UZS pro Tier, gewährt.
Es wurde die Aufgabe gestellt, innerhalb eines Monats Projekte zur Errichtung von Viehzuchtkomplexen für mindestens 100.000 Stück Vieh zu entwickeln.
Im Bezirk Takhtakupyr wird die Futtermittelproduktion nach dem Vorbild der Erfahrungen aus Xinjiang organisiert, wobei 5.000 Schafe und Ziegen importiert werden sollen. Bis zum Jahresende sind Projekte mit einer Fläche von 10.000 bis 15.000 Hektar geplant, und es soll eine jährliche Produktion von 100.000 Schafen und Ziegen erreicht werden. Es wurde die Aufgabe gestellt, die Kapazität des Unternehmens „Kegayli Nasli Parranda“ um das Zwei- bis Dreifache zu erhöhen, es in eine Holdinggesellschaft umzuwandeln und Kurse zur Geflügelzucht an der Fachhochschule einzurichten.
Im Gartenbau wird ein Dreijahresprogramm umgesetzt, um auf 30.000 Hektar Plantagen mit salztoleranten Pflaumensorten und spät reifenden Aprikosen anzulegen. Die Arbeiten auf 10.000 Hektar beginnen noch in diesem Jahr. Den Regionen werden Grundstücke zugewiesen und eine gesicherte Wasserversorgung, an die lokalen klimatischen Bedingungen angepasste Setzlinge sowie geeignete Technologien bereitgestellt.
Erfahrene Landwirte und Agrarwissenschaftler werden hinzugezogen, und es werden Verarbeitungsanlagen errichtet. Diese Maßnahmen sollen innerhalb von drei Jahren 20.000 Arbeitsplätze schaffen und die Obstexporte auf mindestens 500 Millionen US-Dollar steigern.
Ab dem kommenden Frühjahr werden im Bezirk Nukus auf 10.000 Hektar Melonen angebaut. Führende Sorten und Fachleute aus Spanien, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden und China werden hinzugezogen, und es wird eine Holdinggesellschaft gegründet, die die Erzeugnisse verarbeitet und exportiert. Die örtliche Fachschule wird mit einem Labor und einem Versuchsgelände ausgestattet und in ein methodisches Zentrum umgewandelt, um Fachwissen zum Melonenanbau weiterzugeben.
Bei dem Treffen wurden auch Fragen zur Schaffung eines angenehmen städtischen und mahalla-bezogenen Umfelds für die Bewohner erörtert. Im Gebiet Ashshikol von Nukus hat der Bau der Stadt Nukus begonnen, die für 50.000 Einwohner ausgelegt ist. Das Projekt umfasst energieeffiziente Gebäude, Geschäfts-, Handels- und Dienstleistungszentren sowie begrünte Promenaden auf einer Fläche von 270 Hektar.
Die Mahallas Nur und Elobod in Nukus sollen nach dem Vorbild des Mahallas Qichqiriq saniert werden. In Kegeyli haben die Arbeiten begonnen, einen 3,5 Kilometer langen Entwässerungskanal zu überdecken und 100 Versorgungseinrichtungen sowie 320 Arbeitsplätze zu schaffen. Die Bürgermeister wurden angewiesen, bis zum Navruz ähnliche Projekte umzusetzen, darunter jeweils ein Mahalla und eine Hauptstraße in ihren jeweiligen Bezirken.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Ausbildung junger Menschen in modernen Berufen gelegt. Es wurde die Aufgabe gestellt, innerhalb eines Jahres 1.000 jungen Menschen gut bezahlte Arbeitsplätze in den Bereichen Informationstechnologie und Logistik zu verschaffen und in den folgenden zwei Jahren weitere 5.000 junge Männer und Frauen. Zudem wurde angeordnet, mindestens 10 talentierte Landsleute einzubinden, um junge Menschen in abgelegenen Bezirken in Informationstechnologie auszubilden und entsprechende Projekte zu starten.
Am Technischen College Nr. 1 in Nukus wurde das internationale Pearson-BTEC-Programm eingeführt, dessen Absolventen Berufsabschlüsse erhalten, die in 70 Ländern anerkannt sind. Das College stellt 37 Arten von Kompaktgeräten her und bildet junge Menschen im Bereich Mess- und Regeltechnik aus. Ab dem nächsten Jahr wird dieses Programm an je einem Technischen College in den Bezirken Amudarya, Beruniy, Chimbay und Kungrad eingeführt. Ab dem 1. Oktober wird der Betrag der für den Kauf von Werkzeugen und Ausrüstung verfügbaren Darlehen von 20 Millionen auf 50 Millionen UZS erhöht, und die Altersgrenze für den Erhalt einer Erstattung der Berufsausbildungskosten im Rahmen des „Meister-Lehrling“-Systems wird von 30 auf 40 Jahre angehoben.
Es wurde festgestellt, dass die Vorschulbesuchsquote 84 Prozent erreicht hat, obwohl die Zahl in sieben Bezirken weiterhin niedrig ist. Unternehmer, die in Karakalpakstan private Kindergärten eröffnen, erhalten Darlehen zu einem Zinssatz von 7 Prozent pro Jahr mit einer Laufzeit von 15 Jahren, einschließlich einer fünfjährigen tilgungsfreien Zeit.
Das Angebot an hochtechnologischen medizinischen Leistungen wird erweitert. In Nukus werden Leber- und Nierentransplantationen durchgeführt, und das Kinderkrankenhaus der Aralsee-Region bietet 150 Arten von hochtechnologischen medizinischen Leistungen an. In diesem Jahr wurden 1.500 komplexe chirurgische Eingriffe durchgeführt. Eine Krankenversicherung wurde eingeführt, und medizinische Einrichtungen wurden mit Geräten im Wert von 10 Millionen US-Dollar ausgestattet.
Die Medizinische Forschungsakademie Nukus, die Kinderklinik, das Onkologiezentrum und das neue multidisziplinäre Krankenhaus werden in einen universitären medizinischen Cluster integriert. Mit Wirkung zum 1. Januar wird die monatliche Zulage von bis zu 200 Prozent, die derzeit Ärzten in Muynak gewährt wird, auch auf die Bezirke Bozatau und Takhtakupyr ausgeweitet.
Der Präsident betonte, wie wichtig es sei, die Erfahrung der Mahalla-Ältesten, die Energie der jungen Menschen und die Eigeninitiative der Einwohner zu bündeln, um in jeder Stadt und jedem Aul angenehme Lebensbedingungen zu schaffen. Es wurde darauf hingewiesen, dass Amtsträger ihre Arbeit damit beginnen sollten, vor Ort zu gehen und mit den Einwohnern ins Gespräch zu kommen, während Sauberkeit und Verbesserungen Teil der Alltagskultur werden sollten.
Es wurde vorgeschlagen, im nächsten Jahr den 200. Geburtstag von Berdakh Kargabay uly, dem großen Sohn des karakalpakischen Volkes, einem Dichter und Denker, gebührend zu feiern.
Der Präsident betonte, dass die weisen Worte des Dichters: „Diene stets dem Volk, denke nicht an dich selbst, kümmere dich um die Menschen“, auch heute noch aktuell sind. Es wurde angeordnet, innerhalb eines Monats ein Programm zu entwickeln, um das wissenschaftliche und kreative Erbe des Dichters zu erforschen, zu digitalisieren, zu bewahren und unter jungen Menschen bekannt zu machen.
Im Anschluss an die Sitzung wurden Berichte von regionalen und sektoralen Führungskräften angehört, gefolgt von einem Dialog mit Vertretern der Öffentlichkeit Karakalpakstans.
Daraufhin beendete der Präsident seinen Besuch in Karakalpakstan und kehrte nach Taschkent zurück.
UzA