Die Beziehungen zwischen Usbekistan und Kasachstan stehen im Fokus der Experten
Regelmäßige hochrangige Dialoge tragen zur Vertiefung der strategischen Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und Kasachstan bei.
Auf dem jüngsten Gipfeltreffen wurde das Ziel festgelegt, das gegenseitige Handelsvolumen auf 10 Milliarden US-Dollar zu steigern.
Derzeit diskutieren Experten beider Länder intensiv über mögliche Wege und Mechanismen zur Erreichung dieses Ziels.
Mukhtor Nazirov, außerordentlicher Professor an der Internationalen Islamischen Akademie Usbekistans, und Valery Sitenko, leitender Experte am Institut für Außenpolitikforschung (FPRI) des Außenministeriums der Republik Kasachstan, äußerten sich zur aktuellen Lage der bilateralen Beziehungen und zur geopolitischen Situation in Zentralasien.

Valery Sitenko:
– Unter den gegenwärtigen Bedingungen scheint es machbar, das Handelsvolumen auf 10 Milliarden US-Dollar zu steigern.
Heute ist ein wachsendes globales Interesse an Zentralasien zu beobachten. Dies ist auf geopolitische Veränderungen zurückzuführen. Die Region verfügt über ein enormes politisches und wirtschaftliches Potenzial.
Es sei darauf hingewiesen, dass Usbekistan und Kasachstan die Haupttreiber des Integrationsprozesses in der Region sind.
Kürzlich fand in Khiwa ein Forum statt, an dem Analysten aus zentralasiatischen Ländern und Deutschland teilnahmen und bei dem fünf Schwerpunktbereiche für die Entwicklung der regionalen Integration identifiziert wurden: die Öffnung regionaler Institutionen, die Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums, die Verbesserung der Verkehrskorridore, die Koordinierung der Außenpolitik und die Bildung einer regionalen Identität.
In Khiwa wurde zudem ein neuer Mechanismus für den Experten-Dialog zwischen Deutschland und Zentralasien eingerichtet. Diese Treffen finden regelmäßig statt. Das nächste Treffen wird in Kasachstan stattfinden.

Mukhtor Nazirov:
– Usbekistan und Kasachstan verfügen über eine ausreichende wirtschaftliche Basis, um die 10-Milliarden-Dollar-Marke zu erreichen. So hat beispielsweise der gegenseitige Handelsumsatz in den letzten Jahren 4 Milliarden Dollar überschritten. Diese Daten deuten darauf hin, dass die Handelsbeziehungen in eine Phase der nachhaltigen Entwicklung übergehen, das gegenseitige Vertrauen stärken und die wirtschaftliche Integration vertiefen.
Das Hauptmerkmal des Bukhara-Dialogs ist das Vorhandensein einer „praktischen Agenda“. Kooperationsprojekte in den Bereichen Automobil, Logistik, Energie und Baustoffe bringen die Beziehungen auf die Stufe der industriellen Integration.
Mehr als 1.000 Joint Ventures, die derzeit in den beiden Ländern tätig sind, decken die Bereiche Industrie, Landwirtschaft, Baustoffe und Dienstleistungen ab. Neue Initiativen in den Bereichen Chemie, Geologie und der Herstellung von Automobilkomponenten deuten auf eine weitere Vertiefung der Partnerschaft hin.
Der Entwicklung der industriellen Zusammenarbeit wird große Aufmerksamkeit gewidmet. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Herstellung von Produkten mit hoher Wertschöpfung. Darüber hinaus sind die effiziente Nutzung von Transportkorridoren sowie die Vereinfachung und Digitalisierung von Zollverfahren von strategischer Bedeutung.
Bekanntlich sind die Möglichkeiten der zentralasiatischen Staaten, ausländische Märkte zu erschließen, relativ begrenzt. Aus dieser Perspektive tragen die Verbesserung der Grenzinfrastruktur und die Schaffung effizienter Transportkorridore dazu bei, die geoökonomische Position nicht nur der beiden Länder, sondern der gesamten Region zu stärken. Dabei geht es nicht nur um den Warentransport, sondern auch um die Einbindung Zentralasiens in die globale Lieferkette.
Dilshod Hakimov, UzA