Deutscher Experte: Die Bedeutung Zentralasiens nimmt im Zuge des Wandels der eurasischen Vernetzung rasch zu
Diese Ansicht vertrat Dr. Valentin Krüsmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Osteuropäische und Internationale Studien, bei seinem Vortrag auf dem Expertenforum „Zentralasien – Deutschland“, das vom 16. bis 17. April in Khiwa stattfand.
Der Experte stellte fest, dass vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Iran und der Instabilität in der Region des Roten Meeres, die den Bedarf an stabilen Landwegen erhöht haben, die Bedeutung Zentralasiens deutlich zunimmt, da die Region zu einem Knotenpunkt wird, an dem sich die Interessen wichtiger externer Akteure überschneiden.
Die Europäische Union betrachtet Verkehrskorridore als Mittel zur Verringerung der Abhängigkeit und zur Diversifizierung der Versorgungswege, China sieht in ihnen ein Mittel zum Ausbau zuverlässiger eurasischer Logistiknetzwerke und zur Vertiefung der wirtschaftlichen Integration, und die Länder Zentralasiens betrachten sie als Chance, die Einschränkungen ihrer Binnenlage zu überwinden und ihre strategische Autonomie zu stärken.
In diesem Zusammenhang betonte Valentin Krüsmann, dass Usbekistans Politik zur Entwicklung einer Strategie für eine multivektorale Verkehrsanbindung, die die Förderung südlicher Routen durch Afghanistan, Iran und Pakistan sowie die Umsetzung des Eisenbahnprojekts China – Kirgisistan – Usbekistan umfasst, die Absicht des Landes widerspiegelt, die Abhängigkeit von einer einzigen Richtung zu verringern, und im Einklang mit der allgemeinen Logik der Entwicklung der eurasischen Konnektivität steht, bei der keine Route als ohne Alternative betrachtet wird.
In Bezug auf die Rolle Zentralasiens als Ganzes erklärte Valentin Krüsmann, dass sich die Region allmählich zu einem eigenständigen Entscheidungszentrum im Transit- und Logistikbereich entwickle.
Abschließend merkte der Wissenschaftler an, dass die Zukunft Zentralasiens direkt mit der Fähigkeit der Region verbunden ist, interne Koordination zu entwickeln und sich gleichzeitig in das komplexe System der eurasischen Interdependenz zu integrieren. Seiner Einschätzung nach spielt Usbekistan eine Schlüsselrolle in dieser Architektur, indem es als dynamisches Zentrum fungiert, das eine diversifizierte Konnektivitätsstrategie fördert und als wichtiger Motor der regionalen Transformation wirkt.
UzA