Zusammenarbeit zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter in der usbekischen Justiz
Der Oberste Gerichtshof der Republik Usbekistan organisierte gemeinsam mit der Vereinigung weiblicher Richterinnen (WJA) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) den ersten internationalen Runden Tisch, an dem Richterinnen und Richter, Vertreterinnen und Vertreter von Regierungsinstitutionen, der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft, diplomatischer Vertretungen, Entwicklungspartner sowie internationale Expertinnen und Experten teilnahmen.
Die Teilnehmer tauschten Erfahrungen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen in der Justiz, zur Stärkung der richterlichen Unabhängigkeit, zur Integration geschlechtergerechter Ansätze in die Rechtspraxis und zur Förderung des gleichberechtigten Zugangs zur Justiz aus.
Der im März 2026 gegründete Verband der Richterinnen dient als professionelle Plattform, die Richterinnen durch Mentoring, gegenseitiges Lernen, berufliche Weiterbildung und internationale Zusammenarbeit unterstützt. Er zielt zudem darauf ab, die richterliche Ethik zu fördern, den Wissensaustausch zu erleichtern und zum Ziel des Obersten Justizrats beizutragen, den Anteil der Richterinnen bis 2030 auf 30 % zu erhöhen.
Zur Eröffnung der Veranstaltung hob Robakhon Makhmudova, Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs der Republik Usbekistan, die Bedeutung dieser Organisation hervor: „Der Verband wird zu einer starken institutionellen Plattform für die berufliche Weiterentwicklung von Richterinnen, zur Stärkung von Führungskompetenzen, zur Förderung von Mentoring-Traditionen, zur Unterstützung junger Juristinnen und zum Ausbau der internationalen Zusammenarbeit. Gleichzeitig wird der Verband eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung einer geschlechtersensiblen Rechtspraxis, der Stärkung von Forschungs- und Analyseaktivitäten sowie der Umsetzung fortschrittlicher internationaler Erfahrungen in die nationale Praxis spielen.“
Akiko Fujii, UNDP-Resident Representative in Usbekistan, verwies auf die bisherigen Aktivitäten des UNDP in diesem Bereich, darunter die Unterstützung des digitalen Justizsystems E-SUD, von Jurastudierenden geleitete Rechtsberatungsstellen sowie den „Women Judges Club“, der den Grundstein für den heutigen Verband der Richterinnen legte.
Akiko Fujii betonte zudem: „Die Gleichstellung der Geschlechter ist das Ziel, aber auch das Mittel zur Verwirklichung eines wahrhaft inklusiven Justizsystems, das gleichermaßen auf die Bedürfnisse aller Menschen eingeht, sowie einer evidenzbasierten Politikgestaltung, die für die Vorantreibung dieser Reformen unerlässlich ist.“
Im Rahmen der Veranstaltung brachte auch Frau Ita Farrelly, Richterin im Bezirk des Vereinigten Königreichs und Vorstandsmitglied der International Association of Women Judges, internationale Perspektiven ein. Sie berichtete über internationale Standards und vergleichende Erfahrungen bei der Förderung von Frauen in Führungspositionen in der Justiz, der Stärkung der richterlichen Unabhängigkeit und der Förderung einer geschlechtergerechten Justiz durch professionelle Richternetzwerke.
Eine der Teilnehmerinnen des Rundtischgesprächs, Feruza Jalilova von der Rechtshilfe-NGO „Nihol“, sprach über konkrete Probleme, mit denen Frauen beim Versuch, Zugang zur Justiz zu erhalten, konfrontiert sind: „Was hindert eine Frau daran, ihr Recht auf Gerechtigkeit wahrzunehmen? Oft besteht eine Kluft zwischen einem Recht und der tatsächlichen Möglichkeit, dieses wahrzunehmen. Beim Aufbau eines inklusiven und geschlechtergerechten Systems ist es unsere gemeinsame Aufgabe, diese Kluft so weit wie möglich zu verringern.“
Sie sprach zudem über verschiedene praktische Aspekte des Zugangs zur Justiz, die berücksichtigt werden müssen.
Die Teilnehmerinnen erörterten außerdem Möglichkeiten zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit durch regionale Justiznetzwerke, darunter die künftige Zusammenarbeit in den Bereichen Kapazitätsaufbau, Forschung, gegenseitiges Lernen und Wissensaustausch unter Richterinnen im gesamten asiatisch-pazifischen Raum.
UzA