Zentralasien und die Golfstaaten: Vertiefung der Partnerschaft im Kontext des globalen Wandels
Das Institut für strategische und regionale Studien beim Präsidenten der Republik Usbekistan veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Gulf Research Center des Königreichs Saudi-Arabien das zweite Think-Tank-Forum im Format „Zentralasien + Golf-Kooperationsrat“ (GCC), an dem Vertreter führender Forschungsinstitute, diplomatischer Vertretungen und Expertenkreise aus beiden Regionen teilnahmen.
Zur Eröffnung des Forums stellte ISRS-Direktor Eldor Aripov fest, dass die zentralasiatischen und Golfstaaten die Entwicklungsphase rasch hinter sich gelassen haben und nun das Niveau einer nachhaltigen systemischen Partnerschaft erreichen. Das 2023 ins Leben gerufene „CA+GCC“-Format wandelt sich schrittweise von einer Dialogplattform zu einer strategischen Plattform für die Entwicklung koordinierter Ansätze und praktischer Lösungen.
Herr Aripov erklärte, dies sei vor allem der konsequenten Außenpolitik des Präsidenten der Republik Usbekistan, Shavkat Mirziyoyev, zu verdanken, die darauf abzielt, die Offenheit Zentralasiens zu stärken, die Konnektivität auszubauen und ein nachhaltiges System der interregionalen Zusammenarbeit zu schaffen.
Während der Rede wurde der aktuellen internationalen Lage besondere Aufmerksamkeit gewidmet, einschließlich der Entwicklungen im Nahen Osten und rund um den Iran. Die Herausforderungen, denen sich heute nicht nur die Golfstaaten, sondern auch die zentralasiatischen Staaten gegenübersehen, wurden analysiert.
Herr Aripovs Rede konzentrierte sich auf die Verkehrsanbindung und Kommunikationsvernetzung. Er betonte, dass für die Binnenstaaten Zentralasiens der Zugang zu nachhaltigen und berechenbaren Logistikrouten zu einem Schlüsselfaktor für die wirtschaftliche Sicherheit werde. Jede Änderung traditioneller Transitrouten wirke sich unweigerlich auf die Transportkosten, Lieferzeiten und die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften aus.
In diesem Zusammenhang wird die Entwicklung eines diversifizierten Systems von Verkehrskorridoren als strategisches Ziel angesehen, das die Anfälligkeit gegenüber externen Schocks verringert und die Stabilität der Außenwirtschaftsbeziehungen gewährleistet. Eine solche Entwicklung alternativer Routen und eine verbesserte Anbindung zwischen den Regionen wird zu einem wichtigen Element der neuen geoökonomischen Realität.
Große Aufmerksamkeit wurde auch den wirtschaftlichen Aspekten der aktuellen Lage gewidmet. Der ISRS-Direktor stellte fest, dass die anhaltende globale Instabilität die Dynamik der Energiemärkte, die Inflation und das allgemeine Wirtschaftswachstum beeinträchtigt. „Trotz der anhaltenden makroökonomischen Stabilität der zentralasiatischen Länder üben externe Faktoren weiterhin Druck auf die Binnenmärkte aus, was die Entwicklung zusätzlicher Anpassungsmechanismen erforderlich macht“, stellte der usbekische Experte fest.
Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen, die Herr Aripov in seiner Rede hervorhob, war, dass die heute stattfindenden globalen Prozesse einen tiefgreifenden Wandel des Weltgefüges widerspiegeln, in dem die Bedeutung von Flexibilität, Diversifizierung und der Fähigkeit der Staaten, sich an Bedingungen erhöhter Unsicherheit anzupassen, zunimmt.
Das zunehmend komplexe internationale Umfeld vertieft die regionale Verflechtung und erhöht die Bedeutung nachhaltiger Partnerschaften. Unter diesen Umständen befindet sich Zentralasien eindeutig am Schnittpunkt verschiedener wirtschaftlicher und geopolitischer Prozesse, was eine ausgewogene und pragmatische Politik erfordert, die auf langfristige Nachhaltigkeit ausgerichtet ist.
„Wir sprechen davon, ein flexibleres und diversifizierteres System wirtschaftlicher und verkehrstechnischer Verbindungen zu schaffen, das unter Bedingungen externer Turbulenzen effektiv funktionieren kann“, erklärte der ISRS-Direktor.
Es wurde besonders betont, dass die Stärkung der strategischen Autonomie der Staaten unter modernen Bedingungen durch den Ausbau von Partnerschaften, die Diversifizierung der außenwirtschaftlichen Beziehungen und die Erhöhung der inneren Stabilität erreicht wird und nicht durch die Einschränkung der Interaktion.
In diesem Zusammenhang wies Herr Aripov auf die anhaltend positive Dynamik in den Beziehungen Zentralasiens zu den Golfstaaten hin. Den vorgelegten Daten zufolge hat das Volumen der kumulierten Investitionen des Golf-Kooperationsrats (GCC) in die Wirtschaft der Region 20 Milliarden US-Dollar überschritten, und der gegenseitige Handel hat etwa 5 Milliarden US-Dollar erreicht.
Zur weiteren Stärkung der Zusammenarbeit wurde der Übergang zu einem stärker institutionalisierten Interaktionsmodell identifiziert, einschließlich der Schaffung langfristiger Koordinierungsmechanismen und der Entwicklung gemeinsam getroffener Entscheidungen.
In diesem Zusammenhang wurde die Initiative des Präsidenten Usbekistans zur Ausarbeitung eines multilateralen Abkommens über Freundschaft, Verbundenheit und Zusammenarbeit hervorgehoben, das die Grundlage für die systematische Entwicklung interregionaler Beziehungen bilden könnte.
Herr Aripov schlug zudem vor, der Entwicklung einer nachhaltigen Wirtschaftsarchitektur Vorrang einzuräumen, um den Handel auszuweiten, die industrielle Zusammenarbeit zu vertiefen und die Qualität des gegenseitigen Handels zu verbessern. Der Schwerpunkt lag auf der Notwendigkeit, die Investitionszusammenarbeit über traditionelle Sektoren hinaus zu diversifizieren und die Interaktion in den Bereichen Industrie, Infrastruktur, Landwirtschaft und digitale Wirtschaft auszuweiten.
Der ISRS-Direktor betonte insbesondere die Bedeutung einer Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Thinktanks. „Die Ausweitung des Experten-Dialogs, die Entwicklung gemeinsamer Forschungsvorhaben und der regelmäßige Austausch von Einschätzungen sind unerlässlich für die Entwicklung koordinierter Ansätze und die Stärkung des Vertrauens“, schloss Herr Aripov.
Insgesamt zeigte das zweite „CA+GCC“-Think-Tank-Forum, dass die Zusammenarbeit zwischen Zentralasien und den Golfstaaten in eine Phase qualitativer Vertiefung eintritt. Vor dem Hintergrund globaler Veränderungen entsteht eine nachhaltige Plattform für die Interaktion, die sich nicht nur auf die Anpassung an externe Veränderungen konzentriert, sondern auch auf die gemeinsame Gestaltung einer langfristigen Entwicklungsagenda.
UzA