Vertreter führender Analysezentren Usbekistans zu Arbeitsbesuch in Deutschland
Vom 4. bis 7. März 2026 stattete eine Delegation von Experten aus Usbekistan Deutschland einen Arbeitsbesuch ab, der gemeinsam mit der diplomatischen Vertretung Usbekistans in Berlin organisiert wurde.
Der Delegation gehörten Führungskräfte und Experten des Instituts für strategische und regionale Studien unter dem Präsidenten der Republik Usbekistan (ISRS), des Internationalen Instituts für Zentralasien (IICA) und des Zentrums für Entwicklungsstrategien an.
Während ihres Aufenthalts in Berlin fanden Verhandlungen mit Vertretern mehrerer deutscher staatlicher Institutionen statt, darunter der Bundestag, das Bundeskanzleramt, das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft.
Darüber hinaus fanden Expertentreffen und Rundtischgespräche mit führenden deutschen Thinktanks statt, darunter das Global Public Policy Institute (GPPi), das Zentrum für Ost- und Internationale Studien (ZOiS), die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) sowie bedeutende Stiftungen – die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Carnegie Stiftung für Internationalen Frieden, Stiftung Berghof, Konrad-Adenauer-Stiftung und German Marshall Fund.
Ziel des Besuchs war es, einen substanziellen Meinungsaustausch über drängende globale und regionale Fragen zu führen, die Dynamik der Beziehungen zwischen Deutschland und der Region Zentralasien zu analysieren und konkrete Schritte zur Vertiefung der bilateralen Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und Deutschland zu identifizieren.
Die Parteien betonten, dass der politische Dialog zwischen Usbekistan und Deutschland derzeit sehr aktiv ist und auf Vertrauen und gegenseitiger Berücksichtigung der Interessen basiert. Die Regelmäßigkeit der Besuche auf verschiedenen Ebenen bestätigt die Intensität der Kontakte.
In diesem Zusammenhang legte der Bundestag besonderes Augenmerk auf die Vertiefung der interparlamentarischen Zusammenarbeit als wichtiges Instrument zur Förderung der bilateralen und regionalen Agenda. Die Teilnehmer des Treffens bekräftigten, dass die Intensivierung der direkten Kontakte zwischen den Gesetzgebern eine wirksame Weiterverfolgung zuvor gefasster Beschlüsse gewährleisten und als Plattform für den Austausch von Erfahrungen in der Gesetzgebung und der öffentlichen Verwaltung dienen werde.
Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, wie die bilaterale Wirtschaftspartnerschaft auf eine qualitativ neue Ebene gehoben werden kann. Die deutsche Seite würdigte den konsequenten Kurs Usbekistans in Richtung industrieller Modernisierung sowie digitaler und grüner Transformation.
Insbesondere betonten Vertreter des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, dass die gewählte Entwicklungsstrategie in deutschen Wirtschaftskreisen volle Unterstützung genießt. Es wurde festgestellt, dass die Schaffung transparenter und vorhersehbarer Bedingungen einen groß angelegten Zufluss deutscher Investitionen in die Wirtschaft des Landes erleichtert.
Eine klare Bestätigung dafür ist die stetig positive Dynamik der handelspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Es wurde festgestellt, dass sich das bilaterale Handelsvolumen in den letzten 10 Jahren fast verdreifacht hat und bis Ende 2025 einen Rekordwert von 1,42 Milliarden US-Dollar erreichen wird.
Gleichzeitig weist die Struktur der deutschen Exporte einen ausgeprägten Investitionscharakter auf, wobei mehr als 55 % der Exporte aus Hightech-Ausrüstung und Fahrzeugen bestehen.
Wie Michael Harms, Geschäftsführer des Ostkomitees der Deutschen Wirtschaft, erklärte, wandelt sich Usbekistan aus Sicht der deutschen Wirtschaft zu einer regionalen Industrielokomotive, die eine zuverlässige Plattform für die Umsetzung gemeinsamer Investitionsprojekte bietet. In diesem Zusammenhang betonten die Parteien die bedingungslose Priorität des Übergangs vom „klassischen Handelsaustausch” zu einer tiefen industriellen Zusammenarbeit.
Besondere Aufmerksamkeit wurde der Bedeutung des Transfers fortschrittlicher deutscher Technologien und der Einführung europäischer Standards in die usbekische Wirtschaft gewidmet. Es wurde festgestellt, dass eine solche Zusammenarbeit für beide Seiten strategisch vorteilhaft ist, da sie die Diversifizierung der außenwirtschaftlichen Partner fördert und die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten stärkt.
Zu den vorrangigen Bereichen der Zusammenarbeit zählen die Gewinnung von Hochtechnologien und Know-how aus Deutschland, die gemeinsame Entwicklung der Erzeugung erneuerbarer Energien und die Schaffung zuverlässiger und sicherer Logistikrouten, vor allem durch die konsequente Stärkung des Transport- und Transitpotenzials des Mittleren Korridors.
Die Parteien überprüften auch eingehend die Mechanismen zur Umsetzung des Migrationspartnerschaftsabkommens. Es wurde festgestellt, dass die Zusammenarbeit auf dem Grundsatz des gegenseitigen Nutzens beruht.
Die qualifizierten Arbeitskräfte Usbekistans sind ein wichtiger Faktor für die Deckung des Arbeitskräftebedarfs in Deutschland, der mehr als 1,7 Millionen Arbeitsplätze umfasst. Dank der aktiven Partnerschaft zwischen Usbekistan und Deutschland im Bereich Migration erhalten usbekische Staatsbürger einen sicheren und legalen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt, wo ihre Rechte zuverlässig geschützt sind.
Während der Treffen wurde festgestellt, dass usbekische Fachkräfte durch ihre Arbeit in Deutschland einzigartige Kompetenzen erwerben, die langfristig als strategische Investition in das Humankapital für die technologischen Durchbrüche und die industrielle Entwicklung des Landes angesehen werden.
In Bezug auf die Regionalpolitik Taschkents betonte die deutsche Seite, dass die proaktive Zusammenarbeit der zentralasiatischen Staaten angesichts der wachsenden globalen Unsicherheit eine „zukunftsweisende Entscheidung“ sei. Nach Ansicht Berlins trägt dies sowohl zur inneren Stabilität jedes einzelnen Staates als auch zur Stärkung der Handlungsfähigkeit und des Einflusses der Region auf der internationalen Bühne bei.
Die Ergebnisse des usbekischen Vorsitzes bei den Konsultativtreffen der Staatschefs wurden hoch gelobt. Nach Ansicht der deutschen Seite hat dieses Format dank der Führungsrolle Taschkents eine nachhaltige Dynamik gewonnen und ist zur Grundlage für eine neue Architektur der regionalen Zusammenarbeit, eine beispiellose Ausweitung der vielfältigen Interaktion und die Stärkung der Stabilität und nachhaltigen Entwicklung in Zentralasien geworden.
Analysten des Deutschen Rates für Außenbeziehungen stellten fest, dass das Bekenntnis der zentralasiatischen Staaten zu einem demokratischen Entwicklungsweg, den Prinzipien des Multilateralismus und den Normen des Völkerrechts günstige Bedingungen für die Vertiefung der Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den zentralasiatischen Ländern schafft.
In diesem Zusammenhang wurde die wachsende strategische Bedeutung der Entwicklung des Formats „Zentralasien + Deutschland“ hervorgehoben, das es Berlin ermöglicht, einen systematischen Dialog mit einer einheitlichen und berechenbaren Region aufzubauen, die einen schnell wachsenden Markt mit mehr als 80 Millionen Einwohnern und einem kombinierten BIP von über 560 Milliarden US-Dollar darstellt.
In diesem Zusammenhang wurde im Bundeskanzleramt besonderes Augenmerk auf die Vertiefung der Zusammenarbeit mit den zentralasiatischen Staaten und die Gewährleistung der langfristigen Nachhaltigkeit dieses Formats gelegt. Es wurde festgestellt, dass Berlin bestrebt ist, von regelmäßigen Kontakten auf hoher Ebene zu einer systematischen Partnerschaft überzugehen. In diesem Zusammenhang wurde die Notwendigkeit betont, dauerhafte Mechanismen für einen kontinuierlichen politischen, wirtschaftlichen und fachlichen Dialog zu schaffen.
Insgesamt zeigten die Ergebnisse des Besuchs, dass Usbekistan in Deutschland einen verlässlichen strategischen Partner hat. Beide Seiten haben klare Maßstäbe und Prioritäten für die Zusammenarbeit sowie ein Verständnis für ihre gegenseitige Relevanz.
Die Parteien waren sich einig, dass ein bedeutendes Potenzial für das Wachstum der bilateralen Beziehungen im Technologietransfer und in der Optimierung der Logistikrouten liegt. Synergien zwischen diesen Sektoren sind von entscheidender Bedeutung für den Aufbau einer neuen Kooperationsarchitektur, die inmitten globaler Turbulenzen die technologische Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit Usbekistans und Deutschlands gewährleisten kann.
In einem breiteren Kontext wird die Partnerschaft zwischen Taschkent und Berlin als wichtiger Faktor für eine nachhaltige Entwicklung und die Stärkung der interregionalen Beziehungen zwischen Zentralasien und der Europäischen Union angesehen.
Um eine substanzielle fachliche und analytische Unterstützung zu gewährleisten, wurde vereinbart, den regelmäßigen Dialog zwischen den führenden Thinktanks beider Länder fortzusetzen und gemeinsame angewandte Forschung zu aktuellen Themen der bilateralen Agenda zu starten.
UzA