Tulia Ackson: Junge Menschen sollten von der parlamentarischen Tribüne aus Rechenschaft für Menschenrechtsverletzungen einfordern
Im Rahmen der 12. Weltkonferenz junger Parlamentarier in Samarkand sprach UzA mit der Präsidentin der Interparlamentarischen Union, Tulia Ackson.
Tulia Ackson erklärte, die Interparlamentarische Union freue sich aufrichtig, die Samarkand-Konferenz in der historischen und ewig jungen Stadt Samarkand auszurichten. Im Namen der IPU dankte sie zudem der Führung und dem Parlament Usbekistans für die hervorragende Organisation.
Sie stellte fest, dass die Welt eine schwierige Zeit durchlaufe, in der sich die Menschenrechtslage in vielen Regionen verschlechtere und die Zahl der bewaffneten Konflikte den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht habe.
Ihrer Aussage zufolge habe sich dieser Trend – nach vielen Jahren zunehmender Vertretung junger Menschen in den Parlamenten – nun erneut umgekehrt.

Die IPU-Präsidentin äußerte sich besorgt über die Risiken dieser Veränderungen und warnte, dass sie die Welt in eine Ära ohne Völkerrecht zurückversetzen könnten, in der Streitigkeiten mit Gewalt beigelegt werden. Sie betonte, dass die Gefahren eines solchen Weges wohlbekannt seien, und forderte dringendes Handeln.
Sie betonte, dass Abgeordnete die Interessen des Volkes vertreten und dass das Menschenrechtssystem speziell zum Schutz der Bürger geschaffen wurde.
Im Hinblick auf die Rolle der Parlamente unter solchen Umständen betonte Tulia Ackson, dass Parlamente die Menschenrechtsprinzipien nicht aufgeben dürften, selbst wenn andere dies täten, und dass sie standhaft bleiben müssten.
Sie wies darauf hin, dass die Interparlamentarische Union aktivere Schritte unternehme. Menschenrechte seien zu ihrer obersten Priorität geworden, und die Kampagne „Human Rights in Focus“ sei ins Leben gerufen worden.
Ihrer Ansicht nach müssen Menschenrechte in der Praxis durch Gesetzgebung, Haushaltsmechanismen und parlamentarische Kontrolle gewährleistet werden.

Zur Rolle junger Parlamentarier in diesem Prozess merkte Tulia Ackson an, dass Parlamente ohne die Beiträge junger Menschen nicht als wirksame Säule der Menschenrechte fungieren könnten. Sie erklärte, dass sich die Risiken weiterentwickelten und dass die jüngere Generation besser auf die aktuellen Herausforderungen eingestellt sei und somit die neue Perspektive biete, die die Gesetzgeber dringend benötigten.
Sie betonte, dass junge Menschen von der parlamentarischen Tribüne aus Rechenschaft für Menschenrechtsverletzungen einfordern sollten.
Im Zusammenhang mit neuen menschenrechtsbezogenen Herausforderungen, denen junge Parlamentarier gegenüberstehen, stellte die IPU-Präsidentin fest, dass sich die Menschenrechte zunehmend auf neue Bereiche ausweiteten. Der Klimawandel beispielsweise habe direkte Auswirkungen auf die menschliche Sicherheit. Sie betonte, dass junge Parlamentarier die Interessen künftiger Generationen verteidigen und Entscheidungen verhindern sollten, die die Folgen klimabedingter Probleme auf junge Menschen abwälzen.
Sie wies zudem darauf hin, dass das digitale Umfeld neue Bedrohungen schaffe, darunter Online-Gewalt, Verletzungen der Privatsphäre und die Verbreitung von Falschinformationen.
Laut Tulia Ackson sollten junge Menschen an der Entwicklung von Normen und Regeln für die digitale Welt mitwirken, damit die Technologie die Menschenrechte schützt, anstatt sie zu untergraben.
Auf die Frage nach den Chancen für junge Menschen unter den gegenwärtigen Bedingungen wies sie darauf hin, dass Parlamente über direkte Einflussmöglichkeiten verfügen, wie zum Beispiel Arbeitsgesetze, Haushaltsbeschlüsse und die Aufsicht über den Arbeitsmarkt.
Sie betonte, dass junge Parlamentarier diese Instrumente nutzen und sicherstellen sollten, dass Regierungsprogramme jungen Menschen konkrete Unterstützung bieten.
Tulia Ackson nutzte die Gelegenheit, um junge Parlamentarier dazu aufzurufen, Menschenrechtsfragen Priorität einzuräumen und generationenübergreifende Bündnisse zu schmieden, indem sie mit Kollegen zusammenarbeiten, die zu gemeinsamem Handeln bereit sind. Sie merkte an, dass genau diese politische Entschlossenheit heute gefragt sei und dass die Konferenz darauf abziele, diese Bemühungen zu bündeln.
Im Hinblick auf die Diskussionen, die die Konferenzteilnehmer erwarteten, erklärte die IPU-Präsidentin, dass sie sich zwei Tage lang eingehend mit den Rechten junger Menschen befassen würden. Das Hauptziel sei, so betonte sie, dass jeder Teilnehmer in sein Land und sein Parlament zurückkehre und bereit sei, diese Rechte aktiv zu verteidigen.
Sie betonte, dass die Konferenz ihre Haltung zu den Menschenrechten klar definieren werde. Junge Parlamentarier würden sich gemeinsam gegen eine Welt stellen, in der Rechte beschnitten werden und Ungerechtigkeit weit verbreitet ist, und sich verpflichten, die von früheren Generationen errungenen Errungenschaften zu verteidigen. Sie erklärte außerdem, dass die Interparlamentarische Union junge Menschen bei diesen Bemühungen konsequent unterstützen werde.
Norgul Abduraimova, UzA