Javlon Vakhabov: Das Format „Zentralasien – Türkei“ ist keine Alternative zu bestehenden Plattformen
Javlon Vakhabov, Direktor des Internationalen Instituts für Zentralasien (IICA), nahm am Forum „Zentralasien – Türkei: Eine gemeinsame Zukunft in einer sich wandelnden Welt“ teil, das in Ankara von der Stiftung für politische, wirtschaftliche und soziale Forschung der Türkei (SETA) in Zusammenarbeit mit dem IICA organisiert wurde.
An der Veranstaltung nahmen Vertreter von Regierungsbehörden, des diplomatischen Korps, bedeutender Thinktanks sowie Wissenschaftler aus der Türkei und den zentralasiatischen Ländern teil.
Die Teilnehmer erörterten Möglichkeiten zur Stärkung der strategischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Regionen vor dem Hintergrund einer sich wandelnden internationalen Lage. Im Mittelpunkt standen dabei Bereiche wie Handel, Investitionen, Energie, Verkehrsanbindung, Technologie, Bildung, Kultur und die Intensivierung des Experten-Dialogs.
SETA-Generalkoordinator Nebi Miş hob hervor, dass ein starkes politisches Engagement und ein kontinuierlicher Dialog zwischen den Staats- und Regierungschefs es ermöglicht hätten, gemeinsame historische und kulturelle Bindungen in konkrete politische Zusammenarbeit umzusetzen. Er wies darauf hin, dass angesichts der Umstrukturierung globaler Lieferketten, Energieversorgungswege und Verkehrsnetze eine auf Vertrauen und gemeinsamen Werten basierende Partnerschaft zu einem entscheidenden strategischen Vorteil werde.

Der Leiter des IICA betonte, dass die Zukunft dieser Zusammenarbeit davon abhänge, die gemeinsame Geschichte, die kulturellen Bindungen und das gegenseitige Vertrauen in konkrete Projekte, Investitionen und Maßnahmen zur regionalen Vernetzung umzusetzen.
Es wurde zudem betont, dass das Format „Zentralasien – Türkei“ bestehende Plattformen wie OTS, ECO, OIC, SOZ, OSZE und CAREC nicht ersetzen solle. Sein Zweck bestehe darin, eine gezieltere und praxisorientiertere Agenda zu entwickeln, deren Schwerpunkte auf Wirtschaft, Investitionen, Technologie, Energie, Verkehrsanbindung, Bildung und Kultur liegen.

Es wurde hervorgehoben, dass sich der Handel zwischen der Türkei und den zentralasiatischen Ländern seit 2018 mehr als verdoppelt hat, bis 2025 14,5 Milliarden US-Dollar erreichen wird und bis 2030 ein Ziel von 30 Milliarden US-Dollar angestrebt wird. Die türkischen Investitionen in der Region stiegen von 2016 bis 2024 um das 2,5-Fache, wobei die Zahl der türkischen Unternehmen von rund 4.000 auf über 7.000 anstieg. Dieses Wachstum unterstreicht die wachsende Rolle der Türkei als wichtiger Partner in den Bereichen Handel, Investitionen, Logistik und Technologie für die Region.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Bereiche Energie, kritische Mineralien und digitale Transformation gelegt. Es wurde hervorgehoben, dass die Energie- und Bodenschätze Zentralasiens durch die Rolle der Türkei als Energieknotenpunkt und industrieller Kooperationspartner gestärkt werden könnten, insbesondere durch Initiativen in den Bereichen grüne Energie, Verarbeitung, Batteriematerialien, Wasserstoff und neue Technologien. Im digitalen Sektor gehörten zu den Schlüsselbereichen künstliche Intelligenz, Finanztechnologien, Cybersicherheit, digitale öffentliche Dienste, landwirtschaftliche Innovationen, wassersparende Lösungen, gemeinsame Bildungsprogramme und die Ausbildung von Digitalexperten.

Im Anschluss an das Forum betonten die Teilnehmer die Notwendigkeit, den laufenden Experten-Dialog zwischen Zentralasien und der Türkei zu intensivieren. Sie stellten fest, dass ein solches Engagement in einem Umfeld zunehmender internationaler Unsicherheit dazu beitragen könne, praktische Lösungen zu entwickeln, die regionale Vernetzung zu stärken und einen langfristigen Kooperationsplan zu etablieren, der auf Vertrauen, gegenseitigem Nutzen und gemeinsamen strategischen Zielen beruht.
G. Khonnazarov, UzA