Grüne Agenda für Zentralasien: Umweltkooperation als Garant für Stabilität
Umweltfragen sind zu einer der drängendsten Herausforderungen für die gesamte Menschheit geworden, haben einen globalen Charakter angenommen und beeinflussen die Entwicklung aller Länder.
Der Klimawandel, die Umweltverschmutzung und die Erschöpfung der Wasserressourcen stellen nicht nur eine ernsthafte Bedrohung für die ökologische Stabilität dar, sondern auch für die geopolitische und geoökonomische Stabilität. In diesem Zusammenhang wächst der Bedarf an internationalen Initiativen und Dialogplattformen zur Bewältigung dieser Probleme.
Wie Adhamjon Mamajonov, Direktor des Wissenschafts- und Analysezentrums für die Erforschung der Entwicklung östlicher Länder an der Staatlichen Universität für Orientalistik in Taschkent und Doktor der Politikwissenschaften, feststellte, verfolgt Usbekistan angesichts der sich verschärfenden klimatischen Herausforderungen konsequent eine Außenpolitik, die auf Umweltschutz, die rationelle Nutzung natürlicher Ressourcen und den Ausbau der internationalen Zusammenarbeit ausgerichtet ist. Das Land tritt nicht nur als Beobachter, sondern auch als aktiver Teilnehmer auf und bringt konkrete Vorschläge und praktische Initiativen ein. Insbesondere der Regionale Ökologiegipfel in Astana und das Treffen des Rates der Staatschefs – der Gründer des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees – sind zu praktischen Ausdrucksformen dieser Bemühungen geworden. Die Teilnahme des usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev an diesen Veranstaltungen bestätigte die Autorität des Landes auf der internationalen Bühne und die Konsequenz seiner konstruktiven Außenpolitik in diesem Bereich.
In seiner Ansprache bekräftigte das Staatsoberhaupt das Thema des Gipfels, „Gemeinsame Vision für eine nachhaltige Zukunft“, und legte konkrete Vorschläge vor. Der usbekische Präsident betonte zudem, dass miteinander verknüpfte Umweltrisiken nur durch gemeinsame Anstrengungen bewältigt werden können.
Im Mittelpunkt der Diskussionen standen die Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung in Zentralasien sowie die gemeinsame Bewältigung von Herausforderungen im Bereich Umwelt und Wasser.
Präsident Shavkat Mirziyoyev wies insbesondere darauf hin, dass der Verfall der globalen Umweltsolidarität Anlass zu großer Sorge gibt. Den Deklarationen und Appellen stehen keine Ressourcen gegenüber. Länder, die am wenigsten zum globalen Klimawandel beigetragen haben, müssen erneut allein mit dessen Folgen fertig werden. In diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass die Staaten Zentralasiens den Umweltschutz zu einem Schwerpunktbereich der regionalen Zusammenarbeit erhoben haben, von besonderer Bedeutung. Eine wichtige Rolle in diesem Prozess spielen die regionale Strategie zur Klimaanpassung und das Programm „Grüne Agenda für Zentralasien“.
Im Rahmen des Forums wurde eine Initiative vorgeschlagen, in Abstimmung mit UN-Strukturen die Deklaration „Umweltsolidarität Zentralasiens“ sowie ein Aktionsprogramm bis 2030 zu verabschieden. Diese Dokumente sollen eine neue Etappe bei der Bewältigung der ökologischen Herausforderungen der Region einläuten.
Der Staatschef wies zudem auf die systematischen Maßnahmen hin, die in Usbekistan zur Gewährleistung ökologischer Nachhaltigkeit ergriffen werden. Dazu zählen insbesondere die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern im Rahmen des landesweiten Projekts „Yashil Makon“ sowie die Schaffung von Grüngürteln auf dem ausgetrockneten Bett des Aralsees.
Es wurde zudem festgestellt, dass Usbekistan seine Verpflichtungen zur Reduzierung schädlicher Emissionen um 35 % im Rahmen des Pariser Abkommens vorzeitig erfüllt und sich zum Ziel gesetzt hat, diesen Wert bis 2035 zu verdoppeln. Eine wichtige Entwicklung war die Verabschiedung der Resolution „Dekade der Maßnahmen zur Aufforstung und Wiederaufforstung“ durch die UN-Generalversammlung auf Initiative Usbekistans.
Während des Gipfels brachte der Präsident Usbekistans mehrere Initiativen vor. Insbesondere wurde vorgeschlagen, als Reaktion auf die sich verschlechternde Luftqualität ein zwischenstaatliches Konsortium „Saubere Luft in Zentralasien“ zu gründen und dem Zentrum zur Bekämpfung der Wüstenbildung, zur Dürreprävention und zur Frühwarnung vor Sand- und Staubstürmen, das in Usbekistan unter der Schirmherrschaft der Grünen Universität tätig ist, den Status einer regionalen Einrichtung zu verleihen.
Zur Beschleunigung der technologischen Modernisierung wurde vorgeschlagen, einen „Grünen Handelskorridor Zentralasiens“ einzurichten und ein einheitliches regionales Investitionsportfolio für Klimaprojekte in Zentralasien zu schaffen. Darüber hinaus wurden Initiativen zur Erstellung eines einheitlichen regionalen Atlas der Umweltveränderungen in Zentralasien und eines „Roten Datenbuchs Zentralasiens“ zur Erhaltung der biologischen Vielfalt vorgeschlagen. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Ausweitung der Beteiligung junger Menschen an diesen Prozessen gewidmet. Es wurde vorgeschlagen, das Weltjugendklimaforum 2027 in Usbekistan abzuhalten, was dazu beitragen wird, die aktive Einbindung der jüngeren Generation in die Förderung der Umweltagenda sicherzustellen.
Es wurde auch darauf hingewiesen, dass Samarkand in diesem Jahr Gastgeber der achten Versammlung der Globalen Umweltfazilität und Ende September des Weltforums zum Wasserschutz sein wird. Diese Veranstaltungen werden zweifellos die Umweltzusammenarbeit in der Region stärken.
Zum Abschluss seiner Ansprache forderte der Präsident die Teilnehmer des Gipfels auf, sich aktiv an den bevorstehenden internationalen Veranstaltungen zu beteiligen. Es wurde festgestellt, dass die vollständige Umsetzung der verabschiedeten Beschlüsse und Dokumente nicht nur die Anpassung an ökologische Herausforderungen ermöglichen, sondern diese auch zu einem wichtigen Faktor für technologische Erneuerung, Wirtschaftswachstum und soziale Stabilität machen wird.
Musulmon Ziyo, UzA