EIB eröffnet Regionalvertretung in Taschkent und verstärkt ihr Engagement in Zentralasien
Die Europäische Investitionsbank hat heute in Taschkent ihre Regionalvertretung für Zentralasien eröffnet und bringt damit ihre Teams näher an Partner und Projekte in der gesamten Region heran.
Die Vertretung wurde von EIB-Vizepräsident Marek Mora eingeweiht, der das wachsende Engagement der Bank in Zentralasien und ihre sich ausweitende Investitionspipeline in der Region hervorhob.
Die EIB ist seit 2009 in Zentralasien tätig und hat Finanzierungsvereinbarungen in Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan unterzeichnet. Auf dem ersten EU-Zentralasien-Gipfel im April 2025 in Samarkand kündigte die EIB Global in enger Partnerschaft mit der Europäischen Union (EU) und „Team Europe“ neue Initiativen zur Finanzierung von Projekten in der gesamten Region an, die auf die Prioritäten der EU-Initiative „Global Gateway“ abgestimmt sind.
„Als wir beschlossen, eine regionale Vertretung zu eröffnen, taten wir dies, weil wir sahen, wie schnell sich Zentralasien verändert und wie groß der Bedarf an hochwertigen Investitionen ist. Vor Ort zu sein hilft uns, schneller voranzukommen, enger mit unseren Partnern zusammenzuarbeiten und Ideen in Projekte umzusetzen. Wir sehen bereits große Chancen in Bereichen, die vom Verkehr und der Energieversorgung bis hin zur Wasser- und digitalen Infrastruktur reichen“, sagte der EIB-Vizepräsident Marek Mora, der die Aktivitäten der Bank in Zentralasien leitet.
EIB Global, der Entwicklungszweig der Europäischen Investitionsbank, baut seine Aktivitäten in ganz Zentralasien aus und unterstützt Investitionen in nachhaltige Verkehrsanbindungen, Energie, Wasser, digitale Infrastruktur und Klimaresilienz. Zu den aktuellen und geplanten Initiativen gehören die Unterstützung des transkaspischen Verkehrskorridors, große Wasserkraftprojekte wie Rogun und Kambarata-1 sowie regionale Projekte zur digitalen Vernetzung. In enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Union, den „Team Europe“-Partnern und internationalen Finanzinstitutionen erschließt EIB Global zudem neue Möglichkeiten in den Wertschöpfungsketten für kritische Rohstoffe und im Gesundheitswesen, ganz im Sinne der Ziele der „EU Global Gateway“-Strategie.
„Usbekistan investiert massiv in seine Zukunft, und dafür sind starke internationale Partnerschaften erforderlich. Die Eröffnung des EIB-Büros in Taschkent bringt neues Fachwissen, neue Finanzierungsmöglichkeiten und einen langfristigen Partner mit sich, der uns dabei helfen kann, komplexe Projekte umzusetzen, die für unsere Wirtschaft und unsere Bürger von Bedeutung sind“, sagte der Minister für Investitionen, Industrie und Handel, Laziz Kudratov.
Seit der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens im Jahr 2017 hat sich Usbekistan zu einem wichtigen Partner für EIB Global in Zentralasien entwickelt.
EIB Global prüft derzeit gemeinsam mit dem Ministerium für Investitionen, Industrie und Handel (MIIT) eine Reihe potenzieller Vorhaben zur Unterstützung der „Usbekistan-2030-Strategie“ und der EU-Initiative „Global Gateway“, darunter:
Verkehr – Förderung eines umweltfreundlichen, intelligenten und sicheren Verkehrs, insbesondere entlang des transkaspischen Verkehrskorridors;
Klima, Energie und Wasser – Förderung von Investitionen im Zusammenhang mit der Energiewende hin zu sauberer Energie und einer nachhaltigeren Wasserwirtschaft;
Digitalisierung – Förderung einer sicheren und zuverlässigen Konnektivität;
Gesundheit – Stärkung der Lieferketten im Gesundheitswesen und der lokalen Impfstoffproduktion;
Kritische Rohstoffe – Förderung der Entwicklung lokaler industrieller Wertschöpfungsketten.
Einschließlich bereits unterzeichneter Projekte und auf der Grundlage bestehender Absichtserklärungen beläuft sich das Gesamtvolumen der derzeit in Usbekistan in Betracht gezogenen Vorhaben auf 1 Milliarde Euro.
Mögliche Investitionen könnten durch Kredite an Staaten und subnationale Gebietskörperschaften, öffentlich-private Partnerschaften, Finanzierungen durch den Privatsektor, die Förderung des Handels zwischen der EU und Usbekistan, Beteiligungen sowie gemischte Finanzierungslösungen finanziert werden.
„Die Eröffnung der regionalen Vertretung der EIB in Taschkent ist ein weiterer wichtiger Schritt in der wachsenden Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und Usbekistan.
Eine stärkere Präsenz der EIB in der Region wird dazu beitragen, die Prioritäten der EU-Initiative „Global Gateway“ in konkrete Projekte umzusetzen, die nachhaltiges Wachstum, Konnektivität und Chancen für Menschen und Unternehmen in ganz Zentralasien fördern. Dies spiegelt auch das langfristige Engagement der Europäischen Union für eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit Usbekistan und der gesamten Region wider“, sagte der EU-Botschafter in Usbekistan, Toivo Klaar.
Neben der Finanzierung baut EIB Global ihre Beratungsaktivitäten in der Region aus und unterstützt Partner dabei, Projekte vorzubereiten, Investitionen anzuziehen und komplexe Infrastrukturvorhaben auf den Markt zu bringen.
Ein erstes Beispiel wurde während des Internationalen Investitionsforums in Taschkent mit der Unterzeichnung einer Deklaration zwischen EIB Global und JSC Uzsuvtaminot bekannt gegeben, um die beratende Unterstützung für das öffentlich-private Partnerschaftsprojekt (PPP) zur Abwasseraufbereitungsanlage Surum in Taschkent zu prüfen.
Vorbehaltlich der Genehmigungen und der Due-Diligence-Prüfung würde EIB Global Transaktionsberatungsdienste bereitstellen, um den Bau einer neuen Kläranlage mit einer Kapazität von 300.000 m³ pro Tag zu unterstützen. Das Projekt soll die sanitären Einrichtungen in der usbekischen Hauptstadt verbessern und die bestehende Abwasserinfrastruktur der Stadt entlasten.
Die Initiative verdeutlicht die wachsende Zahl von Investitions- und Beratungsmöglichkeiten, die sich in Usbekistan insbesondere im Wasser- und Umweltsektor entwickeln.
Nasiba Ziyodullayeva, UzA