Die deutsche Bevölkerung setzt zunehmend ihr Vertrauen in die AfD
Laut dem deutschen Nachrichtensender DW wächst die Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit. Themen wie Umfragewerte der Parteien, die Ukraine, Russland, Migration und die wirtschaftlichen Aussichten führen zu einer tiefen Vertrauenskrise im Land.
Laut einer im September von „ARD-Deutschlandtrend“ durchgeführten Umfrage stößt die Regierungskoalition bei den Bürgern auf starkes Misstrauen. Vier Fünftel der Bevölkerung sind mit der Arbeit der Bundesregierung unzufrieden. Die rechtsextreme Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) führt weiterhin die Rangliste an. Sie liegt deutlich vor dem Block, der durch den Zusammenschluss der Christlich-Demokratischen Union (CDU) von Bundeskanzler Friedrich Merz und der Christlich-Sozialen Union (CSU/XII) entstanden ist.
Würden heute Bundestagswahlen stattfinden, würden 27 % der Wähler für die AfD stimmen. Die verbündeten Parteien kämen nur auf 21 Prozent. Derzeit sind 15 Prozent der Wähler bereit, Bündnis 90/Die Grünen zu unterstützen, 13 Prozent die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, 12 Prozent die Linke und 4 Prozent die Freie Demokratische Partei. Die übrigen Parteien kommen zusammen auf etwa 8 Prozent der Stimmen. Besonders alarmierend ist die öffentliche Bewertung der Regierungsarbeit. Nur 15 % der Befragten zeigten sich mit der Arbeit des Ministerkabinetts zufrieden, während 84 % Unzufriedenheit äußerten.
Der außenpolitische Faktor im Zusammenhang mit Russland bleibt der Hauptgrund für solche Schwankungen bei den parteiinternen Zustimmungswerten.
Das Thema des Krieges zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine spielte eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der gesellschaftlichen Stimmung in Deutschland. Die Studie zeigt, dass die Deutschen die Russen nach wie vor als ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit des Landes ansehen. Folglich gehen die Meinungen darüber auseinander, wie genau auf diese Bedrohung reagiert werden soll.
Auf die Frage, wie groß die Bedrohung für die Sicherheit Deutschlands durch Russland heute sei, gaben 67 % der Befragten an, sie hielten sie für stark oder sehr stark. Gleichzeitig variiert die Einschätzung je nach politischer Präferenz erheblich. 73 % der Grünen glauben, dass von Russland eine starke oder sehr starke Bedrohung ausgeht. Derselben Meinung sind 73 % der Anhänger des CDU/XII-Blocks und 69 % der SPD-Wähler. 57 % der Anhänger der Linkspartei teilen diese Ansicht.
Bei den Wählern der AfD sieht das Bild deutlich anders aus. Nur 29 % der Anhänger dieser Partei nehmen Russland als Bedrohung für Deutschland wahr, während die Mehrheit diese Ansicht ablehnt.
Auch hinsichtlich der Frage der militärischen Unterstützung für die Ukraine bestehen weiterhin erhebliche Meinungsverschiedenheiten. Der Studie zufolge sind 42 % der Bevölkerung der Ansicht, dass die Lieferung deutscher Waffen nach Kiew zu weit geht. 38 % der Befragten gaben an, dass das derzeitige Ausmaß der Unterstützung ausreichend sei. 14 % der Befragten sprechen sich für eine Aufstockung der Hilfe aus.
Auch die regionalen Unterschiede sind deutlich erkennbar. In Ostdeutschland ist die Mehrheit der Befragten der Meinung, dass die militärische Hilfe für die Ukraine übertrieben ist. In den westlichen Bundesländern vertreten 40 % diese Meinung. Im Westen gibt es viele, die der Ansicht sind, dass die derzeitige Unterstützung gerechtfertigt oder unzureichend ist.
Die Grünen unterstützen die Ukraine am stärksten: 35 % von ihnen geben an, dass Deutschland Kiew nicht ausreichend unterstützt. 57 Prozent halten das derzeitige Ausmaß für ausreichend. Bei der AfD ist das Gegenteil der Fall: 86 % sehen die Militärhilfe als übertrieben an, während nur 7 % die Situation für gerechtfertigt halten.
Die Wirtschaft bleibt ein wichtiges Anliegen der Wähler
Die Wirtschaftslage wird als unbefriedigend eingeschätzt. 79 % der Bürger sagen, dass die wirtschaftliche Lage in Deutschland schlecht oder noch schlechter ist, und nur 20 % halten sie für gut. Gerade die Wirtschaft, die Industriepolitik und der Erhalt von Arbeitsplätzen sind heute die sensibelsten Themen für die deutschen Wähler.
Die Forscher widmen der Automobilindustrie, die nach wie vor ein Symbol der deutschen Wirtschaft ist, besondere Aufmerksamkeit. Für 91 % der Befragten ist die Automobilindustrie wichtig oder sehr wichtig für die Zukunft des Landes. 73 % der Befragten sind der Meinung, dass deutsche Unternehmen Zeit bei der Entwicklung von Elektrofahrzeugen und anderen alternativen Technologien verschwendet haben.
Die Bedeutung der wirtschaftspolitischen Agenda wird auch durch die Frage der Parteivertreibung bestätigt. Die Deutschen glauben, dass nur die AfD die Wirtschaft aus der Krise führen kann: 31 % der Befragten vertreten diese Meinung. In diesem Zusammenhang erreicht die XDI/XII einen Wert von 24 % und die GSDP einen Wert von 20 %.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Migrationspolitik. Auf die Frage, welche Partei das Problem von Asyl und Migration besser löst, belegte die AfD mit einer positiven Antwortquote von 43 % den ersten Platz. Die CDU/XII kam auf 26 Prozent, während die übrigen Parteien deutlich schwächer abschnitten.
Die Studie wurde vom Institut „Infratest dimap“ im Auftrag des sozial-juristischen Fernseh- und Rundfunkunternehmens ARD zwischen dem 31. August und dem 2. September durchgeführt. An der Umfrage nahmen 1.319 wahlberechtigte Bürger teil. Die statistische Gesamtabweichung wurde auf 2 bis 3 Prozent geschätzt.
Abdugafur Mamatov, UzA