Akramjon Nematov: Zentralasien entwickelt ein nachhaltiges Modell für die regionale Klimakooperation
In seinem Kommentar zu den Ergebnissen des Regionalen Ökologiegipfels, der am 22. April in Astana stattfand, stellte Akramjon Nematov, Erster Stellvertretender Direktor des Instituts für strategische und regionale Studien beim Präsidenten der Republik Usbekistan, fest, dass das Treffen einen weiteren wichtigen Schritt zur stetigen Stärkung des regionalen Dialogs über die Klimaagenda darstelle.
Ihm zufolge knüpft das Forum logisch an eine Reihe bedeutender internationaler Veranstaltungen an, darunter das Samarkand-Klimaforum sowie Konferenzen in Duschanbe und Bischkek, die sich auf den Erhalt von Gletschern und Bergökosystemen konzentrierten.
In diesem Zusammenhang unterstreicht die bevorstehende internationale Konferenz zu Wasserfragen, die im Mai in Duschanbe unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen stattfinden soll, die Entstehung einer kohärenten und umfassenden regionalen Agenda.
Der ISRS-Vertreter betonte, dass, wie vom Präsidenten Usbekistans angemerkt, die Umweltdiplomatie in Zentralasien heute eine qualitativ neue Ebene erreicht, systematischer und konsequenter wird und einen umfassenderen Wandel in der Regionalpolitik widerspiegelt: Die Länder Zentralasiens erkennen nicht nur das Ausmaß der klimatischen Herausforderungen an, sondern zeigen auch eine klare Bereitschaft, Verantwortung für deren Bewältigung zu übernehmen.
Dies beinhaltet sowohl die Bündelung der Anstrengungen innerhalb der Region als auch die Mobilisierung der internationalen Gemeinschaft und unterstreicht den grenzüberschreitenden und globalen Charakter von Klimafragen, die einen multilateralen Ansatz erfordern. In diesem Zusammenhang verwies der Experte auf die Verabschiedung mehrerer Resolutionen der Generalversammlung der Vereinten Nationen in den letzten Jahren, darunter Initiativen Usbekistans zum Klimawandel und zur Aufforstung in Zentralasien.
Herr Nematov hob zudem hervor, dass eines der wichtigsten Ergebnisse des Forums die klare Bestätigung der Bereitschaft der Region sei, von deklarativen Verpflichtungen zur praktischen Koordinierung von Maßnahmen überzugehen.
Insbesondere die Verabschiedung der Deklaration zur Umweltsolidarität in Zentralasien und des Aktionsprogramms bis 2030, das in Partnerschaft mit UN-Einrichtungen umgesetzt wird, zeugt von der zunehmenden Institutionalisierung der regionalen Zusammenarbeit und ihrer Offenheit für internationales Engagement.
Dem Experten zufolge ist ein weiterer wichtiger Faktor das Vorhandensein eines etablierten politischen und strategischen Rahmens für die Zusammenarbeit, einschließlich des Regionalprogramms „Grüne Agenda für Zentralasien“, der regionalen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel und des regionalen Umweltprogramms für nachhaltige Entwicklung. Dies bildet eine solide Grundlage für einen systematischen und koordinierten Ansatz zur Bewältigung von Umweltproblemen.
Nach Angaben des ISRS-Vertreters hat das Forum gezeigt, dass die Länder der Region nicht nur das Ausmaß der klimatischen Herausforderungen umrissen, sondern auch zentrale Prioritäten für deren Bewältigung festgelegt haben. Zu diesen Prioritäten gehören die koordinierte Mobilisierung finanzieller und technischer Hilfe, die Stärkung der wissenschaftlichen Basis, die technologische Modernisierung sowie die Entwicklung harmonisierter Ansätze für den ökologischen Wandel.
Besonderes Augenmerk wird auf die Gewinnung privater Investitionen, die Förderung öffentlich-privater Partnerschaften, die Schaffung einer einheitlichen wissenschaftlichen und methodischen Plattform, den Ausbau gemeinsamer Überwachungs- und Forschungsbemühungen sowie die Einbindung der Jugend und die Förderung der Umwelterziehung gelegt.
In diesem Zusammenhang hob Herr Nematov insbesondere die vom Präsidenten der Republik Usbekistan, Shavkat Mirziyoyev, vorgeschlagenen Initiativen hervor und betonte deren praktischen und institutionellen Charakter. Dazu gehören die Gründung eines zwischenstaatlichen Konsortiums „Clean Air for Central Asia“, die Entwicklung eines „Green Trade Corridor“ sowie die Schaffung eines einheitlichen Investitionsportfolios für Klimaprojekte.
Nach Ansicht des Experten zielen diese Initiativen darauf ab, regionale Mechanismen zur Mobilisierung von Klimafinanzierungen zu institutionalisieren, den Technologietransfer zu erleichtern und die Attraktivität der Region für Investitionen zu steigern. Ihre Umsetzung soll die industrielle Modernisierung beschleunigen, die Einführung umweltfreundlicher Technologien fördern und die Wettbewerbsfähigkeit regionaler Produkte stärken.
Darüber hinaus, so betonte der ISRS-Vertreter, steigert der Übergang von fragmentierten Initiativen zu einer kohärenten regionalen Strategie die Vorhersehbarkeit und Attraktivität Zentralasiens für internationale Partner und Investoren.
Herr Nematov widmete auch Initiativen zur Stärkung des wissenschaftlichen und analytischen Kooperationsrahmens der Region besondere Aufmerksamkeit, darunter die Einrichtung eines Regionalzentrums zur Bekämpfung der Wüstenbildung, die Entwicklung eines einheitlichen Atlas der Umweltveränderungen sowie eines regionalen Roten Datenbuchs.
Seiner Ansicht nach werden diese Maßnahmen dazu beitragen, ein einheitliches Datensystem zu schaffen, eine vergleichbare Überwachung von Bodendegradation, Wüstenbildung und Wasserressourcen zu gewährleisten und eine solide wissenschaftliche Grundlage für eine koordinierte Entscheidungsfindung auf regionaler Ebene zu bieten.
Nach Ansicht des Experten ist ein wichtiger Punkt der Agenda die Initiative des Präsidenten Usbekistans zur Ausrichtung eines Weltjugend-Klimaforums, das darauf abzielt, junge Menschen systematisch in Prozesse der nachhaltigen Entwicklung einzubinden und das Umweltbewusstsein zu fördern.
In diesem Zusammenhang erklärte Herr Nematov, dass die Umsetzung dieser Initiative in Zusammenarbeit mit dem auf der COP29 in Baku eingerichteten Jugend-Umweltbeirat erfolgen werde, wodurch institutionelle Kontinuität gewährleistet und das Potenzial für internationale Koordinierung im Bereich der Jugendklimaagenda gestärkt werde.
Der Experte hob zudem die Bedeutung der vom Präsidenten Usbekistans angekündigten Veranstaltungen hervor, darunter die 8. Versammlung der Globalen Umweltfazilität, die vom 31. Mai bis 5. Juni in Samarkand stattfinden soll, sowie das für Ende September geplante Weltforum zum Wasserschutz. Diese Veranstaltungen gelten als wichtige internationale Plattformen für die Entwicklung koordinierter Lösungen und die Stärkung der globalen Umweltsolidarität und spiegeln Usbekistans kontinuierliches Vorantreiben einer globalen Agenda in den Bereichen Umwelt und Wasser wider.
Herr Nematov zeigte sich zuversichtlich, dass die konsequente Umsetzung dieser Initiativen es den Ländern der Region ermöglichen wird, sich nicht nur an steigende Klimarisiken anzupassen, sondern diese auch zu einem Motor für technologische Erneuerung, Wirtschaftswachstum und stärkere soziale Stabilität zu machen.
Insgesamt, so schloss der ISRS-Vertreter, bestätigten die Ergebnisse des Forums erneut, dass die Klimaagenda in Zentralasien zu einer strategischen Priorität wird. Sie entwickelt sich nicht nur als Reaktion auf neue Herausforderungen, sondern auch als wichtiger Faktor für die Stärkung der regionalen Vernetzung, die Bündelung von Anstrengungen und die Gestaltung eines nachhaltigen Entwicklungsmodells, das auf die langfristige Stabilität des gesamten eurasischen Raums ausgerichtet ist.
UzA