ADB-Präsident: „Hochwertige, nachhaltige Investitionen fließen dorthin, wo Vertrauen herrscht“
Samarkand hat sich zu einer Plattform für den internationalen Wirtschaftsdialog und die Erörterung von Investitionsaussichten entwickelt.
Im Rahmen der 59. Jahrestagung des Gouverneursrats der Asiatischen Entwicklungsbank nehmen Vertreter von Regierungen, Investoren, Experten und Fachleute aus internationalen Organisationen an den Veranstaltungen teil. Im Mittelpunkt stehen die Gewinnung nachhaltiger ausländischer Direktinvestitionen für Zentralasien, die Entwicklung des Kapitalmarkts und die Verbesserung des Investitionsklimas.

Auf dem Seminar zur Förderung hochwertiger und nachhaltiger ausländischer Direktinvestitionen in Zentralasien betonte der Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank, Masato Kanda, erneut die wachsende Komplexität der Weltwirtschaft. Er wies darauf hin, dass die Unsicherheit im internationalen Handel anhält. Der Konflikt im Nahen Osten verschärft die geopolitischen Risiken, übt Druck auf Wachstum und Inflation aus und stört gleichzeitig die Lieferketten für wichtige Rohstoffe.
„Die Lage bleibt unbeständig“, sagte Masato Kanda. „Anhaltende Störungen könnten die Wirtschaftstätigkeit stark belasten und die Abwärtsrisiken erhöhen, auch im Kaukasus sowie in Zentral- und Westasien. Dennoch geht die Region aus einer Position der Stärke in diese Phase. In diesem Umfeld kommt ausländischen Direktinvestitionen eine entscheidende Rolle zu. Sie können dazu beitragen, Infrastrukturlücken zu schließen, die Energiewende zu beschleunigen, die digitale Transformation voranzutreiben und hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen. Doch Kapital allein reicht nicht aus. Hochwertige, nachhaltige Investitionen fließen dorthin, wo Vertrauen herrscht. Vertrauen, das auf klaren politischen Leitlinien, starken Institutionen und fairen, vorhersehbaren Regeln beruht.“
Masato Kanda hob insbesondere die in den letzten Jahren in Usbekistan durchgeführten Reformen hervor und bewertete die praktischen Maßnahmen zur Verbesserung des Investitionsklimas sehr positiv. Er wies darauf hin, dass Usbekistan mit Unterstützung der ADB seinen Investitionsrahmen modernisiert habe, darunter das Gesetz über internationale Handelsschiedsgerichtsbarkeit, sowie den nachhaltigen Kapazitätsaufbau für Richter, Anwälte und Unternehmen.

„Ausländische Direktinvestitionen beruhen letztlich auf Vertrauen“, sagte der Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank. „Vertrauen darauf, dass Verträge eingehalten, Streitigkeiten unparteiisch beigelegt und Entscheidungen durchgesetzt werden. Eine vorhersehbare Streitbeilegung ist kein technisches Detail. Sie ist entscheidend für langfristige Investitionen. Ein wichtiges Ergebnis unserer Partnerschaft ist Usbekistans Roadmap für nachhaltige Reformen der Investitionspolitik, die gemeinsam mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) entwickelt wurde. Sie stärkt den Wettbewerb, verbessert die Investitionsförderung, fördert verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln und unterstützt die Energie- und digitale Wende. Sie signalisiert, dass Usbekistan offen und wettbewerbsfähig ist und bereit ist, ein bevorzugter Standort für hochwertige Investitionen zu sein.“
Es wurde auch angemerkt, dass Usbekistans Bestreben, das Internationale Finanzzentrum Taschkent zu errichten, diese Ausrichtung widerspiegelt und sich auf globale Best Practices stützt, um das Vertrauen der Investoren zu stärken.
Der ADB-Präsident ging auch auf das Thema der regionalen Integration ein und stellte fest, dass angesichts geopolitischer Instabilität kein Land große Herausforderungen allein bewältigen kann.
„Kein Land kann dies alleine erreichen. In einer Zeit der Unsicherheit und geopolitischer Spannungen ist eine stärkere regionale Zusammenarbeit unerlässlich. Initiativen wie das Partnerschaftsabkommen zur Handels- und Investitionserleichterung im Rahmen der Zentralasiatischen Regionalen Wirtschaftskooperation (CAREC) sind praktische Schritte zur Ausweitung des grenzüberschreitenden Handels und der Investitionen in der gesamten Region“, sagte Masato Kanda.
Abschließend forderte Masato Kanda, dem eigentlichen Wesen des Investitionsprozesses besondere Aufmerksamkeit zu widmen, und betonte, dass es bei Investitionen nicht nur um Finanzierung gehe. Es gehe um die geschaffenen Arbeitsplätze, die gegründeten Unternehmen und die verbesserten Lebensbedingungen.
Damit hat sich das Forum in Samarkand als wichtige Plattform etabliert, um vorrangige Bereiche nicht nur für regionale, sondern auch für globale Wirtschaftspartnerschaften zu definieren.
Musulmon Ziyo, UzA