Usbekistan heißt Investoren herzlich willkommen
In den heutigen turbulenten Zeiten, in denen die globalen geopolitischen Spannungen zunehmen und das Vertrauen in das internationale Handelssystem schwindet, lenken sich die Kapitalströme auf neue, sichere und schnell wachsende „sichere Häfen“ um.
In dieser Zeit hat Usbekistan erneut die Aufmerksamkeit der globalen Wirtschaftselite auf sich gezogen.
In seiner Rede vor Tausenden von Delegierten aus über hundert Ländern auf dem Fünften Internationalen Investitionsforum in Taschkent fasste Präsident Shavkat Mirziyoyev die wirtschaftlichen Erfolge des Landes zusammen und stellte einen neuen wirtschaftlichen Rahmen für die zentralasiatische Region in naher Zukunft vor. Diese Rede war mehr als nur eine offizielle Ansprache. Sie diente als strategische Deklaration einer Nation, die vor einem bedeutenden Wandel steht.
Einen Traum Wirklichkeit werden lassen: eine vierjährige Reise
Auf dem ersten Forum verkündete Usbekistan ein ehrgeiziges Ziel: bis 2026 ein Bruttoinlandsprodukt von 100 Milliarden US-Dollar zu erreichen. Prognosen zufolge wird das BIP jedoch bis Ende dieses Jahres 180 Milliarden US-Dollar übersteigen und damit das ursprüngliche Ziel fast verdoppeln.
In den letzten Jahren hat Usbekistan ausländische Investitionen in Höhe von über 150 Milliarden US-Dollar angezogen, davon allein 123 Milliarden US-Dollar in den letzten fünf Jahren. Dies zeugt von großem Vertrauen in unser Land. Das Wirtschaftswachstum von 7,7 Prozent im vergangenen Jahr, der Anstieg der Währungsreserven auf 70 Milliarden US-Dollar, eine bessere Platzierung im Index der wirtschaftlichen Freiheit sowie der Beitritt zur Gruppe der mäßig freien Volkswirtschaften spiegeln jahrelange konsequente Anstrengungen wider.
Gewährleistung von Schutz: Investorenrechte als unantastbarer Wert
Für die Wirtschaft sind Rechtsstaatlichkeit und Vertrauen in die Zukunft nach wie vor von entscheidender Bedeutung.
Der Staatschef kündigte eine neue Initiative an, die Investoren garantierte Sicherheiten bietet. Das Land richtet das „Tashkent International Financial Center“ ein, dessen rechtlicher Rahmen durch ein Verfassungsgesetz festgelegt wird. Ansässige innerhalb des Zentrums profitieren von Nullsätzen bei der Gewinnsteuer, der Mehrwertsteuer, der Grundsteuer und den Zöllen. Diese Anreize gelten für 50 Jahre.
Bemerkenswert ist, dass das Zentrum ein auf englischem Recht basierendes System einführen wird und ein unabhängiges Internationales Handelsgericht in Taschkent mit ausländischen Richtern eingerichtet wird.
Usbekistans Plan, dem UN-Übereinkommen von Singapur über die Mediation beizutreten, unterstreicht sein Bekenntnis zu internationalen Rechtsstandards. Dies bedeutet, dass Investoren keinen Rechtsschutz im Ausland in Anspruch nehmen müssen, da Usbekistan nun die notwendigen Garantien im Inland bietet.
Ein finanzieller Meilenstein, der an der Londoner Börse Aufmerksamkeit erregte
Usbekistan erweitert seine wirtschaftlichen Möglichkeiten durch den Ausbau seines Kapitalmarktes und die Einführung neuer Finanzinstrumente. Dreißig Prozent der Anteile des Nationalen Investitionsfonds wurden sowohl an der Taschkenter als auch an der Londoner Börse notiert. Dies war der größte Börsengang an der Londoner Börse in den letzten fünf Jahren und zog weltweite Aufmerksamkeit der Finanzwelt auf sich. Aufbauend auf diesem Erfolg werden in Kürze neue Gesetze „Über den Kapitalmarkt“ und „Über alternative Investmentfonds“ in Kraft treten. Zudem wird ein Programm zur Emission staatlicher islamischer Anleihen, sogenannter Sukuk, gestartet, um die Investitionsquellen zu diversifizieren.
Diese Maßnahmen sollen voraussichtlich zusätzliches Kapital in Höhe von mindestens 10 Milliarden US-Dollar für lokale Unternehmen generieren. In diesem Jahr werden bei Auktionen Immobilienvermögen, staatliche Beteiligungen an Unternehmen und Grundstücke im Wert von 6 Milliarden US-Dollar angeboten.
Von den Tiefen der Erde bis zur Spitzentechnologie
Usbekistan entwickelt sich zu einem Industriezentrum, das eine Wertschöpfungskette mit hoher Wertschöpfung aufbaut.
Das Land verfügt über riesige natürliche Ressourcen, darunter Gold, Kupfer, Uran, Wolfram, Gas und andere seltene Mineralien. Der geschätzte Wert dieser strategischen Bodenschätze liegt bei rund 3 Billionen US-Dollar.
Das Hauptziel besteht jedoch darin, diese Ressourcen entlang einer Kette von der Gewinnung bis hin zu Fertigprodukten zu verarbeiten.
In den kommenden fünf Jahren wird das Volumen der Produkte der Hightech-Industrie um das 2,5-Fache steigen. Die Technoparks „Metals of the Future“ in Taschkent und Samarkand sowie Projekte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar im chemischen Sektor und Initiativen im Wert von 30 Milliarden US-Dollar im Maschinenbau und in der Arzneimittelindustrie verdeutlichen die erheblichen Investitionsmöglichkeiten für internationale Unternehmen.
Ein digitaler Durchbruch in Karakalpakstan und der Wandel hin zu ökologischer Nachhaltigkeit
Grüne Energie und künstliche Intelligenz sind aus der heutigen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken.
Usbekistan hat das ehrgeizige Ziel angekündigt, den Anteil grüner Energie an der gesamten Stromerzeugung in den kommenden Jahren auf 54 Prozent zu steigern.
Die KI-Branche soll innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Mehrwert von mindestens 10 Milliarden US-Dollar schaffen. Um diese Expansion zu fördern, hat das Land die Initiative „Five Million Leaders“ ins Leben gerufen.
In Karakalpakstan wurde eine Sonderzone für KI-Initiativen und Rechenzentren eingerichtet. Investoren werden hier bis 2040 Steuer- und Zollbefreiungen garantiert. Die Regierung finanziert den Ausbau der Infrastruktur, und es wurde ein rekordtiefer Stromtarif von nur 5 Cent pro Kilowattstunde eingeführt.
Zentralasien als gemeinsamer regionaler Raum
Usbekistan hat gezeigt, dass es das geoökonomische Umfeld maßgeblich umgestalten kann. Durch den Bau einer wichtigen Eisenbahnverbindung mit China und Kirgisistan, die Schaffung des Trans-Afghan-Korridors mit Anbindung an südliche Häfen und den Ausbau des Mittelkorridors über das Kaspische Meer positioniert sich das Land als wichtiges Bindeglied zwischen Asien und Europa.
Darüber hinaus entsteht in Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien ein großer internationaler Flughafen, der für ein jährliches Passagieraufkommen von 20 Millionen ausgelegt ist. Zudem markiert die Gründung der „Regional Alliance of Investment Councils for Central Asia and the Caucasus“, initiiert von der ADB und der EWE, den Beginn einer gemeinsamen Investitionszone.
Städte mit mehr als einer Million Einwohnern und Märkten im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar
Das rasante Bevölkerungswachstum – die Einwohnerzahl nähert sich 40 Millionen – erfordert neue Urbanisierungsinitiativen. Bis 2040 wird sich der Wohnungsbau voraussichtlich verdoppeln, und der Urbanisierungsgrad soll 65 Prozent erreichen.
Eine moderne Megastadt – Neu-Taschkent – geplant für 2 Millionen Einwohner – entsteht derzeit in der Nähe der Hauptstadt. Unterdessen entwickeln sich Andijan, Namangan und Samarkand zu Städten mit mehr als einer Million Einwohnern. Diese Entwicklung garantiert einen lukrativen Markt für Immobilieninvestoren mit einem jährlichen Bauvolumen von mindestens 10 Milliarden US-Dollar.
Zudem wurden PPP-Projekte im Wert von 27 Milliarden US-Dollar zum Aufbau der Infrastruktur entwickelt. Usbekistan könnte jährlich 15 bis 20 Millionen ausländische Touristen anziehen und damit mindestens 15 Milliarden US-Dollar an Tourismuseinnahmen generieren.
Der agroindustrielle Sektor strebt an, die Obst- und Gemüseexporte durch den Einsatz fortschrittlicher Agrartechnologien auf 10 Milliarden US-Dollar zu steigern.
Alle 14 regionalen Führungskräfte sind bereit, Investoren willkommen zu heißen und ihnen umfassende Hilfe und Unterstützung anzubieten.
Investoren mit guten Absichten sind stets herzlich willkommen
In seiner Rede definierte der Präsident den Begriff „Investition“ neu und ging dabei über die rein wirtschaftliche Bedeutung hinaus, indem er ihn als eine Sammlung menschlicher Werte darstellte: „Für uns umfasst eine Investition nicht nur wirtschaftliche Ressourcen, sondern auch fortschrittliche Technologien, modernes Wissen und Erfahrung, neue Arbeitsplätze sowie eine Entwicklung, die den aktuellen Trends entspricht.“
Diese Worte spiegeln das authentische Ziel Usbekistans wider. Das Land strebt nicht nur finanzielle Unterstützung an, sondern auch Partner, die sich der gemeinsamen Gestaltung der Zukunft verschrieben haben.
„Die wichtigsten Partner bei der Verwirklichung jedes großen Traums oder Ziels sind zweifellos Investoren mit guten Absichten. Daher stehen die Türen des Neuen Usbekistan für ausländische Unternehmer, die mit großem Vertrauen und vielversprechenden Ideen in unser Land kommen, stets offen.“
Diese Kernbotschaft, die in echter Gastfreundschaft verwurzelt ist, legte den Grundstein für das Internationale Investitionsforum in Taschkent.
Diese historische Ansprache legte die Entwicklungsstrategie Usbekistans für das nächste Jahrzehnt fest und bekräftigte seine Position als verlässlicher, attraktiver und vielversprechender Partner in der Weltwirtschaft.
Alovaddin Gafforov, UzA