Saudi-Arabien ehrt die Preisträger des König-Faisal-Preises 2026
Unter der Schirmherrschaft des Hüters der beiden Heiligen Moscheen, König Salman bin Abdulaziz Al Saud, und in dessen Namen ehrte Prinz Mohammed bin Abdulrahman bin Abdulaziz, stellvertretender Gouverneur von Riad, die Preisträger des König-Faisal-Preises 2026 im Rahmen der 48. Preisverleihungszeremonie, die am Mittwochabend in der Prince Sultan Grand Hall im Al-Faisaliah Hotel in Riad stattfand.

In einer Rede während der Zeremonie erklärte Prinz Turki bin Faisal bin Abdulaziz, Vorsitzender des König-Faisal-Zentrums für islamische Forschung und Studien, der Preis sei weiterhin bestrebt, Wissen zu würdigen und Gelehrte zu ehren, deren Beiträge der Menschheit dienen, im Einklang mit den Leitlinien der Führung des Königreichs, die darauf abzielen, die Entwicklung auf nationaler, regionaler und globaler Ebene voranzutreiben. Er gratulierte den Preisträgern.
Der Generalsekretär des Preises, Abdulaziz Alsebail, stellte anschließend die sieben Preisträger vor und würdigte ihre herausragenden Leistungen in den Bereichen Dienst am Islam, Islamwissenschaft, arabische Sprache und Literatur, Medizin und Wissenschaft.
Der Preis für Verdienste um den Islam wurde gemeinsam an Sheikh Abdullatif Ahmed Al Fozan, den Vorstandsvorsitzenden der Al Fozan Company, verliehen, in Anerkennung seines herausragenden Engagements für wohltätige Arbeit, einschließlich seiner Unterstützung für wirkungsvolle Initiativen zur Deckung von Entwicklungsbedürfnissen, sowie für die Gründung der „Ajwad-Stiftung“ als gemeindebasierte Plattform zur Initiierung und Entwicklung humanitärer Programme.
Der Preis wurde außerdem an Dr. Muhammad Muhammad Abu Musa, Professor an der Al-Azhar-Universität in Ägypten, für seine wissenschaftlichen Beiträge zur arabischen Sprache, insbesondere zur Rhetorik, verliehen, die er durch die Verfassung von mehr als 30 Fachbüchern geleistet hat, welche die wundersame Natur des Heiligen Korans beleuchten.
Er erhielt den Preis zudem für seine Rolle als Gründungsmitglied des Rates der Senior-Gelehrten an der Al-Azhar, seine Teilnahme an zahlreichen internationalen akademischen Konferenzen, seine Durchführung von mehr als 300 wissenschaftlichen Vorlesungen in der Al-Azhar-Moschee zu klassischen Texten sowie seine Bemühungen zur Stärkung der kulturellen Identität unter jungen Menschen.
Was den König-Faisal-Preis für Islamische Studien zum Thema „Handelswege in der islamischen Welt“ betrifft, so verlieh das Komitee den Preis gemeinsam an Dr. Abdelhamid Hussein Mahmoud Hammouda, Professor an der Fayoum-Universität in Ägypten, für seine umfassende und objektive wissenschaftliche Arbeit zur Untersuchung von Land- und Seehandelswegen, deren Netzwerken und Verzweigungen im islamischen Osten, im Irak, in Persien, auf der Arabischen Halbinsel, in der Levante, in Ägypten und in der Sahara.
Der Preis wurde außerdem an Dr. Muhammad Wahib Hussein, Professor an der Hashemite-Universität in Jordanien, für seine originelle Forschung verliehen, die auf direkten archäologischen Felduntersuchungen basiert und durch präzise GPS-gestützte Koordinatendokumentation sowie detaillierte analytische Karten untermauert wird. Seine Methodik zeichnete sich dadurch aus, dass sie Korantexte mit geografischen und Felddaten verknüpfte und so eine ausgewogene wissenschaftliche Betrachtung der mekkanischen Handelsroute in ihrem historischen und geografischen Kontext ermöglichte. Seine Arbeit wurde als qualitative Bereicherung für die Dokumentation früher Handelsrouten auf der Arabischen Halbinsel angesehen.
Was den König-Faisal-Preis für arabische Sprache und Literatur mit dem Thema „Arabische Literatur auf Französisch“ betrifft, so wurde der Preis an Professor Pierre Larcher von der Universität Aix-Marseille in Frankreich verliehen. Die Auszeichnung würdigte seine innovative Vermittlung arabischer Literatur an ein französischsprachiges Publikum, die bei Kritikern und Wissenschaftlern große Anerkennung gefunden hat, sowie seine rigorose akademische Methodik bei der Erforschung klassischer arabischer Poesie und deren Einbettung in französische kulturelle Kontexte. Sein wissenschaftliches Werk umfasst herausragende französische Übersetzungen der Mu‘allaqat sowie tiefgreifende wissenschaftliche Studien zur vorislamischen Poesie.
Der König-Faisal-Preis für Medizin unter dem Motto „Entdeckungen, die die Adipositas-Therapeutik verändern“ wurde an Professorin Svetlana Mojsov von der Rockefeller University in den Vereinigten Staaten verliehen.
Das Komitee würdigte ihre bahnbrechende Entdeckung des biologisch aktiven Glucagon-ähnlichen Peptids-1 (GLP-1) als Hormon mit Rezeptoren in der menschlichen Bauchspeicheldrüse, im Herzen und im Gehirn. Durch fortschrittliche biochemische Peptidtechniken und präzise physiologische Studien zeigte ihre Forschung, dass GLP-1 ein starker Stimulator der Insulinsekretion ist, was wesentlich zur Entwicklung einer neuen Klasse von Therapien für Diabetes und Adipositas beiträgt.
Der König-Faisal-Preis für Wissenschaft mit dem Thema „Mathematik“ wurde hingegen an Professor Carlos Kenig von der University of Chicago in den Vereinigten Staaten verliehen. Der Preis würdigte seine bahnbrechenden Beiträge zur mathematischen Analyse, die das Verständnis nichtlinearer partieller Differentialgleichungen grundlegend vorangebracht haben. Seine Arbeit hat einflussreiche mathematische Techniken eingeführt, die heute in der Forschung weit verbreitet sind und deren Anwendungen von der Strömungsmechanik über die Glasfasertechnik bis hin zur medizinischen Bildgebung reichen.
