John Lee Ka-chiu: „Usbekistan ist einer unserer wichtigsten strategischen Partner in Zentralasien“
In einer Zeit, in der neue Verkehrskorridore, Finanzzentren und regionale Zusammenarbeit für die Weltwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen, rücken die Länder Zentralasiens in den Fokus der internationalen Geschäftswelt.
Die in den letzten Jahren durchgeführten Wirtschaftsreformen, die Verbesserung des Investitionsklimas und die offene Außenpolitik Usbekistans stärken die Attraktivität des Landes für internationale Partner.
Die von John Lee Ka-chiu, dem Regierungschef der Sonderverwaltungszone Hongkong, während seines Besuchs in Zentralasien geäußerte Meinung unterstreicht das wachsende Interesse an der Region.
– Ich spreche der Regierung Usbekistans meinen tiefen Dank für die aufrichtige Gastfreundschaft und die hervorragende Organisation des Besuchsprogramms aus, – sagt John Lee Ka-chiu. – Mein besonderer Dank gilt auch dem Team der chinesischen Botschaft in Usbekistan für seine Unterstützung.
Usbekistan ist das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens und eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Region. In den letzten Jahren lag die BIP-Wachstumsrate des Landes stets über 5 %, und Usbekistan entwickelt sich zu einem wichtigen Partner für Hongkong beim Zugang zum zentralasiatischen Markt.
Am ersten Tag des Besuchs fand ein Treffen mit dem usbekischen Außenminister Bakhtiyor Saidov statt. Es wurde ein bilaterales Abkommen zur Einführung einer visumfreien Regelung unterzeichnet. Bürger beider Länder können künftig 30 Tage lang visumfrei reisen.
Es fanden Gespräche mit dem usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev, Premierminister Abdulla Aripov, dem Präsidentenberater Shukhrat Vafoyev und dem stellvertretenden Premierminister Jamshid Khodjayev statt. Es wurde Einvernehmen über den Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Finanzen, Handel, Luftfahrt und anderen Bereichen erzielt.
Wir bauen einen aktiven Dialog mit der usbekischen Wirtschaft auf. Das Wirtschaftsforum, an dem Vertreter des Hong Kong Trade Development Council und der Industrie- und Handelskammer Usbekistans teilnahmen, diente als wichtige Plattform für die Erörterung neuer Investitions- und Handelsprojekte.
Im Rahmen des Besuchs machten wir uns mit den Aktivitäten des IT Park Usbekistan vertraut. Bei einem Treffen mit dem Minister für digitale Technologien, Sherzod Shermatov, diskutierten wir die Zusammenarbeit im Bereich Innovation.
Ziel der Reise nach Zentralasien ist es, neue Märkte zu erschließen, die zwischenstaatlichen Beziehungen zu stärken und ein Kooperationsmodell nach dem „Hub-to-Hub“-Prinzip zu entwickeln.
Eine Delegation aus Vertretern von mehr als 70 Unternehmen aus Hongkong und China traf in Kasachstan und Usbekistan ein. Sie nahmen aktiv an mehr als 20 Veranstaltungen teil. Insgesamt wurden 96 Kooperationsmemorandums und Absichtserklärungen unterzeichnet. Das Gesamtprojektvolumen wurde auf mehr als 1,65 Milliarden US-Dollar festgelegt.
Eine der wichtigsten Entscheidungen im Rahmen der Zusammenarbeit ist der Plan, ein Generalkonsulat des Landes in Hongkong zu eröffnen. Es wurden Vereinbarungen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung getroffen, und Verhandlungen über ein Abkommen zum gegenseitigen Investitionsschutz wurden aufgenommen. Im Zollbereich ist ein Mechanismus zur gegenseitigen Anerkennung von zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten geplant.
Der Vorsitzende des Hong Kong Trade Development Council, Peter Lam, lobte ebenfalls die Ergebnisse des Besuchs. Er merkte an, dass der Besuch Möglichkeiten für neue Geschäftsvorhaben geschaffen habe. In Kasachstan und Usbekistan laufen derzeit Verhandlungen über Großprojekte. Einzelne Unternehmen diskutieren Projekte zum Bau von Anlagen für die Arzneimittelindustrie in Usbekistan sowie zur Herstellung von Produkten der traditionellen chinesischen Medizin unter Verwendung lokaler Rohstoffe.
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Interview von Dilshod Hakimov, Fotos von Sarvar Urmonov, UzA