Alexei Skatin: „Usbekistan entwickelt sich zu einem Knotenpunkt eurasischer Verkehrskorridore“
Alexei Skatin, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Eurasischen Entwicklungsbank, nahm im Rahmen des Internationalen Investitionsforums in Taschkent an der Podiumsdiskussion zum Thema „Transformation des Eisenbahnsektors und Entwicklung neuer Logistikkorridore in Zentralasien: Investitionsmöglichkeiten und regionale Anbindung“ teil.
In seiner Rede hob Alexei Skatin die strategische Lage Usbekistans als Knotenpunkt hervor, an dem sich wichtige trans-eurasische Verkehrswege kreuzen. Er wies darauf hin, dass drei wichtige Eisenbahnkorridore durch das Land verlaufen: die Strecke China – Kirgisistan – Usbekistan (derzeit im Bau), die Trans-Afghan-Route und die neue Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke Neu-Taschkent – Samarkand. Darüber hinaus werden die Fertigstellung der Eisenbahnstrecke Darbaza–Maktaaral in Kasachstan und die Einrichtung eines neuen Grenzübergangs Usbekistan an die transkaspische internationale Transportroute (Mittlerer Korridor) anbinden und so den Handel zwischen diesen Ländern fördern.
Alexei Skatin merkte an, dass sich Usbekistan von einem Binnenstaat zu einem Knotenpunkt für Ost-West- und Nord-Süd-Routen entwickelt. Er betonte, dass gerade das Zusammentreffen dieser Routen Usbekistan zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt macht und nicht nur zu einem bloßen Transitpunkt.

Der Redner erklärte, dass die Entwicklung von Verkehrskorridoren ohne den gleichzeitigen Ausbau der Lagerinfrastruktur, der Trockenhäfen und der Containerterminals unmöglich sei. Nach Schätzungen der EDB könnte sich die Nachfrage nach Lagerflächen in Usbekistan mehr als versiebenfachen. Das derzeitige Angebot ist nach wie vor gering – und genau darin liegt das Wachstumspotenzial.
„Ein Verkehrskorridor funktioniert nur, wenn Güter über ihn transportiert werden. Deshalb betrachten wir Lagerhäuser, Trockenhäfen und Terminals gemeinsam mit den Verkehrsrouten und nicht getrennt davon. Lagerhäuser sind kein Zusatz zu den Korridoren – sie sind eine Voraussetzung dafür, dass die Korridore Einnahmen generieren“, betonte Skatin.
Die EDB ist unter den multilateralen Entwicklungsbanken führend bei der nichtstaatlichen Finanzierung in Zentralasien. Die Bank sieht ihre Aufgabe darin, das Investitionspotenzial sowohl der Korridore als auch der Knotenpunkte – Lagerhäuser, Trockenhäfen und Terminals – in Usbekistan zu erschließen, um der Entwicklung zusätzliche Impulse zu verleihen.
Alexei Skatin hob den Korridor China – Kirgisistan – Usbekistan als eine zentrale Eisenbahninitiative hervor. Dieser befindet sich derzeit im Aufbau und wird eine direkte Containerverbindung zwischen Usbekistan und China schaffen, mit Routen, die bis nach Turkmenistan, in den Südkaukasus, in die Türkei und in die Golfstaaten reichen. Der Containerverkehr durch Usbekistan wird sich voraussichtlich verfünffachen, von 100.000 auf 500.000 TEU. Die transafghanische Eisenbahnstrecke wird einen direkten Zugang zu pakistanischen Häfen ermöglichen und die Transportwege für usbekische Fracht um mindestens 1.000 km verkürzen. Darüber hinaus soll die Hochgeschwindigkeitsstrecke Taschkent–Samarkand, das erste eigenständige Hochgeschwindigkeitsbahnprojekt in Zentralasien, die bestehende Strecke für den Güter- und Containerverkehr entlasten.
Aziza Alimova, UzA