Alexander Ogorodnikov: „Die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Belarus und Usbekistan liegt in gemeinsamen Projekten und einer strategischen Partnerschaft“
Belarus und Usbekistan sind ein Beispiel für eines der aktivsten Modelle der bilateralen Zusammenarbeit im postsowjetischen Raum. Ihre Partnerschaft umfasst den gegenseitigen Handel, die industrielle Zusammenarbeit, gemeinsame Investitionsinitiativen und humanitäre Bemühungen und vertieft sich kontinuierlich.
Im Vorfeld des bevorstehenden Staatsbesuchs des Präsidenten der Republik Usbekistan, Shavkat Mirziyoyev, in der Republik Belarus sprach eine Korrespondentin der UzA mit Alexander Ogorodnikov, dem außerordentlichen und bevollmächtigten Botschafter der Republik Belarus in der Republik Usbekistan. Im Mittelpunkt des Interviews standen der aktuelle Stand der Beziehungen zwischen Belarus und Usbekistan, die wichtigsten Erfolge der bilateralen Zusammenarbeit in den letzten Jahren sowie die Perspektiven für die Entwicklung der Partnerschaft zwischen den beiden Ländern.
– Herr Botschafter, wie würden Sie den aktuellen Stand der Beziehungen zwischen Belarus und Usbekistan bewerten? Welche jüngsten Erfolge in der bilateralen Zusammenarbeit sind für Sie besonders bedeutend, und welche Zukunftschancen sehen Sie für den Ausbau dieser Partnerschaft?
– Zunächst einmal möchte ich Ihnen für diese interessante Frage danken. Heute fällt es leicht, über die Beziehungen zwischen Belarus und Usbekistan zu sprechen, da sich die Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern in praktisch allen Bereichen erfolgreich entwickelt, von der Wirtschaft über Industrie und Landwirtschaft bis hin zur Kultur und humanitären Zusammenarbeit. Eines der wichtigsten Ziele, das sich der Präsident der Republik Usbekistan, Shavkat Mirziyoyev, und der Präsident der Republik Belarus, Alexander Lukaschenko, gesetzt haben, ist die Steigerung des gegenseitigen Handelsvolumens auf eine Milliarde US-Dollar. Bis Ende letzten Jahres hatten wir diese Zahl bereits fast erreicht, und die Ergebnisse der ersten fünf Monate dieses Jahres sowie die Prognosen für die kommenden Monate lassen uns mit Zuversicht sagen, dass das Ziel erreicht wird. Für unsere Länder ist dies ein Meilenstein, der das hohe Niveau der wirtschaftlichen Partnerschaft widerspiegelt. Eine wichtige Etappe in der Entwicklung der Zusammenarbeit war die Umsetzung des Fahrplans 2024–2025, der während des Besuchs des Präsidenten der Republik Belarus in Usbekistan im Jahr 2024 unterzeichnet wurde. Dieses Dokument legte die Hauptbereiche der bilateralen Zusammenarbeit fest. Im Vorfeld des nächsten hochrangigen Besuchs wurde gemeinsam ein neuer Fahrplan für 2026–2030 erarbeitet, der als Grundlage für den Ausbau der Zusammenarbeit in den kommenden Jahren dienen wird. Hervorzuheben ist vor allem das Rekordvolumen des gegenseitigen Handels. Ebenso wichtig ist, dass die Volkswirtschaften unserer Länder nicht miteinander konkurrieren, sondern sich gegenseitig ergänzen. Belarussische Produkte sind auf dem usbekischen Markt erfolgreich vertreten, während usbekische Waren auf dem belarussischen Markt präsent sind, was die Möglichkeiten der Partnerschaft erweitert, anstatt gegenseitigen Wettbewerb zu schaffen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der industriellen Zusammenarbeit. Die Staatschefs haben der Stärkung der technologischen Souveränität Priorität eingeräumt – ein Bereich, in dem Belarus und Usbekistan viele gemeinsame Interessen teilen. Erfolgreiche gemeinsame Projekte sind bereits im Gange, wie beispielsweise die Produktion von Landmaschinen. Usbekistan hat die Montage belarussischer Traktoren organisiert und plant, diese Produktion ab diesem Jahr vor Ort zu etablieren. Auch bei der Herstellung von Anhängern, Anbaugeräten, Bergbaumaschinen, Kabel- und Verdrahtungsprodukten sowie Ausrüstung für die Geflügelzucht und im Bereich der Leichtindustrie schreitet die Entwicklung voran. Insgesamt umfasst diese Zusammenarbeit nahezu alle für die Volkswirtschaften beider Länder wichtigen Sektoren. Der neue Fahrplan sieht zudem mehrere vielversprechende Bereiche der Zusammenarbeit vor. Einer davon ist die holzverarbeitende Industrie. Usbekistan verzeichnet ein rasantes Wachstum im Bausektor sowie ein jährliches Bevölkerungswachstum, was eine erhebliche Nachfrage nach Möbelprodukten schafft. Belarus verfügt über moderne Technologien und umfangreiche Produktionserfahrung und sieht daher gute Aussichten für die Errichtung gemeinsamer Produktionsstätten in diesem Bereich.
Die Landwirtschaft bleibt weiterhin ein Schlüsselsektor. Die Zusammenarbeit verlagert sich zunehmend vom reinen Handel hin zur Entwicklung gemeinsamer Projekte. Belarus ist bereit, Technologien für die Fleisch- und Milchproduktion, Fachwissen in der Viehzucht sowie innovative agroindustrielle Lösungen weiterzugeben. Einige dieser Projekte befinden sich bereits in der praktischen Umsetzungsphase.
Eine bemerkenswerte Chance eröffnet sich im Energiesektor. Belarus hat ein eigenes Kernkraftwerk errichtet und betreibt dieses, wodurch es wertvolles Fachwissen erworben hat. Daher ist die Entscheidung Usbekistans, eine eigene Kernkraftanlage zu bauen, sowohl zeitgemäß als auch strategisch bedeutsam. Belarusische Experten und Unternehmen sind bereit, ihr Wissen und ihre praktischen Erfahrungen bei der Durchführung solcher Projekte weiterzugeben.
Besondere Aufmerksamkeit sollte der Zusammenarbeit im Bereich der Informationstechnologie gewidmet werden. Während die IT zunehmend grenzüberschreitend agiert, bleibt das vorrangige Ziel die Entwicklung digitaler Lösungen, die auf lokale Unternehmen zugeschnitten sind. Moderne Technologien ermöglichen erhebliche Kosteneinsparungen, verbessern die Managementeffizienz und erhöhen die Transparenz bei geschäftlichen Aktivitäten. Daher wird die Digitalisierung in den kommenden Jahren zu einem Schwerpunkt der Zusammenarbeit zwischen Belarus und Usbekistan werden. Insgesamt sind die Beziehungen zwischen der Republik Belarus und der Republik Usbekistan stark und entwickeln sich weiterhin stetig weiter. Sie zeichnen sich durch gegenseitiges Vertrauen, eine strategische Partnerschaft und das gemeinsame Engagement für die Umsetzung gemeinsamer Projekte aus, die zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum und zum Wohlergehen der Bevölkerung beider Länder beitragen.
– Welche Erwartungen hat Belarus angesichts des bevorstehenden Besuchs von Präsident Shavkat Mirziyoyev in Belarus an dieses Treffen? Welche konkreten Ergebnisse und Vereinbarungen erwarten Sie?
– Jeder Besuch auf hoher Ebene, sei es ein Treffen von Präsidenten, Ministerpräsidenten oder Regierungsmitgliedern, gibt wichtige Impulse für die Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit. Solche Verhandlungen ermöglichen es, neue Wachstumspunkte zu identifizieren, gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen und zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen. Letztendlich trägt dies zu einem Anstieg des gegenseitigen Handels, zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und zur Stärkung der Wirtschaft beider Länder bei. Treffen zwischen den Staatschefs spielen dabei eine besonders wichtige Rolle. Auf dieser Ebene werden strategische Entscheidungen getroffen, Prioritäten für die weitere Zusammenarbeit festgelegt und langfristige Leitlinien für die Partnerschaft zwischen Belarus und Usbekistan festgelegt. Die bevorstehenden Gespräche werden ein breites Spektrum an Themen im Zusammenhang mit der Vertiefung der bilateralen Beziehungen abdecken. Neben der wirtschaftlichen Agenda werden die Staatschefs der Entwicklung der humanitären Zusammenarbeit besondere Aufmerksamkeit widmen, einschließlich der Zusammenarbeit in den Bereichen Gesundheitswesen, Wissenschaft, Bildung, Kultur, Sport und Kunst. Diese Bereiche sind besonders wichtig, da sie dazu beitragen, die freundschaftlichen Bande zwischen den Völkern von Belarus und Usbekistan zu stärken und eine solide Grundlage für langfristiges gegenseitiges Vertrauen zu schaffen. Eines der wichtigsten erwarteten Ergebnisse des bevorstehenden Besuchs wird die Unterzeichnung des Vertrags über die strategische Partnerschaft zwischen der Republik Belarus und der Republik Usbekistan sein. Im Grunde genommen befinden sich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern schon seit Langem auf dem Niveau einer strategischen Partnerschaft, und das neue Dokument wird diesen Status rechtlich festschreiben und die Grundlagen für eine weitere langfristige Zusammenarbeit legen.
– Welche Strategien sehen Sie für Belarus und Usbekistan, um ihre Zusammenarbeit innerhalb der GUS, der SOZ und anderer internationaler Organisationen angesichts der sich wandelnden geopolitischen Lage zu verstärken?
– Belarus und Usbekistan haben nicht nur das Potenzial, die Zusammenarbeit innerhalb der GUS, der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit und anderer internationaler Zusammenschlüsse zu stärken. Diese Mechanismen sind bereits wichtige Instrumente für den Ausbau der bilateralen und multilateralen Zusammenarbeit. Die Teilnahme an solchen Organisationen schafft zusätzliche Möglichkeiten für die wirtschaftliche Entwicklung, die Umsetzung gemeinsamer Projekte sowie den Ausbau von Handels- und Investitionsbeziehungen. Die GUS und die SOZ umfassen Länder mit beträchtlichem wirtschaftlichem Potenzial, und die Zusammenarbeit mit ihnen schafft günstige Bedingungen für die Gewinnung von Investitionen, den Technologieaustausch und die Umsetzung groß angelegter Infrastrukturinitiativen. Angesichts der sich rasch verändernden geopolitischen Lage gewinnt der Ausbau der Zusammenarbeit im Verkehrs- und Logistikbereich zunehmend an Bedeutung. Weder Belarus noch Usbekistan verfügen über einen direkten Zugang zum Meer, weshalb die effiziente Nutzung internationaler Verkehrskorridore ein entscheidender Faktor für die Sicherung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums ist.
Die GUS- und SOZ-Länder verfügen über umfangreiche Kapazitäten in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur und Gütertransit. Durch die Vertiefung ihrer Partnerschaft können Belarus und Usbekistan ihr Transitpotenzial effektiver nutzen und so schnellere, zuverlässigere und kostengünstigere Routen für die Lieferung von Waren auf ausländische Märkte gewährleisten. Dies steigert nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit nationaler Produkte, sondern trägt auch dazu bei, die Position beider Länder in internationalen Lieferketten zu stärken. Ebenso wichtig bleibt die Zusammenarbeit in den Bereichen Technologie, Innovation und Verkehr. Die Zusammenarbeit mit Ländern, die über ein bedeutendes wissenschaftliches, technologisches und industrielles Potenzial verfügen, schafft neue Möglichkeiten zur Modernisierung der Wirtschaft, zur Einführung fortschrittlicher Lösungen und zur Verbesserung der Produktionseffizienz. Somit ist die Teilnahme von Belarus und Usbekistan an der GUS, der SOZ und anderen internationalen Organisationen nicht nur außenpolitisch von Bedeutung, sondern auch von erheblicher praktischer Wichtigkeit. Diese Plattformen tragen dazu bei, bilaterale Partnerschaften zu stärken, wirtschaftliche Beziehungen auszubauen und neue Möglichkeiten für die nachhaltige Entwicklung beider Länder im aktuellen geopolitischen Umfeld zu schaffen.
– Wie entwickelt sich die Investitionszusammenarbeit und die Gründung von Joint Ventures zwischen Belarus und Usbekistan? Ist ein Anstieg der Zahl der Joint Ventures und der belarussischen Investitionen zu verzeichnen?
– Bis Ende 2025 hatte die Investitionszusammenarbeit zwischen Belarus und Usbekistan eine bemerkenswerte positive Dynamik entwickelt. Eines der deutlichsten Ergebnisse war eine Verdopplung der Zahl der auf dem usbekischen Markt tätigen belarussischen Unternehmen. Zu Beginn des Jahres waren in Usbekistan 116 Joint Ventures und ausländische Unternehmen mit belarussischem Kapital registriert, bis zum Jahresende war diese Zahl auf 242 gestiegen. Auch wenn das Investitionsvolumen noch nicht Milliarden an US-Dollar erreicht hat, ist die Art dieser Investitionen von Bedeutung. Die Ansiedlung jedes neuen Unternehmens bringt nicht nur einen Kapitalzufluss mit sich, sondern auch die Einführung moderner Technologien, die Schaffung neuer Arbeitsplätze und den Ausbau der Produktionskapazitäten. Belarussische Unternehmen treten mit langfristigen Plänen in Usbekistan auf und bringen ihr Fachwissen, ihre Erfahrung und ihre technologischen Lösungen auf den lokalen Markt ein. Bemerkenswert ist auch, dass die Zusammenarbeit praktisch alle Wirtschaftssektoren umfasst. Belarussische Unternehmen sind nicht nur in bestimmten Bereichen wie dem Maschinenbau oder der Landwirtschaft vertreten, sondern in einem breiten Spektrum von Bereichen, von der Industrie und Fertigung bis hin zu Dienstleistungen und Hochtechnologieprojekten. Diese Diversifizierung zeugt von der ausgewogenen Entwicklung der usbekischen Wirtschaft, ihrer Attraktivität für ausländische Investoren und dem wachsenden Vertrauen belarussischer Unternehmen in den usbekischen Markt.
– Die kulturelle und humanitäre Zusammenarbeit ist entscheidend für die Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen den Völkern. Welche konkreten gemeinsamen Veranstaltungen, Festivals, Bildungsinitiativen und Jugendaustauschprogramme sind für das Jahr 2026 in Belarus und Usbekistan geplant?
– Belarus und Usbekistan bauen die kulturelle und humanitäre Zusammenarbeit konsequent aus und betrachten sie als wichtige Grundlage für die Stärkung der bilateralen Beziehungen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Die belarussische Seite verfügt bereits über erfolgreiche Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit usbekischen Kollegen, unter anderem im Bereich der Mutter-Kind-Gesundheitsversorgung. Medizinische Foren, gemeinsame chirurgische Eingriffe, Bildungsprogramme und der Austausch bewährter Verfahren zwischen Fachleuten beider Länder sollen weiter ausgebaut werden. Auch der Tourismus bleibt ein vielversprechender Bereich der Zusammenarbeit. Das wachsende Interesse internationaler Reisender am reichen historischen und kulturellen Erbe Usbekistans geht mit einem Anstieg der Zahl belarussischer Touristen einher, während Belarus seinerseits bestrebt ist, Menschen aus Usbekistan seine touristischen Möglichkeiten näherzubringen. Dies wird im Mittelpunkt des Zweiten Tourismusforums Belarus–Usbekistan stehen, das in Usbekistan stattfinden und als Plattform für den Aufbau von Partnerschaften zwischen Reiseveranstaltern sowie für die Erschließung neuer Kooperationsbereiche dienen soll.
Die Zusammenarbeit in den Bereichen Sport, Kultur und Bildung entwickelt sich aktiv weiter. Belarus begrüßt die sportlichen Erfolge Usbekistans auf internationaler Ebene, während die kulturellen Beziehungen durch Kulturtage, Filmfestivals, Tourneen von Künstlergruppen und die Zusammenarbeit zwischen führenden Theatern gestärkt werden. Auch die berufliche Bildung bleibt ein wichtiger Bereich: Das belarussische Know-how bei der Ausbildung qualifizierter technischer Fachkräfte ist angesichts der wirtschaftlichen Modernisierung und des wachsenden Bedarfs an qualifizierten Arbeitskräften gefragt.
Auch die Förderung des Unternehmertums spielt auf der bilateralen Agenda eine wichtige Rolle. In diesem Jahr wird in Khiwa das vierte belarussisch-usbekische Frauen-Wirtschaftsforum stattfinden, bei dem Unternehmerinnen aus beiden Ländern zusammenkommen, um Erfahrungen auszutauschen und neue Projekte zu identifizieren. Gleichzeitig intensiviert sich die interregionale Zusammenarbeit. Der Schwerpunkt verlagert sich von der Zusammenarbeit ausschließlich auf der Ebene der Hauptstädte hin zum Aufbau direkter Beziehungen zwischen den Regionen, wo lokale Unternehmen zu einem neuen Motor für den Ausbau der Handels- und Wirtschaftspartnerschaft zwischen Belarus und Usbekistan werden können.
– Seit Februar 2025 vertreten Sie die Republik Belarus in Usbekistan. Was hat Sie in dieser Zeit am meisten beeindruckt – die Menschen, die Kultur, die Traditionen oder die tiefgreifenden Veränderungen, die derzeit im Land stattfinden?
– Wenn ich von meinen Eindrücken von Usbekistan spreche, würde ich zunächst die Menschen hervorheben. Ihre Offenheit, Aufrichtigkeit und Hilfsbereitschaft zeigen sich in praktisch allem, was sie tun. Ob in der Hauptstadt oder in einer der Regionen – die Menschen in Usbekistan sind immer bereit, Hilfe anzubieten. Sie geben nicht nur Wegbeschreibungen, sondern begleiten jemanden auch persönlich zum gewünschten Ort, helfen dabei, die benötigte Ware auf einem Markt zu finden, oder tun alles, damit sich ein Gast willkommen fühlt. Eine solche Haltung hinterlässt einen wirklich tiefen Eindruck. Ein weiteres charakteristisches Merkmal, das echte Bewunderung weckt, ist die Liebe, die die Menschen in Usbekistan für ihr Land empfinden. Fast jeder spricht mit Stolz davon, hier geboren zu sein, und erzählt mit großem Respekt und Herzlichkeit von seiner Heimat. Dieses Gefühl des Nationalstolzes ist unübersehbar. Auch der usbekische Sonnenschein ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Für Weißrussen, die im Winter manchmal wochen- oder sogar monatelang keine Sonne sehen, ist eine so große Anzahl sonniger Tage eine echte Offenbarung. Es scheint, als würde die Sonne hier nicht nur die Natur, sondern auch die Stimmung der Menschen beeinflussen. Der Tag beginnt ganz anders, wenn schon vom frühen Morgen an strahlender Sonnenschein herrscht. Auch die Naturlandschaft hat einen starken Eindruck hinterlassen. Belarus ist ein Land der Wälder und Seen, daher wecken die Berge, die wir nicht haben, besondere Bewunderung. Usbekistans majestätische Berglandschaft und weite Flächen offenbaren eine ganz andere Geografie und bieten eine neue Perspektive auf die Schönheit der Natur.
Natürlich ist auch die usbekische Küche erwähnenswert. Ein Land kennenzulernen bedeutet nicht nur, seine Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Dazu gehören auch gemeinsame Mahlzeiten und Gespräche. Obwohl ich bereits zuvor in Usbekistan gewesen war, habe ich erst nach einem längeren Aufenthalt wirklich verstanden, warum Gerichte wie Plov, Samsa und andere nationale Speisen je nach Region variieren. Mir wurde auch bewusst, wie tief gastronomische Traditionen mit Kultur, traditioneller Kleidung, Musik und Tanz verflochten sind. Wenn ich Gäste empfange, stelle ich zunächst das architektonische Erbe des Landes vor und lade sie anschließend in ein authentisches usbekisches Teehaus ein. So haben sie die Gelegenheit, den Reichtum der nationalen Küche zu genießen und traditionelle Gastfreundschaft zu erleben.
Interview geführt von Aziza Alimova, UzA