Von der Pflege gutnachbarschaftlicher Beziehungen bis hin zum Aufbau globaler Partnerschaften: Wie Shavkat Mirziyoyevs Auslandsreisen das internationale Ansehen Usbekistans gestärkt haben
Vor einem Jahrzehnt galt Usbekistan vor allem als ein Land, das sich auf innenpolitische Reformen und regionale Angelegenheiten konzentrierte. Heute ist das Land ein bedeutender diplomatischer Akteur in Zentralasien, dessen Stimme bei wichtigen internationalen Veranstaltungen zunehmend an Gewicht gewinnt. Die Auslandsreisen von Präsident Shavkat Mirziyoyev haben bei diesem Wandel eine Schlüsselrolle gespielt: Die Diplomatie hat sich von einer Routineangelegenheit zu einem strategischen Instrument entwickelt, um Investitionen anzuziehen, neue Märkte zu erschließen, die Sicherheit zu stärken und nationale Interessen zu fördern.
Die aktuelle Außenpolitik Usbekistans legt den Schwerpunkt auf Offenheit und eine multivektorale Strategie. Das Land baut aktiv strategische Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, China, Russland, der Europäischen Union sowie zu Ländern des Nahen Ostens und Asiens auf und ist gleichzeitig weiterhin eine treibende Kraft bei der regionalen Integration in Zentralasien.
Die Auslandsbesuche des Präsidenten werden immer umfassender und enden häufig mit der Unterzeichnung von Abkommen, der Unterzeichnung von Investitionsverträgen, der Einweihung neuer Produktionsstätten und der Einleitung neuer Kooperationsbereiche.
Während des 5. Internationalen Investitionsforums in Taschkent im Juni 2026 hob Shavkat Mirziyoyev hervor, dass Usbekistan in jüngster Zeit ausländische Investitionen in Höhe von über 150 Milliarden US-Dollar angezogen hat, davon 123 Milliarden US-Dollar in den letzten fünf Jahren. Das Forum hat sich zu einer der größten Investitionsplattformen Eurasiens entwickelt und versammelt fast 100 Länder, internationale Finanzinstitutionen sowie weltweit führende Unternehmen mit einem Vermögen von über 42 Billionen US-Dollar. Der Präsident kündigte zudem die Gründung des Internationalen Finanzzentrums Taschkent an, das nach englischem Recht betrieben werden und als neuer Knotenpunkt zur Gewinnung von globalem Kapital dienen soll. Diese Strategie trägt dazu bei, offizielle Besuche in nachhaltige Investitionsprojekte umzuwandeln, die neue Arbeitsplätze schaffen, die Produktion modernisieren und Exportmöglichkeiten erweitern.
Zwischen 2025 und 2026 verzeichnete Usbekistan einen bedeutenden Ausbau seiner internationalen Beziehungen, insbesondere zu den großen Weltmächten. Ein bemerkenswertes Ereignis war der offizielle Besuch des Präsidenten in Washington anlässlich des C5+1-Gipfels. Dieses Treffen zwischen den Staatschefs Zentralasiens und dem US-Präsidenten markierte eine neue Phase in ihrer strategischen Partnerschaft. Im Mittelpunkt der Gespräche standen der Ausbau von Transportwegen, Energiesicherheit, Initiativen zur digitalen Wirtschaft, kritische Mineralien, künstliche Intelligenz und Investitionsmöglichkeiten. Darüber hinaus nahmen in diesem Jahr am amerikanisch-usbekischen Wirtschaftsforum 193 führende US-Unternehmen wie Boeing, Visa, JPMorgan, Meta, Franklin Templeton und Air Products teil, was auf ein wachsendes wirtschaftliches Interesse der USA an Usbekistan hindeutet.
Die Zusammenarbeit mit China wächst weiterhin rasant. Regelmäßige Gespräche auf hoher Ebene stärken die industrielle Zusammenarbeit, und es laufen Großprojekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Verkehrsinfrastruktur, digitale Wirtschaft und fortschrittliche Technologien. Usbekistan positioniert sich als wichtiger Akteur im Rahmen der „Belt and Road“-Initiative und festigt damit seinen Status als entscheidender Transitknotenpunkt in Eurasien.
In den Beziehungen Usbekistans zu Europa eröffnen sich neue Chancen. Bis Ende 2025 blieb die EU einer der wichtigsten Handelspartner Usbekistans. Der Handel mit der EU überstieg 6 Milliarden Euro, und die europäischen Investitionen in die Wirtschaft des Landes nahmen weiter zu. Derzeit sind über tausend Unternehmen mit europäischem Kapital in Usbekistan tätig und arbeiten an Projekten in den Bereichen Maschinenbau, chemische Industrie, Arzneimittelindustrie, Landwirtschaft, Logistik und erneuerbare Energien.
Besondere Bedeutung hatten die Besuche von Präsident Shavkat Mirziyoyev in Frankreich, Ungarn, Slowenien und Italien. Allein die Reise nach Frankreich führte zu bilateralen Abkommen und Investitionsinitiativen im Wert von über 6,5 Milliarden Euro. Französische Unternehmen verstärken ihr Engagement in Sektoren wie Energie, städtische Infrastruktur, Verkehr, Bergbau, Wasserversorgung und berufliche Bildung.
Ein wichtiger Meilenstein war der erste Gipfel zwischen Zentralasien und der Europäischen Union, der das langfristige Interesse Europas an Zentralasien bekräftigte. Für Usbekistan eröffnet dies zusätzliche Möglichkeiten, Investitionen anzuziehen, den transkaspischen Verkehrskorridor auszubauen und Projekte in den Bereichen kritische Mineralien, grüne Energie und digitale Wirtschaft umzusetzen.
Usbekistan unterhält weiterhin eine starke strategische Partnerschaft mit Russland, einem seiner wichtigsten Handels- und Wirtschaftspartner. Im Jahr 2025 überstieg das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern 13 Milliarden US-Dollar und ist seitdem weiter gestiegen, wobei in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 ein Anstieg um 30 Prozent zu verzeichnen war. Beide Nationen streben an, den bilateralen Handel bis 2030 durch eine erweiterte Zusammenarbeit in den Bereichen Industrie, Energie und Verkehr auf 30 Milliarden US-Dollar zu steigern.
Partnerschaften mit Ländern des Nahen Ostens eröffnen neue Wachstumschancen. Die Vereinigten Arabischen Emirate zählen zu den wichtigsten Investoren in Usbekistan, wobei Unternehmen wie Masdar, TAQA, AD Ports Group und DP World Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Modernisierung des Stromnetzes, Verkehrs- und Logistikinfrastruktur sowie Verwaltung von Industriegebieten leiten. Der Gesamtwert dieser gemeinsamen Initiativen mit Unternehmen aus den Emiraten beläuft sich auf mehrere Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus gewinnt die Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien zunehmend an strategischer Bedeutung. ACWA Power treibt Usbekistans größtes Portfolio an grüner Energie in Zentralasien voran, darunter Solar- und Windparks sowie Energiespeicherlösungen. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Unternehmens in Usbekistan übersteigt 15 Milliarden US-Dollar.
Usbekistan baut seine Partnerschaften mit der Türkei, Aserbaidschan, Malaysia, der Republik Korea, Japan, Indien und anderen Ländern weiter aus. Diese sich ausweitende Zusammenarbeit unterstreicht die wachsende Attraktivität des Landes als Partner auf der globalen Bühne. Seine vielschichtige Außenpolitik ermöglicht es Usbekistan, nationale Interessen mit dem Aufbau von für beide Seiten vorteilhaften internationalen Beziehungen in Einklang zu bringen.
Usbekistans zunehmende internationale Bedeutung zeigt sich in seinem dichten Terminkalender mit Auslandsbesuchen und der wachsenden Aufmerksamkeit globaler Organisationen. In den letzten Jahren war das Land Gastgeber zahlreicher Veranstaltungen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen. Es empfing den UN-Generalsekretär sowie Leiter von Organisationen wie UN-Tourismus, UNESCO, UNICEF, UNDP und UN-Habitat. Diese Kooperationen konzentrieren sich vor allem auf nachhaltige Entwicklung, die Bekämpfung des Klimawandels, die Förderung der digitalen Transformation, die Förderung des Tourismus, die Steuerung des städtischen Wachstums und die Unterstützung der Jugend.
Im Jahr 2026 nahm Präsident Shavkat Mirziyoyev am von UN-Habitat ausgerichteten Weltstädteforum teil, wo er Usbekistans Bemühungen zur Entwicklung moderner, umweltfreundlicher und lebenswerter Städte vorstellte.
Gleichzeitig entwickelt sich das Land zu einem Vorreiter bei der Schaffung neuer Rahmenbedingungen für die internationale Zusammenarbeit. Die Idee zur Gründung der Plattform „Zentralasiatische Gemeinschaft“ sowie die aktive Beteiligung an den Gipfeltreffen „Zentralasien – China“, „Zentralasien – Europäische Union“ und „Zentralasien – Golf-Kooperationsrat“ verdeutlichen das Ziel Taschkents, nicht nur an globalen Angelegenheiten teilzunehmen, sondern auch deren Richtung mitzugestalten.
Heute werden die Auslandsreisen von Präsident Shavkat Mirziyoyev vor allem anhand ihrer greifbaren Ergebnisse bewertet. Das Land hat seinen Schwerpunkt von gutnachbarlichen Beziehungen auf den aktiven Aufbau eines weltweiten Netzwerks strategischer Allianzen verlagert und festigt damit seinen Ruf als verlässlicher und berechenbarer Partner auf globaler Ebene.
Usbekistans diplomatischer Fokus liegt nun auf greifbaren Vorteilen für die Nation und ihre Bevölkerung. Die Steigerung von Investitionen, der Aufbau von Hightech-Industrien, die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, die Erschließung neuer Exportmärkte und die Stärkung des internationalen Ansehens des Landes zielen alle auf ein zentrales Ziel ab: die Steigerung des Wohlergehens der usbekischen Bürger. Die Außenpolitik des Staates steht weiterhin im Zeichen der Menschen, ihrer Interessen und der Verbesserung ihrer Lebensqualität.
Aziza Alimova, UzA