Usbekistan und Aserbaidschan stärken ihre strategische Partnerschaft
In jüngster Zeit hat die Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und Aserbaidschan an strategischer Bedeutung gewonnen, da sich neue Verkehrs- und Energieinfrastrukturprojekte über ganz Eurasien ausbreiten.
Der Politikwissenschaftler Sayfiddin Jurayev stellt fest, dass die Zusammenarbeit zwischen diesen Ländern im Zuge des Wandels der globalen Logistiksysteme eine qualitativ neue Ebene erreicht.
Usbekistan strebt an, sich zu einem Produktions- und Transitknotenpunkt für die Region zu entwickeln, während Aserbaidschan seine Position als wichtiger Logistikknotenpunkt für den Zugang zum europäischen Markt über das Kaspische Meer stärkt.
Die vom usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev initiierte Politik der Öffnung hat zur Intensivierung der Beziehungen zu Baku beigetragen. Die Zusammenarbeit, die zuvor eher deklaratorischen Charakter hatte, hat nun eine praktische Dimension angenommen.
Besuche auf hoher Ebene sind zur Routine geworden. Ein Vertrag über verbündete Beziehungen sowie mehrere wichtige Abkommen in Schlüsselbereichen der Wirtschaft und des Verkehrs wurden unterzeichnet.
Mehrere Schlüsselfaktoren treiben die Stärkung der Beziehungen zwischen Usbekistan und Aserbaidschan voran.
Erstens die zivilisatorische Nähe. Eine gemeinsame Sprache, Kultur, ein gemeinsames historisches Gedächtnis und türkische Wurzeln bilden die Grundlage für Beziehungen, die über pragmatische Interessen hinausgehen. Dies trägt dazu bei, eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens zu fördern.
Zweitens ein ähnlicher Ansatz in der Außenpolitik. Beide Staaten verfolgen eine multivektorale Politik, streben Unabhängigkeit von äußeren Einflüssen an und gestalten eine außenwirtschaftliche Strategie, die sich an nationalen Interessen orientiert.
In den letzten Jahren hat der Handelsumsatz zwischen den Ländern deutlich zugenommen. Im Jahr 2017 betrug das Volumen des gegenseitigen Handels weniger als 100 Millionen US-Dollar, und diese Zahl hat sich nun auf fast 500 Millionen US-Dollar erhöht. Die Parteien haben sich zum Ziel gesetzt, den Handel in den kommenden Jahren auf 1 Milliarde US-Dollar zu steigern.
Usbekistan exportiert landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Waren aus der Textil- und Chemieindustrie nach Aserbaidschan, während Aserbaidschan petrochemische Produkte, Baumaterialien und Güter für den Energiesektor liefert.
Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern entwickeln sich auch im Rahmen der Organisation der Turkstaaten, die in den letzten Jahren als politische und wirtschaftliche Struktur an Bedeutung gewonnen hat. Auf dieser Plattform setzen Taschkent und Baku aktiv gemeinsame Projekte in den Bereichen Verkehrsintegration, Energiesicherheit, digitale Wirtschaft und humanitäre Zusammenarbeit um.
Kulturelle Bindungen stärken die politische Interaktion. In diesem Zusammenhang spielen Studentenaustausch, gemeinsame Bildungsprogramme und kulturelle Veranstaltungen eine besondere Rolle.
Experten zufolge wird sich die weitere Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und Aserbaidschan auf drei Schlüsselbereiche konzentrieren. Der erste ist der Ausbau von Verkehrskorridoren und die Stärkung der Position beider Länder auf der neuen internationalen Handelsroute, die China und Europa verbindet. Der zweite Bereich ist grüne Energie, mit Plänen, erneuerbare Energie aus Zentralasien über das Kaspische Meer nach Europa zu liefern, wodurch Taschkent und Baku zu strategischen Partnern im Energiesektor werden. Der dritte Bereich ist die digitale Integration, wobei die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass durch gemeinsame Anstrengungen in den Bereichen Cybersicherheit, E-Government und IT-Infrastruktur eine neue technologische Achse entsteht.
Musulmon Ziyo, UzA