Samarkand steht im Mittelpunkt der Schachwelt
Die Schacholympiade, die in Samarkand begonnen hat, ist bereits in vollem Gange. Die Eröffnungsfeier fand im „Boqiy Shahar“ statt und wurde vom usbekischen Ministerpräsidenten Abdulla Aripov eröffnet.
Die 46. Olympiade hat mit der höchsten Teilnehmerzahl aller Zeiten einen neuen Rekord aufgestellt. Fast 398 Mannschaften treten gegeneinander an – 208 in der offenen Klasse und 190 in der Frauenklasse –, wobei fast 2.000 Schachspieler aus über 200 Ländern zusammenkommen. Das Turnier wird über 11 Runden nach dem Schweizer System ausgetragen.
In der ersten Runde legten sowohl die Top-Favoriten als auch die Gastgeberteams einen starken Start hin. Usbekistan, das hinter den Vereinigten Staaten und dem Titelverteidiger Indien auf Platz drei rangiert, startete mit sechs Siegen ins Turnier. Alle sechs usbekischen Mannschaften – drei in der offenen Klasse und drei in der Frauenklasse – gewannen ihre Partien mit einem 4:0-Ergebnis. Die erste Mannschaft besiegte Jamaika, während Kapitän Javokhir Sindarov nach einer anstrengenden Global Chess League in Indien eine Pause einlegte und die olympische Fackel nach Samarkand trug. Auch Kasachstan startete souverän und sicherte sich sowohl in der offenen als auch in der Frauenklasse 4:0-Siege. Turkmenistan verbuchte ebenfalls zwei 4:0-Siege, während die Ukraine einen überzeugenden Sieg über Simbabwe errang.
Wie in der Anfangsphase eines Turniers mit 208 Mannschaften unterschiedlicher Spielstärken zu erwarten war, kamen die meisten Favoriten ohne Punktverlust durch die erste Runde. Dieses Muster ist in den frühen Phasen eines Turniers nach dem Schweizer System üblich, bei dem stärkere Mannschaften auf schwächere treffen. Der eigentliche Kampf um die Medaillen wird sich gegen Mitte des Turniers zuspitzen, wenn die Top-Anwärter aufeinander treffen.

Neben dem Hauptturnier finden in Samarkand in diesem Zeitraum mehrere bedeutende Schachveranstaltungen statt. Die dritte Schacholympiade für Menschen mit Behinderungen läuft vom 10. bis 18. September und verzeichnet eine Rekordteilnahme von 41 Mannschaften. Der FIDE-Kongress ist für den 20. bis 27. September angesetzt, wobei die Präsidentschaftswahl des Verbandes am 26. September stattfindet, bei der drei Kandidatenteams um das Amt kämpfen werden.
Der Kapitän der usbekischen Herrenmannschaft, Rustam Kasimdzhanov, beschreibt die Aussichten seines Teams als „vorsichtig optimistisch“ und verweist dabei auf die starke Konkurrenz aus den USA, Indien und China. Experten heben die Niederlande mit Anish Giri und Jorden van Foreest sowie Deutschland, wo alle wichtigen Mannschaftsmitglieder eine Wertungszahl von über 2600 haben, als potenzielle Außenseiter hervor.
Orash Akaboyev, UzA