Neue Chancen für den Textilsektor
Usbekistan unternimmt in Zusammenarbeit mit Deutschland konkrete Schritte, um die globale Wettbewerbsfähigkeit der Textilindustrie zu stärken. Im Mittelpunkt dieser Bemühungen stehen die Einführung moderner Kenntnisse und Technologien sowie der Ausbau der Exportkapazitäten.
Das Projekt „GUZ Partners“, das in Zusammenarbeit mit dem usbekischen Verband der Textil- und Bekleidungsindustrie und der deutschen Firma „Gesamtmasche“ durchgeführt wird, zielt darauf ab, diese Ziele zu unterstützen. In den nächsten drei Jahren sollen die Einbindung usbekischer Textilunternehmen in globale Lieferketten verstärkt, neue Partnerschaften gefördert und das Exportwachstum angekurbelt werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bewertung des Potenzials der usbekischen Textilindustrie und der Anpassung der Unternehmen an globale Marktstandards. Deutsche Experten trafen sich mit Regierungsvertretern, Bildungseinrichtungen und mehr als 50 Textilunternehmen. Diese Gespräche umfassten den aktuellen Stand der Branche, Herausforderungen, Strategien zur Steigerung der Produktivität sowie Möglichkeiten zur Anpassung an internationale Marktanforderungen.

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf der Ausbildung qualifizierter Fachkräfte für die Textilindustrie und der Verbesserung ihrer praktischen Fähigkeiten. Im Rahmen des „Train-the-Trainer“-Programms wurden Workshops zu Färbe- und Veredelungstechnologien sowie zur Exportförderung für über 30 Fachleute durchgeführt. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in moderne Produktionstechniken, Möglichkeiten zur Verbesserung technologischer Prozesse und Strategien zur effektiven Organisation von Exportaktivitäten.
Die praktische Zusammenarbeit zur Steigerung des Exportpotenzials einheimischer Unternehmen nimmt weiter zu. Auf der „TextileExpo Uzbekistan Spring 2026“ trafen deutsche Experten mit Vertretern von mehr als 20 lokalen Herstellern und Marken zusammen. Sie diskutierten über Produktqualität, die Erschließung neuer Exportmärkte, nachhaltige Entwicklung und die Verbesserung der Produktionseffizienz.
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Förderung der Einführung moderner digitaler Technologien und innovativer Geschäftsstrategien in der Branche. Zu diesem Zweck wurden praktische Schulungen zu den Themen künstliche Intelligenz, digitale Werkzeuge, Unternehmensführung und Kommunikation für Unternehmerinnen und Fachleute der Textilindustrie durchgeführt.

Der Verband betont, wie wichtig es ist, internationale Marketingerfahrung zu nutzen, um das Exportpotenzial zu steigern. Branchenspezialisten nahmen an speziellen Seminaren mit dem internationalen Marketingexperten Sven Eriskat teil, der Strategien zur Anwendung von Marketingtechniken auf globalen Märkten, zur Stärkung der Produktwerbung und zur Erweiterung der Exportmöglichkeiten erörterte.
Die Zusammenarbeit mit Deutschland geht über Produktion und Export hinaus und umfasst auch die Entwicklung der Ausbildung im Textilbereich sowie des Designs. Am Institut für Textil- und Leichtindustrie in Taschkent fand ein fünftägiges internationales Fortbildungsseminar für Designer, Lehrkräfte, Branchenexperten und Studierende statt, bei dem der internationale Mode- und Designexperte Robert Herzog als Referent auftrat. Die Teilnehmer tauschten Erfahrungen über moderne Designansätze und aktuelle Trends in der globalen Modebranche aus.
Nasiba Ziyodullayeva, UzA