ISRS-Delegation nimmt am Zentralasiatischen Sicherheitsforum in Duschanbe teil
Am 30. April fand in Duschanbe das Zentralasiatische Sicherheitsforum unter dem Motto „Die Sicherheitsarchitektur Zentralasiens: Aktuelle Herausforderungen, Bedrohungen und strategische Chancen“ statt.
An der Veranstaltung nahm eine Delegation des Instituts für strategische und regionale Studien beim Präsidenten der Republik Usbekistan (ISRS) teil.
Das Forum wurde vom Zentrum für strategische Studien beim Präsidenten der Republik Tadschikistan in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert. Es brachte Vertreter aus Experten- und Wissenschaftskreisen der Länder der Region sowie Vertreter internationaler Organisationen zusammen, die sich mit regionaler Sicherheit und Friedensförderung befassen.
Im Rahmen der Diskussionen konzentrierten sich die Teilnehmer auf aktuelle Sicherheitsherausforderungen und -bedrohungen in Zentralasien, Fragen der Prognose und Transformation sowie die Auswirkungen transregionaler Prozesse, sozioökonomischer Faktoren und der verkehrslogistischen Anbindung auf die Widerstandsfähigkeit der Region.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Folgen von Konflikten entlang der Grenzen Zentralasiens und das Aufkommen nicht-traditioneller Bedrohungen gelegt, vor allem im Informations- und Kommunikationsbereich.
Vor diesem Hintergrund wurde die Notwendigkeit unterstrichen, die regionale Koordination zu stärken und kollektive Reaktionsmechanismen zu verbessern.
In ihren Ausführungen skizzierten Vertreter des ISRS die wichtigsten Trends, die den Wandel der regionalen Sicherheit inmitten wachsender geopolitischer Fragmentierung und der zunehmenden Verflechtung globaler und regionaler Prozesse prägen. Wie Murad Uzakov, Leiter des ISRS-Zentrums, feststellte, verstärkt die zunehmende Vernetzung von Volkswirtschaften, Infrastruktur und Informationsräumen objektiv die Auswirkungen externer Faktoren auf die regionale Stabilität und unterstreicht damit die Bedeutung der Entwicklung koordinierter Ansätze unter den zentralasiatischen Staaten im Bereich der Sicherheit.
Es wurde festgestellt, dass die Länder der Region ihre regionale Handlungsfähigkeit durch die Etablierung widerstandsfähigerer und institutionalisierterer Formen der Zusammenarbeit konsequent stärken. In diesem Zusammenhang gewinnen Initiativen zur Förderung des regionalen Dialogs, der Verkehrsanbindung und des Ausbaus der multivektoriellen Zusammenarbeit besondere Bedeutung. Usbekistan leistet einen wesentlichen Beitrag zu diesen Prozessen, indem es Initiativen vorantreibt, die auf Integration und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit Zentralasiens ausgerichtet sind.
Besondere Aufmerksamkeit galt auch der Wasser- und Klimaagenda, die für die Region strategische Bedeutung erlangt, sowie dem Prozess der Herausbildung einer regionalen Identität als wichtigem Faktor für langfristige Stabilität und nachhaltige Entwicklung.
Während der Diskussionen hoben die Teilnehmer zudem die außerordentliche Bedeutung der Konsultativtreffen der Staatschefs Zentralasiens als nachhaltigen Mechanismus zur Koordinierung der regionalen Zusammenarbeit hervor. Es wurde betont, dass das Konzept für regionale Sicherheit und Stabilität in Zentralasien sowie der Katalog der Sicherheitsrisiken in Zentralasien und der Maßnahmen zu deren Prävention für den Zeitraum 2026–2028, die im Anschluss an das 7. Konsultativtreffen verabschiedet wurden, eine Grundlage für die Vertiefung der Zusammenarbeit und die Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen bilden.
Im Rahmen der umfassenderen Tagesordnung wurde der Verkehrsanbindung besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Azamat Sulimanov, Abteilungsleiter am ISRS, betonte deren wachsende Bedeutung als wichtiger Motor für das Wirtschaftswachstum in Zentralasien. Seiner Einschätzung nach wird angesichts der geopolitischen Instabilität die Notwendigkeit, Routen zu diversifizieren und zusätzliche Logistikkorridore im Interesse der Länder der Region, einschließlich Usbekistans, zu entwickeln, immer dringlicher.
Der Experte wies darauf hin, dass externe Krisen, darunter auch jene im Nahen Osten, erhebliche Auswirkungen auf globale Lieferketten haben, was zu höheren Transportkosten, längeren Lieferzeiten und komplexerer Logistik führt. Unter diesen Umständen gewinnt die Rolle von Regionen, die in der Lage sind, die Stabilität der Transitströme zu gewährleisten, zunehmend an Bedeutung. Zentralasien wird daher zunehmend als wichtiger Bestandteil der sich herausbildenden eurasischen geoökonomischen Architektur angesehen.
Die wachsende Bedeutung des Luftraums der Region als stabile Transitroute zwischen Europa und Asien wurde ebenfalls hervorgehoben, ebenso wie der schrittweise Übergang von einem „landgebundenen“ Modell zu einem „landvernetzten“ Modell, das auf einer umfassenden Verkehrsanbindung und einem integrierten Infrastrukturnetz basiert.
Gleichzeitig wurde die Zuversicht geäußert, dass die Umsetzung einer groß angelegten Infrastrukturagenda eine stärkere zwischenstaatliche Koordinierung und harmonisierte Projektmanagementmechanismen erfordert, einschließlich der Entwicklung einer einheitlichen Verkehrsinfrastruktur, der Umsetzung von Großprojekten (darunter die Eisenbahnverbindung China – Kirgisistan – Usbekistan, der Trans-Afghan-Korridor und die transkaspischen Routen) sowie der Digitalisierung der Logistik.
In diesem Zusammenhang unterstützten die Forumsteilnehmer die Initiative des Präsidenten der Republik Usbekistan, Shavkat Mirziyoyev, einen Rat für Infrastrukturentwicklung auf der Ebene des stellvertretenden Premierministers einzurichten, als wichtigen Schritt zur Stärkung der regionalen Koordinierung und zur Steigerung der Wirksamkeit von Integrationsprojekten in Zentralasien.
UzA