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03.09.2020

Gute Taten zum Wohl der Heimat

 Gute Taten zum Wohl der Heimat
Gewidmet dem 29. Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Usbekistan

Heimat als Nostalgie ist auch eine Freude, denn dieses Gefühl zu erleben bedeutet, danach zu streben, zur Entwicklung seines Herkunftslandes beizutragen, sich über seine Erfolge zu freuen und sich Sorgen über die Prüfungen zu machen, die es erlebt. 

Gedanken über die Heimat verlassen mich nie...

... Meine Kindheit verlief in Taschkent. Wir lebten in einem Mehrfamilienhaus, und ich vermisse immer noch die glücklichen und freudigen Momente jener Zeit. Von Kindheit an interessierte ich mich immer für neue Technologien. Deshalb versuchten meine Eltern, alle notwendigen Bedingungen für meine Entwicklung zu schaffen. In Taschkent beendete ich die 9. Klasse, und 1995 zog meine Familie nach Deutschland ein. Nachdem ich von einer Welt in eine ganz andere Welt gekommen war, musste ich mich ans westliche Leben gewöhnen, das mit dem Leben in Usbekistan überhaupt nicht vergleichbar war. Es ist schwer, es mit den Worten zu beschreiben, wie stark ich damals mein sonniges Land und meine Freunde vermisst habe...

In Deutschland setzte ich meine Bildung an einem Gymnasium fort und meine Eltern haben angefangen, zu arbeiten. Nach und nach haben wir uns an die neuen Bedingungen gewöhnt, und heute fühle ich mich wie ein vollwertiger Staatsbürger von Deutschland. Ich habe die Universität Mannheim in Technischer Informatik abgeschlossen und einen Doktortitel in Technischer Robotik erworben. Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne. Meine Eltern und meine Schwester sind immer neben mir. Im Allgemeinen ist alles in Ordnung, aber ich erinnere mich oft an mein Herkunftsland. Es ist wirklich so, egal wo man ist, fühlt man einige Gefühle immer wieder. Eins von ihnen ist der Sehnsucht nach dem Land, in dem man geboren und aufgewachsen ist.

Das usbekische Sprichwort lautet so: „Der Arzt ist nicht derjenige, der so genannt wird, sondern derjenige, der entsprechende Erfahrung hat.“ Das hat etwas zu bedeuten. Um dies zu verstehen, muss man dieses Gefühl am eigenen Leib erleben. In Deutschland mit Nostalgie lebend beschloss ich mich, am Leben Usbekistans teilzunehmen und zu seiner Entwicklung beizutragen. 

In der letzten Zeit wird in Usbekistan neben allen Industriebranchen auch der Entwicklung der Medizin eine große Aufmerksamkeit geschenkt. Da die Tätigkeit meines Unternehmens in Deutschland eng mit dem Gesundheitssystem und der Behandlung verbunden ist, fiel mir eine Idee ein, die dann zu einem wichtigen Ziel geworden ist, – gemeinsam mit den einheimischen Partnern mehrere systematische Projekte zur Beschleunigung der Entwicklung der Medizin umsetzen, darunter ein großes Projekt zur Errichtung einer deutschen Klinik für Onkologie in Usbekistan.

Als Geschäftsführer von zwei Firmen in Deutschland, OPASCA GmbH und OPASCA German Oncology Solutions GmbH, haben ich und mein Team mit vielen Ländern partnerschaftliche Beziehungen aufgebaut. Derzeit hat unter ihnen auch Usbekistan seinen Platz.

Die Festigung der Beziehungen zwischen Usbekistan und Deutschland ist in den letzten Jahren für uns alle wichtig geworden. Insbesondere die gegenseitigen Besuche des Präsidenten der Republik Usbekistan Shavkat Mirziyoyev nach Deutschland und des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Frank-Walter Steinmeier nach Usbekistan im Jahr 2019 trugen zum Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit in den Bereichen Politik, Handelswirtschaft, Investitionen, Finanzen, Technik, Kultur und Bildung bei.

Derzeit wird in der Region Taschkent unser Projekt – Gründung einer deutschen onkologischen Klinik – umgesetzt. Als einer der Hauptpartner des Projekts gilt das Gesundheitsministerium der Republik Usbekistan. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Erweiterung der Möglichkeiten des Projekts zur Behandlung von Krebspatienten mit modernen Methoden gelegt.

Ursprünglich war es geplant, ein großes Onkologie-Zentrum einzurichten, das nur auf Strahlentherapie spezialisiert ist. Aber jetzt kann diese Klinik Patienten in allen Bereichen der Onkologie, einschließlich in Chirurgie, Chemotherapie und Immuntherapie, hochtechnologische Diagnostik mit dem gesamten Spektrum der Tomographie, Nuklearmedizin, Histologie und Immunhistochemie sowie Rehabilitation bedienen. Der Start der ersten Phase des Projekts war für Ende 2020 geplant. Leider musste das wegen der Coronavirus-Pandemie ins nächste Jahr 2021 verschoben werden. Beim vollständigen Funktionszyklus kann die Klinik jährlich bis zu 10 tausend Patienten aufnehmen.

Dem Projekt nach, wie oben erwähnt wurde, war es am Anfang geplant, den Patienten nur Strahlentherapiedienstleistungen anzubieten und 10 Linearbeschleuniger zu installieren. Gemäß den Empfehlungen der Fachleute des Gesundheitsministeriums und den nachträglichen Vereinbarungen wurde die Tätigkeit der Klinik erweitert. Ausgehend davon werden hier Abteilungen für Strahlentherapie, Chirurgie, Rehabilitation, Pädiatrie, ein Krankenhaus, sowie auch ein Ausbildungszentrum eingerichtet werden. Am Anfang ist es vorgesehen, sechs Linearbeschleuniger und zwei zusätzliche Geräte für Brachytherapie zu installieren.

Von Deutschland wurden den usbekischen Spezialisten Praktika in führenden deutschen Kliniken angeboten. In Zusammenarbeit mit der OPASCA German Oncology Solutions GmbH und dem Republikanischen spezialisierten Fachzentrum für Onkologie und Radiologie ist ein Projekt zur Gründung eines deutsch-usbekischen Radio-Onkologie-Ausbildungszentrums gestartet.

Derzeit wurde einen "Fahrplan" zur Schaffung einer Residentur für Strahlentherapie auf der Basis der Hochschuleinrichtungen Usbekistans sowie eines Masterabschlusses in Medizinischer Physik entwickelt, der ein Praktikum an der Uniklinik Mannheim vorsieht. Es ist darauf hinzuweisen, dass wir schon mit der Vorbereitung usbekischer Spezialisten für die Deutsche Onkologische Klinik begonnen haben, und führen auch mit deutschen Ärzten, die in Usbekistan arbeiten wollen, Verhandlungen.

Seit 2018 veranstalten wir einmal im Jahr den Zentralasiatischen Radioonkologie CARO-Kongress. Als Organisator lädt unser Unternehmen die Wissenschaftler aus aller Welt ein. CARO-Partner sind das Gesundheitsministerium, die Akademie der Wissenschaften Usbekistans, unsere Niederlassungen in Taschkent, „OPASCA GOS Central Asia“, „Progressive Medical Service“ und eine Reihe anderer Organisationen.

Die Umsetzung dieses prestigeträchtigen internationalen Projekts ist ein sehr wichtiger Schritt für Usbekistan, und wird natürlich zur Entwicklung des Landes beitragen. In diesen Tagen arbeitet unser Team am III. Zentralasiatischen Radio-Onkologischen Kongress CARO-2020. Unter Berücksichtigung der Bedingungen der Pandemie soll der Kongress am 15.-17. Oktober dieses Jahres in einem Online-Format stattfinden.

Wir führen unser Gespräch an der Schwelle des größten Feiertags - des 29. Jahrestages der staatlichen Unabhängigkeit Usbekistans. Ich möchte dem usbekischen Volk zu diesem wichtigen Datum gratulieren und wünsche alles Gute. Je wohlhabender dieses sonnige Land sein wird, desto glücklicher werden die Menschen darin sein und desto öfter werden wir Usbekistan besuchen. Viele Usbeken, die weit weg von ihrer Heimat leben, werden auch nach Heimatland streben, um gute Taten zum Wohl ihrer Landsleute zu machen.

Aleksey Swerdlow,
Geschäftsführer der OPASCA GmbH und der OPASCA German Oncology Solutions GmbH Deutschland, 
Doktor der Ingenieurwissenschaften

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