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25.04.2014 23:37

Nachfolger von Mirzo Ulugbek

... In diesen Tagen besuchte ich mit meiner Kollegin Samarkand. Das Observatorium von Mirzo Ulugbek war voll sowohl mit einheimischen, als auch mit ausländischen Touristen.

Ein Astronomielehrer aus Amerika Logan Roberts erzählte uns, dass er über das Leben und die Tätigkeit von Ulugbek viel gelesen hat. Das ganze Leben lang war sein Traum, das Observatorium von Ulugbek  zu besichtigen. “Es ist erstaunlich, dass in der Zeit, als die Schiffahrt durch die Meere noch unvollkommen war, als niemand über die Existenz von Amerika wußte, wurden in Samarkand schon damals grundlegende astronomische Forschungen geführt”, sagt er mit Begeisterung.

Tatsächlich ist der Beitrag von Mirzo Ulugbek zur Entwicklung der Weltwissenschaft, besonders, der Astronomie unschätzbar. Sein Werk “Zidji Kuragoni” enthält die präzisen Koordinate von über tausend Sternen. Im Mittelalter war dieses Buch in Ländern von Asien und Europa ganz bekannt, denn es war ins Latein, Französisch und Englisch übersetzt. Zu diesem Werk waren zahlreiche Rezensionen und Kommentare geschrieben und es hat auch heute immer noch seinen Wert.

Die Geräte, die von Mirzo Ulugbek zur Beobachtung von Himmelskörpern erfunden waren, wundern und begeistern noch heute weiter die Menschheit als Symbol hoher Intelligenz und kreatives Potentials unserer Vorfahren.  In dieser Sternwarte, die seinerzeit eines von Zentren der Weltastronomie war, wurden im Laufe vieler Jahre unter Leitung von Mirzo Ulugbek Beobachtungen über die Sonne, den Mond, Planeten durchgeführt, die Koordinaten von Sternen wurden gemessen.

Das Lernen und Forschen des reichen wissenschaftlichen Erben von Mirzo Ulugbek steht heute in Usbekistan unter der Leitung des Präsidenten Islam Karimov im Fokus der Kulturpolitik. Über das Leben und Schaffen des Gelehrten werden heute neue Bücher, Aufsätze, belletristische geschrieben.

Die Mitarbeiter eines der ältesten Forschungsinstitute in Zentralasien namens Mirzo Ulugbek der Akademie von Wissenschaften der Republik Usbekistan führen Forschungen auf dem Gebiet der Astronomie, Astrophysik, sowie in neuer Richtung wie Astro-Seismologie. Die Präzisierung der geographischen Lage der bevölkerten Stätte in der Zentralasiatischen Region, Service für Bestimmung der genauen Zeit, Monitoring der Sonne und ihrer Aktivität und andere stehen im Fokus seiner Aufgaben.

Nach Aussage des Direktors des Instituts untersuchen junge Wissenschaftler verschiedene kosmische Hiommelskörper. Mehr als hundert Beiträge zu diesen Themen sind weltweit veröffentlicht. Noch eine Errungenschaft des Forschungsinstituts ist die Entdeckung der Planetenwolke um die neue Stern KH15D.

Noch ein Observatorium namens “Maydanak”, gelegen 120 Kilometer entfernt von Samarkand auf der Höhe von 2700 Metern über dem Meeresspiegel, spielt eine wichtige Rolle bei astronomischen Forschungen. Es gilt als Verbindungsglied zwischen den größten internationalen Observatorien auf den Kanaren- und Hawaii- Inseln, als ein wichtiger Stützpunkt für ununterbrochene Beobachtung der astrophysischen Objekten.

Wie die Experten feststellen, ist das Maydanak das vierte Observatorium, das über einen Datenbank vieljähriger Beobachtungen über die Qualität der Atmosphäre verfügt. Seit 2001 ist dieses Observatorium ein Teil des Beobachter-Teams neuer Sterne. Diese Arbeit wird in Zusammenarbeit mit der Universität Veslean (USA) geführt.

Im Oktober 2007 wurde von den Gelehrten des Maydanak ein neuer kleiner Planet entdeckt. 2009 wurde er in den internationalen Katalog mit der Nummer 210271 eingetragen. Auf Vorschlag des Präsidenten Islam Karimov wurde dieser Planet vom Harvard-Zentrum  für kleine Planeten “Samarkand” benannt.

Das Institut für Astronomie arbeitet eng mit über 30 Observatorien, Universitäten und Forschungszentren weltweit. Darunter sind Universität Seoul, Stanford Universität, Pittsburgh Universität (USA), Universität Nizza (Frankreich), Japanisches Nationales Observatorium, Forschungszentrum Potzdam für Erde. Im Rahmen der Zusammenarbeit werden die Fachleute aus Usbekistan, einschließlich die Nachwuchswissenschaftler in führenden Zenrten vonAstronomie im Ausland fortgebildet.

2009 wurde anlässlich des 615. Jahrestages von Ulugbek ein Museum für Astronomie beim Institut für Astronomie in Zusammenarbeit mit UNESCO gegründet. Die Expositionen des Museums erzählen über die Entwicklungsetappen der Astronomie, Forschungen der Gelehrten von Transoxanien und Europa. Dort kann man auch zahlreiche Forschungsgeräte, Fernröhre, Dokumente sehen.

Die Teilnehmer der internationalen Konferenz “Das historische Erbe von Gelehrten und Denkern des Mittelalterlichen Orients, seine Rolle und Bedeutung für die moderne Zivilisation”, die am 15.-16. Mai dieses Jahres in Samarkand stattfinden wird, werden sich an das reiche wissenschaftliche Erbe des hervorragenden Astranoms, unseres großen Vorfahrens Mirzo Ulugbek wenden, seinen großen Beitrag zur Entwicklung der Weltwissenschaft besprechen.


UzA, Iroda Umarova
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